
Altenkirchen, 05.09.2010 01:47 Uhr
Am Arbeitsmarkt in der Region setzte sich der Aufwärtstrend der letzten Monate auch im August fort. Besonders der Landkreis Altenkirchen erholte sich deutlich von den Einbrüchen des Krisenjahres 2009.
Die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Neuwied liegt Ende August bei 9991 und rutschte damit erstmals seit Dezember 2008 wieder unter die magische Grenze von 10.000. Vor einem Monat waren noch 465 Menschen mehr ohne Arbeit; vor einem Jahr waren es sogar 1418 mehr. Binnen einer Jahresfrist sank die Arbeitslosigkeit damit um mehr als 12 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt nun bei 6,1 Prozent.
Am stärksten profitierten in diesem Monat die unter 25-Jährigen von der Entspannung. Sie hatten die Zahlen im Juli allerdings auch leicht ansteigen lassen. "Damals hatten sich, wie in jedem Sommer, viele junge Leute nach Ausbildung, Schule oder Studium arbeitslos gemeldet, die noch auf ihre Anschlussbeschäftigung warteten", erklärt Agenturleiterin Ulrike Mohrs. "Nach der Sommerpause haben die neuen Beschäftigungsverhältnisse begonnen, und das rein saisonale Phänomen ist wieder aus der Statistik verschwunden."
Ganz besonders freut sich die Agenturchefin über die guten Nachrichten aus Altenkirchen: Hier ging die Zahl der Arbeitslosen um 309 auf nun 4103 zurück. Im Jahresvergleich sank der Wert um 829 ? das sind 16,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote rutschte mit 5,9 unter die 6-Prozent-Marke. Nicht ganz so deutlich, aber noch immer sehr ermutigend ist die Entwicklung im benachbarten Landkreis Neuwied. Hier zählten die Statistiker zum Monatsende 5888 Arbeitslose ? 156 weniger als im Juli und 589 oder 9,1 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt bei 6,3 Prozent.
Die Nase vorn haben die Neuwieder bei der Zahl der offenen Stellen. Sie liegt derzeit bei 785; für den Landkreis Altenkirchen liegen der Arbeitsagentur derzeit 336 Angebote vor. Die meisten Offerten kommen derzeit von den so genannten Zeitarbeitsfirmen. Das ist für Ulrike Mohrs keine Überraschung. "Die Personaldienstleister sind stets die ersten, die auf Schwankungen auf dem Arbeitsmarkt reagieren. Das war zu Beginn der Krise so, als dort zuerst Personal entlassen werden musste. Und das ist auch jetzt so, wo die Wirtschaft wieder anspringt. Vor allem deutet diese Entwicklung darauf hin, dass Fachkräfte am Markt wieder gefragt sind, die Unternehmen sich mit Festeinstellungen aber noch zurückhalten, bis sich die Lage stabilisiert hat." Denn dass die Krise endgültig überwunden ist, will auch die Arbeitsmarktexpertin nicht versprechen. Zwar sei man in einer ebenso deutlichen wie erfreulichen Erholungsphase, aber es gebe durchaus Risiken. "In unserer globalisierten Welt ist auch unsere Wirtschaft vor Ort stark vom internationalen Markt abhängig, denn viele Unternehmen und ganze Branchen sind vom Exportgeschäft abhängig. Das hat sich ja schon im vergangenen Krisenjahr gezeigt." Trotzdem, betont, Mohrs, gebe es derzeit allen Grund, optimistisch in die Zukunft zu schauen.
Das gilt nach Ansicht der Agenturleiterin auch für den Ausbildungsmarkt. Dort beschäftigt sich das Team U 25 der Arbeitsagentur derzeit mit 306 Ausbildungsplatzbewerbern, die noch nicht versorgt werden konnten. Ihnen gegenüber stehen 96 offene Lehrstellen.
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