Nach Austrittsdrohung

Tierschutzbund und Initiative Tierwohl wollen reden

Osnabrück - Wie geht es weiter mit der Initiative Tierwohl von Landwirtschaft und Lebensmittel? Der Tierschutzbund droht, seine Beratertätigkeit aufzugeben, wenn nicht mehr auf ihn gehört wird. 

Im Streit um die Initiative Tierwohl bleiben die Fronten verhärtet. Doch auch nach der Drohung des Deutschen Tierschutzbundes, aus der Initiative Tierwohl auszusteigen, wollen beide Seiten den Kontakt aufrechterhalten. „Ich möchte die Gespräche nicht abbrechen lassen“, sagte der Geschäftsführer der Initiative Tierwohl, Alexander Hinrichs, der Deutschen Presse-Agentur. Auch der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, setzt auf Gespräche. Er habe noch die Hoffnung, dass sich etwas bewegen lasse, sagte er.

In der Initiative Tierwohl erhalten freiwillig teilnehmende Bauern für zusätzliche Leistungen wie mehr Platz im Stall, mehr Tageslicht oder artgerechtere Trinkmöglichkeiten Geld aus einem Fonds. Das soll auf breiter Front Anreize geben, die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Haltungsstandards zu übertreffen. Der Handel will von 2018 bis 2020 die Mittel von 65 Millionen Euro auf 100 Millionen Euro aufstocken.

Nach Schröders Ansicht gehen die Verbesserungen nicht weit genug. Er forderte den Bauernverband, die Fleischindustrie und den Handel auf, die Förderkriterien nochmals zu überarbeiten. Für den 8. September ist ein Krisengespräch angesetzt. Der Tierschutzbund gehört zum Beraterausschuss der Initiative. Schröder droht damit, diesen Ausschuss zu verlassen.

Es gebe keinen strategischen Masterplan, der über die nächsten drei Jahre hinausweise, sagte Schröder. Es fehle damit eine Strategie, wie substanziell mehr Tierwohl in den Ställen erreicht werden könne.

Primäres Ziel der Initiative Tierwohl sei es, in einer möglichst großen Anzahl von Betrieben die Haltungsstandards zu verbessern, sagte dazu Hinrichs. Die Anforderungen sollten im nächsten Schritt für alle verbindlich erhöht werden. „Wir können darüber diskutieren, wie wir schrittweise mehr Anreize schaffen können für Landwirte, die mehr machen wollen.“ Alle Details für den Zeitraum 2018 bis 2020 seien noch nicht endgültig entschieden, es gebe noch Gespräche.

dpa

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