
Sauerland, 27.01.2010 14:02 Uhr
Hüsten. Sie stehen morgens um 4 Uhr auf, wenn andere sich noch wohlig unter die Decke kuscheln. Sie steigen in ihre Fahrzeuge und sind bis abends 19 Uhr unterwegs. Bis dahin hat jedes Streufahrzeug eine Strecke von 100 bis 110 km abgefahren.
Weihnachten und Sylvester leisten sie Bereitschaftsdienst. Das hieß in diesem Jahr einen Teil der Feiertage raus auf die Straße und Dienst tun.
Fünfzehn Bedienstete der Stadt leisten in diesem strengen Winter diese Arbeit, damit der Bürger, wenn er zur Arbeit fährt, dies auch einigermaßen sicher tun kann.
Hinzu komme 53 Leute, die mit Treckern oder Bullis unterwegs sind. Sie räumen da, wo die Großen nicht hinkommen. Im Kalenderjahr 2009 wurden 9468 Stunden abgeleistet. Der Salzverbrauch stieg auf 1104 Tonnen. Die Nachlieferungen stellten kein Problem dar, da der Winter nicht so flächendeckend in Deutschland und Europa war, wie in diesem Jahr.
Die Streufahrzeuge haben allerdings in diesem Januar 2010 ein großes Problem. Ihre Aufgabe, Salz zu streuen, wird immer schwieriger, weil das Material fehlt.
700 Tonnen Salz sind schon verbraucht worden. 225 Tonnen waren nachbestellt. 25 Tonnen sind bis jetzt geliefert worden. „Das ist nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein“, erklärt Straßenmeister Udo Matschke.
Betriebsleiter Rainer Schörnich dazu: „Eine bestimmte Menge an Salz müssen wir vorhalten, damit wir in Notfällen, zum Beispiel bei einem Brand oder bei Verkehrsunfällen zum Ort des Geschehens kommen“.
Am Mittwochmorgen kam noch ein besonderes Problem hinzu. Die Hydraulik dreier Fahrzeuge war eingefroren. So konnten sie erst mit 2 bis 4-stündiger Verspätung zum Einsatz kommen.
Währenddessen liefen die Telefone im Rathaus heiß. Es hagelte Beschwerden von verärgerten Bürgern über nicht abgestreute Straßen.
„Die Stadt tut alles in ihrer Macht stehende, um einen reibungslosen Ablauf des Verkehrs zu sichern“, erläuterte Dirk Hammel, „aber manchmal sind auch wir diesen Temperaturen gegenüber einfach machtlos“.
Rainer Schörnich machte auch klar, dass es Prioritätsstufen für die Räumung der Straßen gibt. Stufe eins haben auf jeden Fall Durchgangsstraßen und Gefällstrecken inne. Die Wohngebiete liegen erst auf der zweiten Stufe.
Damit überhaupt noch etwas läuft in Punkto Streuen, wird das Salz, das aus 890 Metern Tiefe gefördert wird, mit Splitt vermischt, um die Reste so gut als möglich zu strecken.
Wenn Salz geliefert wird, kommt es zuerst zu den Straßenmeistereien, die dafür verantwortlich sind, dass auf den Autobahnen freie Fahrt herrscht. Straßenmeistereien sind nicht städtisch und haben mit den Verkehrsverhältnissen in der Stadt nichts zu tun.
„Wem es möglich ist, der sollte seinen Tagesablauf den Wetterverhältnissen anpassen.
Einkaufen und Termine möglichst auf den Nachmittag legen, wenn die Straßenverhältnisse sich entzerrt haben“, richtet Rainer Schörnich seine Bitte an alle Bürger.
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