Leichenteile und Trümmer entdeckt

Boeing 737 verschollen: Traurige Gewissheit über Absturz - Minister berichtet dramatische Geschehnisse

Eine Boeing 737 ist kurz nach dem Start im indonesischen Jakarta über dem Meer spurlos verschwunden. Nach Trümmerteilen haben Suchtrupps die Black Box geortet.

  • Am Samstag, 9. Januar 2021, ist eine Boeing 737 einer indonesischen Fluglinie Sriwijaya Air kurz nach dem Start vom Radar verschwunden.
  • Unter den 62 Menschen an Bord waren nach Angaben der Behörden sieben Kinder und drei Babys.
  • Einsatzkräfte haben am Sonntagfrüh (10. Dezember) ein Signal der verschollenen Passagiermaschine aufgespürt.

Update vom 10. Januar, 15.23 Uhr: Einen Tag nach dem plötzlichen Verschwinden der indonesischen Passagiermaschine mit 62 Menschen an Bord gibt es traurige Gewissheit. Die vermisste Boeing 737-500 stürzte wenige Minuten nach dem Start vor der Küste Jakartas ins Meer. Vier Minuten nach dem Start war das Flugzeug der indonesischen Fluggesellschaft Sriwijaya Air vom Radar verschwunden. Ein Armeeschiff spürte am Sonntag erste Signale des Flugzeugs auf. Die inzwischen geortete Black Box soll nun von Tauchern geborgen werden, sagte Soerjanto Tjahjanto, der Chef der indonesischen Verkehrssicherheitsbehörde.

„Wir können zwei Signale von der Black Box hören und konnten ihre Position lokalisieren“, sagte Luftmarschall Hadi Tjahjanto. „Wir hoffen, sie bald bergen zu können.“ Zuvor waren bereits Trümmerteile in 23 Metern Tiefe entdeckt worden, wie das Transportministerium mitteilte. „Wir sind sicher, dass dies der Punkt ist, an dem das Flugzeug abgestürzt ist“, so Tjahjanto.

Die indonesische Such- und Rettungsagentur schrieb in einem Statement, es seien auch fünf Behältnisse mit menschlichen Überresten an Land gebracht worden. Die Polizei habe begonnen, DNA-Proben von Familienmitgliedern der Passagiere zu nehmen und Informationen zu sammeln, um Opfer identifizieren zu können, sagte der Polizeisprecher von Jakarta, Yusri Yunus.

Das quälende Warten der Angehörigen auf Informationen über das Schicksal der Flugzeuginsassen - 50 Passagiere und zwölf Crew-Mitglieder - dauerte auch am Sonntag an. Viele harrten in verzweifelter Hoffnung auf dem Soepadio International Airport in Pontianak aus. Am Soekarno-Hatta International Airport in Jakarta, wo die Maschine gestartet war, wurde ein Krisenzentrum eingerichtet.

Nach Absturz von Boeing 737-500 - Taucher entdecken Trümmerteile im Ozean

In indonesischen Medien veröffentlichte Fotos zeigten Fundstücke der Einsatzkräfte aus dem Ozean, darunter Kleidungsstücke, Personalausweise und Flugzeugteile. Außerdem seien Rettungswesten und Teile mit der Registriernummer der 27 Jahre alten Maschine geborgen worden, so Tjahjanto. „Wir haben einen Bericht vom Tauchteam erhalten, dass die Sicht unter Wasser gut war, was die Entdeckung einer Reihe von Flugzeugteilen ermöglichte.“

Vivi, deren Ehemann auf dem Flug der Sriwijaya Air war, hoffte noch auf ein Wunder. Dem lokalen Nachrichtenportal Suara.com sagte sie, ihr Mann habe ursprünglich mit einer anderen Fluggesellschaft fliegen sollen, sei aber dann umgebucht worden. „Ich hoffe, mein Mann lebt und es geht ihm gut. Bitte betet für ihn.“ Nanik, deren Tochter und die sechs und zwei Jahre alten Enkel an Bord waren, hielt weinend ein Foto ihrer Lieben in die Kameras.

Die Tierschutzorganisation „GP Orangutan Conservation Program“ sorgte sich um einen Mitarbeiter des Nationalparks Gunung Palung auf Borneo. Der 25-Jährige sei zusammen mit seiner Frau, seiner Tochter, seiner Mutter und seiner Nichte in dem Flugzeug gewesen, schrieb die Organisation auf Twitter.

In sozialen Netzwerken drückten zahlreiche Indonesier unter dem Hashtag #PrayForSJ182 (Betet für Flug SJ182) ihre Bestürzung aus. Präsident Joko Widodo drückte den Angehörigen sein Mitgefühl aus. „Lasst uns beten, dass alle Opfer gefunden werden“, sagte er.

Boeing 737: Ursache der Katastrophe zunächst noch unklar

Die Unglücksursache und der genaue Hergang der Tragödie waren noch unklar. Airline-Chef Jefferson Irwin Jauwena hatte am Samstag betont, das Flugzeug sei wegen starken Regens mit 30 Minuten Verspätung gestartet. Die Flugzeit nach Pontianak beträgt normalerweise knapp 90 Minuten.

Daten des schwedischen Internetdienstes Flightradar24 zeigten, dass die Maschine aber schon vier Minuten nach dem Abheben innerhalb von einer Minute mehr als 3300 Meter Höhe verlor (siehe auch Update vom 9. Januar, 15.58 Uhr). Danach war sie nördlich von Java verschwunden. Fischer berichteten, eine Explosion gehört zu haben.

Black Box von vermisster Boeing 737-500 geortet

Update vom 10. Januar, 10.37 Uhr: Suchtrupps haben den Flugschreiber der vermissten Boeing 737-500 der indonesischen Gesellschaft Sriwijaya Air im Meer entdeckt. Dies teilte der Armeechef des Landes am Sonntag mit. Die Black Box Sriwijaya Air SJ182 wurde demnach geortet und soll nach Medienberichten möglichst schnell geborgen werden.

Neben Trümmern, werden immer mehr Leichenteile aus dem Meer geborgen. Auf Fotos der Nachrichtenagentur AFP ist zu sehen, wie Einsatzkräfte sogenannte Leichensäcke auf einer weißen Plane nebeneinander legen. Dass es Überlebende gibt, gilt immer mehr als unwahrscheinlich.

Update vom 10. Januar, 9.08 Uhr: Die Hoffnung auf Überlebende schwindet. Kriegsschiffe und Hubschrauber werden bei der Suche nach dem verschollenen Passagierflugzeug eingesetzt. Die Boeing 737-500 war kurz nach dem Start in Jakarta am 9. Januar vom Radar verschwunden. Die Maschine der Sriwijaya Air mit 62 Menschen an Bord war auf dem Weg nach Pontianak auf der Insel Borneo. Im Flugzeug waren nach Angaben der Behörden 50 Passagiere, darunter sieben Kinder und drei Babys, zudem zwölf Crew-Mitglieder.

Taucher des Militärs wurden bei der Suche am Sonntag eingesetzt. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, sei die Boeing 737-500 in der Nähe von Laki Island, etwa 20 Kilometer vom Flughafen entfernt, abgestürzt. Mit diesen Worten habe die Webseite detik.com den indonesischen Verkehrsminister Budi Karya zitiert. Zunächst fehlt jedoch eine offizielle Bestätigung des Absturzes.

Indonesische Behörden bestätigten jedoch am Sonntag, dass Wrackteile und Körperteile vor der Küste von Jakarta geborgen worden waren (siehe auch Update vom 10. Januar, 7.25 Uhr). Wahrscheinlich sollen Signale der Black Box des Flugzeuges geortet worden sein. Die Polizei habe die Familien gebeten Informationen zur Identifizierung von Leichen wie zahnärztliche Unterlagen und DNA-Proben, berichtet Reuters.

Boeing 737-500 vom Radar verschwunden: Rettungsteams suchen vor der Küste von Jakarta nach dem Passagierflugzeug.

Signal von verschollener Boeing 737 aufgespürt

Update vom 10. Januar, 7.25 Uhr: Indonesische Helfer haben nach eigenen Angaben ein Signal aus der seit Samstag verschollenen Passagiermaschine der Fluggesellschaft Sriwijaya Air aufgespürt. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Ein Armeeschiff habe das Signal vor der Küste Jakartas entdeckt, teilte das indonesische Verkehrsministerium am Sonntag mit. Taucher hätten zudem etwa 23 Meter unter der Meeresoberfläche Teile der Boeing-Maschine gefunden. Unklar war zunächst, ob das Signal von der Blackbox des Flugzeugs stammte.

Am Sonntagmorgen hatte die Polizei zudem den Fund von Leichenteilen und Trümmern vor der Küste von Jakarta gemeldet. Auch mutmaßliche Besitztümer von Passagieren des Flugzeugs wurden demnach gefunden. Die Unglücksursache war zunächst unklar. Sriwijaya Air erklärte, es habe eine Untersuchung eingeleitet.

Boeing 737: Luftfahrtexperte hat wenig Hoffnung

Update vom 9. Januar, 21.05 Uhr: Genauere Informationen über die Boeing 737, die kurz nach dem Start vom Flughafen in Jakarta vom Radar verschwunden war, bleiben nach wie vor aus. Der Luftfahrtexperte Heinrich Grossbongardt hat jedoch aufgrund der bekannten Einzelheiten wenig Hoffnung für die Maschine und ihrer über 60 Passagiere.

„Das ein Flugzeug aus 4000 Metern plötzlich abstürzt lässt schon auf etwas sehr Schwerwiegendes schließen. Das kann natürlich eine Explosion gewesen sein. Das kann aber auch ein ganz massives technisches Versagen gewesen sein“, erklärt Grossbongardt gegenüber bild.de. Der Experte rechnet damit, dass die Maschine kurz nach dem Verschwinden vom Radar abgestürzt ist.

„Man kann von einem Absturz ausgehen, selbstverständlich. So ein Flugzeug verschwindet ja nicht einfach von jetzt auf gleich“, schließt Grossbongardt und sieht auch extrem geringe Überlebenschancen für die über 60 Passagiere. „Man muss auch davon ausgehen, dass es da kaum Überlebende geben dürfte.“

Boeing 737 weiter verschollen: Wrackteile gefunden - Fischer sollen Explosion beobachtet haben

Update vom 9. Januar, 18.42 Uhr: Auch weiterhin sind die verantwortlichen Behörden im Unklaren über den Verbleib der Boeing 737, die am Samstagvormittag in Jakarta gestartet und kurze Zeit später vom Radar verschwunden war. „Die Position der Maschine wird zwischen Laki Island und Lancang Island vermutet“, sagte der Bambang Suryo Aji, Chef der indonesischen Such- und Rettungsagentur. Dort sollen Fischer Trümmerteile gefunden und eine Explosion beobachtet haben, wie focus.de berichtet.

„Wir hoffen, die genaue Position des Flugzeugs heute noch lokalisieren zu können, sonst können wir die Suche erst morgen früh fortsetzen“, betonte Suryo Aji. Die Arbeit der Such- und Rettungsteam wird durch die herreinbrechende Nacht (Jakarta ist der deutschen Ortszeit sechs Stunden voraus) zusätzlich erschwert.

Boeing 737 plötzlich vom Radar verschwunden: Minister berichtet dramatische Geschehnisse - Passagierliste bekannt


Update vom 9. Januar, 15.58 Uhr: Ein Twitter-User hat die auf flightradar24 bis zum Verschwinden vom Radar einsehbare Flugbahn der Boeing 737 mit einer anderen Maschine, die dieselbe Strecke in Angriff nahm, verglichen. Es ist erkenntlich, dass erstere einen merkwürdigen Schlenker vollführt, bevor sie nicht mehr zu sehen ist.

Update vom 9. Januar, 15.33 Uhr: Auf einer Pressekonferenz erklärte Verkehrsminister Budi Karya Sumadi, dass sich das Flugzeug bereits um 14.37 Uhr nur noch auf einer Höhe von 1700 Fuß befand, was gut 500 Metern entspricht. Drei Minuten später sei die Maschine dann in falscher Richtung unterwegs gewesen, nämlich nach Nordwesten. Kurz darauf sei es dann vom Radar verschwunden. Indonesiens Staatschef Joko Widodo habe um 17.30 Uhr Ortszeit - also knapp drei Stunden danach - Anweisungen gegeben, die Suche zu intensivieren.

Banges Warten in Pontianak: Die Angehörigen der Flugpassagiere durchleben schwere Stunden.

Update vom 9. Januar, 15.22 Uhr: Am Flughafen in Pontianak wurde ein Zimmer für die Angehörigen der Flugzeuginsassen eingerichtet, die immer noch verzweifelt auf Nachrichten ihrer Liebsten warten. Somit könnte gewährleistet werden, dass der Reiseverkehr wie gewohnt vonstatten gehen kann.

Flugzeug verschwindet von Radar: Auch Kinder und Babys an Bord - Trümmer werden untersucht

Update vom 9. Januar, 15.15 Uhr: Mittlerweile wurde die offizielle Passagierliste der vermissten Maschine veröffentlicht. Darauf befinden sich 50 Reisende, darunter sieben Kinder und drei Babys. Die Crew habe aus zwölf Personen bestanden. Demnach wären also 62 Menschen an Bord gewesen, falls jeder der Passagiere die Reise angetreten haben sollte.

Update vom 9. Januar, 14.35 Uhr: Auf einer Pressekonferenz erklärte der Chef der indonesischen Such- und Rettungsagentur, Bambang Suryo Aji: „Die Position der Maschine wird zwischen Laki Island und Lancang Island vermutet.“ Dabei handelt es sich um Teile der bereits erwähnten Inselgruppe Thousand Islands. Er bestätigte, dass mehrere Trümmerteile entdeckt worden seien: „Sie befinden sich bereits zur weiteren Untersuchung auf einem Boot.“

Krisenzentrum für den verschwundenen Flieger: In Indonesien wird fieberhaft nach der Maschine gesucht.

Update vom 9. Januar, 13.32 Uhr: Am eigentlichen Zielflughagen Pontianak sei ein Krisenzentrum sowie einen Informationspoten für vergeblich wartende Angehörige der Flugzeug-Insassen eingerichtet zu haben.

Update vom 9. Januar, 13.28 Uhr: Mittlerweile heißt es in indonesischen Medien, zum Zeitpunkt des Kontaktabbruchs habe sich das Flugzeug elf Seemeilen nördlich des internationalen Flughafens Soekarno-Hatta von Tangerang - eine Millionenstadt etwa 20 Kilometer westlich von Jakarta - befunden. Die Flughöhe habe 13.000 Fuß (knapp 4000 Meter) betragen.

Flugzeug verschwindet von Radar: Suchmannschaften stoßen auf Trümmerteile

Update vom 9. Januar, 13.15 Uhr: Sky News zitiert ein Mitglied der Rettungsmannschaft, wonach außerhalb von Jakarta Teile gefunden worden seien, bei denen es sich mutmaßlich um Trümmer des Flugzeugs handele.

Update vom 9. Januar, 12.50 Uhr: Mittlerweile gibt es erste Berichte, wonach ein Flugzeug auf einer der Seribu Inseln abgestürzt sein soll. Hierbei handelt es sich um eine Gruppe von Inseln, die zwischen 15 und 60 Kilometern von Indonesiens Hauptinsel entfernt liegen. Der Regent Junaedi wird mit den Wort zitiert: „Unsere Informationen sind, dass ein Flugzeug über Pulau Laki (eine der Inseln, d. Red.) abgestürzt und explodiert ist.“ Die Insel sei unbewohnt, Fischer hätten Teile ins Wasser fallen sehen.

Update vom 9. Januar, 12.35 Uhr: Nach Informationen des Fernsehsenders Metro TV befanden sich 62 Menschen an Bord des Flugzeugs. Unter den 56 Passagieren waren demnach sieben Kinder, hinzu kommen sechs Crewmitglieder. Die Maschine soll bereits 26 Jahre alt sein.

Erstmeldung vom 9. Januar:

Jakarta/München - Über dem indonesischen Luftraum ist eine Boeing 737 urplötzlich vom Radar verschwunden. Die Maschine der Airline Sriwijaya war erst wenige Minuten zuvor in der Hauptstadt Jakarta gestartet, Ziel war die Stadt Pontianak auf der Insel Borneo. Wie das Portal flightradar24, auf dem Flüge in Echtzeit abgebildet werden, offenbarte, hatte der Flieger binnen 60 Sekunden etwa 3000 Meter an Höhe verloren, bevor sich seine Spur plötzlich über dem Meer verlor. Auch der Funkkontakt mit der Crew war abgebrochen worden.

Wie Sky News berichtet, hat das Transport-Ministerium eine Suchaktion gestartet. Dabei handele es sich auch um eine Rettungsmission. Über die Zahl der an Bord befindlichen Passagiere und Crewmitglieder war zunächst nichts bekannt. Für die Flugdistanz sind normal anderthalb Stunden Zeit veranschlagt, die Maschine ist jedoch seit 8.40 Uhr deutscher Zeit (14.40 Uhr Ortszeit) nicht mehr aufzufinden. Die Strecke wird täglich rund zwei Dutzendmal von verschiedenen Linien beflogen.

Im September war ein Militärflugzeug in der Ukraine abgestürzt - dabei kamen 25 Menschen ums Leben. Bei einem Flugunglück über Pakistan starben 97 der 99 Insassen, darunter auch ein Topmodel. Mindestens 17 Todesopfer forderte ein Zwischenfall in Indien, bei dem der Flieger auseinanderbrach. (mg)

Rubriklistenbild: © Dita Alangkara/AP/dpa

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