Viel zu spät entdeckt

Asteroid erst in letzter Sekunde bemerkt: “City-Killer“ hätte eine Stadt zerstören können

+
Die NASA- Darstellung zeigt einen erdnahen Asteroiden im Vorbeiflug an der Erde.

Fast unbemerkt raste in der vergangenen Woche ein Asteroid an der Erde vorbei, und das, obwohl der Gesteinsbrocken eine ganze Stadt hätte zerstören können. „In letzter Sekunde“ sei der Brocken entdeckt worden, so Wissenschaftler.

Washington - Kaum gab es vor wenigen Tagen Entwarnung um den Asteroiden „2006QV89“, sorgt nun ein anderer Gesteinsbrocken für Aufregung. „2019 OK“ heißt ein weiterer Asteroid und so „okay“ wie sein Name vermuten lässt, war der 130-Meter-Durchmesser-Brocken gar nicht, wie sich erst im Nachhinein herausstellte.

Ein Asteroid rast am Samstag auf die Erde zu. Das Objekt rast mit 16.000 km/h durch das All und ist riesengroß. Sein Name: 2006 QQ23.

Asteroid viel zu spät bemerkt - Wissenschaftler: "Das war ein echter Schock"

Der Asteroid flog am vergangenen Donnerstag (25. Juli 2019) in einer Distanz von etwa 72.400 Kilometer an der Erde vorbei. Das entspricht weniger als ein Fünftel der Entfernung zwischen Erde und Mond und ist damit für Weltraum-Verhältnisse erschreckend nah.

Eine Grafik der Astronomie-Plattform ASAS, zeigt, wie knapp „2019 OK“ an der Erde vorbeiflog:

Wie Alan Duffy, leitender Wissenschaftler an der Royal Institution of Australia, gegenüber der Washington Post berichtet, wurde er an diesem Tag von Anrufen bezüglich des Asteroiden überflutet. Der Wissenschaftler wunderte sich, „warum alle so alarmiert waren“ und sah sich die Daten des Gesteinsbrockens genauer an. "Ich war fassungslos", wird Duffy zitiert. "Das war ein echter Schock." Denn „2019 OK“ hatten die Wissenschaftler nicht auf dem Schirm.  

Asteroid „2019 OK“ in letzter Sekunde erkannt

Das bestätigt auch Michael Brown, ein Astronom aus Melbourne gegenüber der Washington Post. Ihm zufolge schien der Asteroid aus dem Nichts gekommen zu sein und sei erst Anfang vergangener Woche von verschiedenen Astronomie-Teams in Brasilien und den Vereinigten Staaten entdeckt worden. Informationen über seine Größe und seinen Weg seien nur wenige Stunden, bevor er an der Erde vorbeiflog, bekannt gewesen, so Brown, der von „Erkennung in letzter Sekunde“ spricht. Doch wie kann das passieren?

Warum blieb der Asteroid so lange unbemerkt?

Zum einen sei der Gesteinsfelsen mit einem geschätzten Durchmesser von 57 bis 130 Metern vergleichsweise klein. Zum anderen hätten seine Geschwindigkeit von nur 24 Kilometer pro Sekunde und die "sehr elliptische Umlaufbahn" ein frühzeitiges Erkennen erschwert. Das bedeutet, der Asteroid sei nur in einem geringen Zeitfenster in der Nähe der Erde erkennbar gewesen.

Video: Wie könnte ein Asteroiden-Einschlag verhindert werden?

Ein Asteroiden-Einschlag ist übrigens alles andere als unrealistisch. Wissenschaftler bei der NASA haben ausgerechnet, dass es ein derartiges Szenario im Jahr 2135 geben könnte. Die Experten arbeiten bereits jetzt an einer Abwehr-Aktion namens H.A.M.M.E.R.

Asteroid-Experten warnen: "Es ist kein Hollywood-Film. Es ist eine klare Gefahr“

„2019 OK“ hätte zwar nicht die Erde wie im Katastrophenfilm „Armageddon“ komplett ausgelöscht, aber dennoch enormen Schaden anrichten können. „City-Killer“ nennen Astrologen derartige Asteroiden, da sie „genügend Kraft haben, eine Stadt zu zerstören“, so Duffy. "Es ist kein Hollywood-Film. Es ist eine klare und gegenwärtige Gefahr“, gibt der Wissenschaftler zu bedenken.

Erst in der vergangenen Woche hatte der Asteroid „2006QV89“ Schlagzeilen gemacht, weil er sich im September der Erde nähert und die Wissenschaftler lange im Ungewissen waren, wie gefährlich er werden würde.

Im Juli 2019 sorgte ein anderes Himmelsereignis in Deutschland für ein Spektakel. Hier können Sie spektakuläre Mondfinsternis im Video genießen.

Die Nasa-Wissenschaftler gehen Anfang August 2019 von einer spektakulären Entdeckung im Weltall aus: Die Astronomen fanden einen Stern mit drei Planeten, darunter eine sogenannte „Super-Erde“, sowie zwei Sub-Neptune. Einer davon könnte die Voraussetzungen für Leben erfüllen. Zudem könnten sich andere bewohnbare Planeten in dem System befinden.

Der Asteroid Apophis sorgt derweil bei der Nasa für Aufregung: Sie bereitet sich schon jetzt auf den Riesen vor.

Doppelt so groß wie das Empire State Building soll der Asteroid sein, der sich der Erde nähert. Er soll den Planeten mit 23.000 km/h passieren.

Die Chance auf eine zweite Erde? Wissenschaftler entdeckten erst kürzlich einen Planeten, in dessen Atmosphäre sich Wasser befindet.

va

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare