Täter mit Beute flüchtig

Überfall auf Geldtransporter in Berlin: Waren es Profis oder Amateure? - Neue Erkenntnisse

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Überfall auf Geldtransporter in Berlin.

Mehrere Maskierte haben am Freitagmorgen einen Geldtransporter mitten in Berlin überfallen. Dabei fielen Schüsse auf Polizisten. Die Täter sind flüchtig.

Update vom 22.10.2018, 21.18 Uhr: 

Gegenüber derBild-Zeitung hat der Profiler Axel Petermann seine Einschätzung des Überfalls abgegeben. Er geht nicht davon aus, dass es sich bei den Dieben um Profis handelte. Zwar seinen sie gut ausgerüstet gewesen und kannten den Fahrtweg des Transporters. Die Durchführung wirkte jedoch weniger professionell, eher hektisch, wie man im Video der Tat auf Bild.de (nur mit BildPlus-Zugang) erkennen kann. 

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Polizeibeamte untersuchen einen Streifenwagen, auf den nach einem Überfall geschossen worden war.

Noch deutlicher kommt die fehlende Professionalität beim Verstauen der Beute zum Vorschein: Die Metallkisten seien mit der Beute vollkommen ungeplant ins Auto verfrachtet worden. Da der Kofferraumdeckel dadurch nicht richtig schloss, verloren die Angreifer die Kiste schon nach den ersten Metern Fahrt. 

Update vom 22.10.2018, 17.13 Uhr: Video zeigt Überfall

Drei Tage nach dem spektakulären Raubüberfall auf einen Geldtransporter in Berlin fahndet die Polizei weiter nach den Tätern. Es seien zahlreiche Hinweise von Zeugen eingegangen, sagte ein Polizeisprecher.

Zudem zeigt ein zweieinhalb Minuten langes Video, das die Bild-Zeitung veröffentlichte, sehr genau einen Teil des Überfalls. Darauf ist zu sehen, dass es sich um mindestens fünf Täter handelte.

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Gesucht wird auch ein silberner 2er-BMW. Es gebe Erkenntnisse, dass so ein Auto bei der Tat am Freitagmorgen eine Rolle gespielt haben könnte, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag mit.

Die maskierten und bewaffneten Männer hatten nahe dem Alexanderplatz den Geldtransporter gestoppt und acht Geldkisten geraubt. Sie gingen allerdings leer aus, weil sie die Beute auf der Flucht wieder verloren. Das nun veröffentlichte Video wurde wohl aus einer Wohnung direkt am Ort des Überfalls aufgenommen.

Zum Video bei Bild.de (nur mit BildPlus-Zugang)

Beim Start des Films ist der weiße Geldtransporter bereits von zwei dunklen Wagen eingekeilt. Vier schwarz gekleidete und maskierte Männer brechen mit einer Kettensäge und einem hydraulischen Spreizgerät die beiden Hecktüren des Transporters auf. Ein fünfter Mann hält die im Transporter sitzenden Fahrer mit einer Maschinenpistole in Schach.

Ein Polizist sichert die Straße nahe der Stelle, wo eines der Fluchtfahrzeuge der Täter abgestellt ist.

Bei einer Verfolgungsjagd schießen die Räuber auf das Polizeiauto. Kurz darauf lassen sie in Berlin-Kreuzberg den voll beladenen Wagen mit den Kisten wegen eines platten Vorderreifens stehen. Sie entkommen mit dem zweiten Auto, müssen aber die gesamte Beute aus sieben Kisten im beschädigten Auto zurücklassen.

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Die Ermittlungen werden von einem Kommissariat für Überfälle sowie, wegen der Schüsse auf die Polizisten, einer Mordkommission geführt. Ob die Räuber zu einer der organisierten Banden in Berlin oder zu einer Gruppierung aus dem Ausland gehören, war zunächst noch völlig unklar.

Seit vielen Jahren verüben verschiedene Täterbanden in Berlin immer wieder spektakuläre Raubtaten. Überfallen wurden etwa ein Pokerturnier in einem Luxushotel, die Uhren- und Schmuckabteilung im Luxuskaufhaus KaDeWe sowie immer wieder Geldtransporter und Juweliere. Verurteilt wurden für manche Taten Mitglieder arabischstämmiger Großfamilien, bei anderen Delikten führten die Spuren zu tschetschenischen Banden in Berlin oder nach Osteuropa.

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Update vom 21.10.2018, 14.21 Uhr: Täter gehen leer aus

Bei dem spektakulären Überfall auf einen Geldtransporter in Berlin sind die Täter neuesten Erkenntnissen zufolge offensichtlich leer ausgegangen.

Polizeibeamte mit Hund durchsuchen die Straße nahe der Stelle, wo eines der Fluchtfahrzeuge der Täter abgestellt ist.

Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, hätten die Räuber einen Teil des Geldes am Tatort verloren und den anderen Teil in ihrem abgestellten Fluchtwagen zurückgelassen.

Das hätten die bisherigen Ermittlungen sicher ergeben, hieß es. Zudem fand die Polizei eigenen Angaben zufolge in der Nacht auf Sonntag das zweite Fluchtauto.

Originalmeldung vom 19.10.1990:

Berlin -Mehrere Maskierte haben in der Nähe des Berliner Alexanderplatzes einen Geldtransporter überfallen. Nach Polizeiangaben konnten die Täter am Freitagmorgen mit der Beute in zwei Autos fliehen. Die Flüchtigen beschossen einen Streifenwagen, der sie verfolgte. Sie trafen ihn und der Wagen blieb stehen. Verletzte gab es nach ersten Polizeiangaben nicht. Eines der Fluchtfahrzeuge baute auf der Fahrt im Berliner Stadtteil Kreuzberg einen Unfall. Die Täter stiegen jedoch auf das andere Fahrzeug um und konnten damit ihre Flucht unerkannt fortsetzen.

Überfall in Berlin: Täter flüchtig -Großaufgebot der Polizei im Stadtteil Kreuzberg

Der Geldtransporter stand am Morgen in der Nähe des Alexanderplatzes auf der Fahrbahn. Die hintere Tür des Kastenwagens war aufgebrochen. Nach Polizeiangaben hatten die Täter den weißen Geldtransporter gegen 7.30 Uhr mit zwei Autos gestoppt. „Es sieht so aus, als ob sich ein Fahrzeug von vorne und eines von hinten an den Geldtransporter gestellt hat“, sagte eine Polizeisprecherin. Anschließend seien die hinteren Türen des Wagens geknackt worden. Wie viel Geld die Räuber erbeuteten, war zunächst nicht bekannt.

Wenige Stunden nach dem Überfall suchte die Polizei im Berliner Stadtteil Kreuzberg mit Spürhunden nach den Flüchtigen. In dem Viertel ist ein Großaufgebot der Polizei mit schweren Waffen im Einsatz. Unweit von ihnen stand das beschädigte Fluchtfahrzeug, mit dem die Räuber zuvor den Unfall gebaut hatten. Auch am Alexanderplatz war die Polizei mit einem Großaufgebot und Kriminaltechnikern im Einsatz und riegelte den Bereich großflächig ab.

Überfall in Berlin: Polizei sucht Zeugen-Fotos

Zeugen, die Fotos und Videos zum Überfall am Geldtransporter in Berlin haben, können sie über ein Uploadportal direkt an die Polizei weiterleiten.

afp

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