7000 indirekte Jobs

Siemens will fünf Milliarden Euro in Argentinien investieren

Buenos Aires - Siemens geht in die Vollen. Der Konzern will rund fünf Milliarden Euro in Argentinien investieren. Das Geld soll in Infrastruktur, Energie und Mobilität fließen. 

Siemens will stark in Argentinien investieren. Der Elektro-Konzern hat für die kommenden fünf Jahre im südamerikanischen Land Investitionen von fünf Milliarden Euro vorgesehen, sagte Siemens-Chef Joe Kaeser am Mittwoch nach einem Treffen mit dem argentinischen Präsidenten Mauricio Macri, an dem auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) teilnahm.

Es sollen in Infrastruktur, Energie und Mobilität 3000 direkte und bis zu 7000 indirekte Jobs geschaffen werden, heißt es in einer Absichtserklärung, die am Mittwoch von Kaeser und dem argentinischen Produktionsminister Francisco Cabrera unterzeichnet wurde.

„Bis 2020 wollen wir unser Geschäft in Argentinien verdoppeln“, sagte der Konzern-Chef. Ein bedeutender Teil des geplanten Baus von Elektrizitätswerken zur Lieferung von insgesamt 5 Gigawatt soll auf erneuerbaren Energiequellen basieren. Weltweit wenige Länder hätten die Sonnen- und Windressourcen, die in Argentinien zur Verfügung stehen.

Siemens wolle für die Finanzierung der Projekte 3,1 Milliarden Euro bereitstellen, sagte Kaeser. Der wirtschaftspolitische Reformkurs der Regierung Macris biete eine gute Gelegenheit, um in Argentinien zu investieren.

Auch Gabriel hob die neuen Investitionschancen hervor, die sich für deutsche Unternehmen am La Plata eröffneten. Es gebe großes Potenzial in den Bereichen Energie, Infrastruktur, Landwirtschaft, Bergbau und Technologie, erklärte der Minister am Mittwoch auf dem dreitägigen „Argentina Business & Investment Forum“. Rund 1900 führende Manager von knapp 1000 Unternehmen aus 67 Ländern nehmen an dem von der argentinischen Regierung veranstalteten Event teil.

„Es ist beeindruckend, was die Regierung in kürzester Zeit auf die Beine gestellt hat, um ausländische Investoren auf die immensen Möglichkeiten geschäftlicher Zusammenarbeit in Argentinien aufmerksam zu machen“, sagte Gabriel in der Deutsch-Argentinischen Handelskammer (AHK) am Rande des Forums. Argentinien habe wieder Anschluss an die internationalen Finanzmärkte gefunden. Macris Regierung hatte sich mit internationalen Gläubigern geeinigt, um Bedingungen für frisches Kapital zu erfüllen.

Gabriel führte auch Gespräche mit Vertretern der in Argentinien tätigen deutschen Unternehmen und mit lokalen Gewerkschaftern. Die Unternehmer zeigten sich nach Angaben des Bundesministers optimistisch, die Gewerkschaftsvertreter äußerten dagegen ihre Sorge, dass die Marktöffnung zu Arbeitslosigkeit führen könne. Auf dem Investment-Forum hatten sich mehrere Sprecher für eine Flexibilisierung des Arbeitsrechts in Argentinien ausgesprochen.

Von Argentinien reist Gabriel nach Kanada weiter. Dort will er am Donnerstag politische Gespräche etwa über das umstrittene Freihandelsabkommen Ceta führen und an einer internationalen Konferenz teilnehmen.

dpa

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