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China: Astronauten docken erfolgreich an Raumstation „Tiangong“ an

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Die Astronauten Nie Haisheng (M), Liu Boming (r) und Tang Hongbo werden die Mission durchführen.

Die drei Astronauten sollen drei Monate an Bord der neuen Raumstation „TIangong“ bleiben – es wäre ein Rekord für China.

Update vom Donnerstag, 17. Juni 2021, 10.50 Uhr: In der Nacht zum Donnerstag ist in China die erste bemannte Mission zur neuen Raumstation der Volksrepublik gestartet. Die Trägerrakete vom Typ Langer Marsch 2-F hob vom Weltraumbahnhof Jiuquan in der Wüste Gobi ab. Die Rakete beförderte das Raumschiff Shenzhou-12 ins All. An Bord des Raumschiffs befinden sich drei Taikonauten, die drei Monate lang in der Raumstation „Tiangong“ („himmlischer Palast“) bleiben und deren Ausbau vorantreiben sollen.

Die drei Taikonauten haben nach dem Raumflug erfolgreich an das Kernmodul der im Bau befindlichen Raumstation angedockt. Wie das chinesische Raumfahrtprogramm am Donnerstag mitteilte, war es ein automatisiertes Andockmanöver mit „Tianhe“ („Himmlische Harmonie“). An dem Raummodul ist auf der anderen Seite gegenwärtig auch noch das Cargoschiff „Tianzhou 2“ („Himmlisches Schiff“) angeschlossen. 

Raumfahrt in China: Raumstation „Tiangong“ wird von drei Taikonauten besucht

Es handelt sich um Chinas erste bemannte Raummission seit fast fünf Jahren. Bleibt die Crew wie geplant drei Monate auf der Station, wäre es der bislang längste Aufenthalt chinesischer Astronauten im All. 2016 hatten zwei Chinesen einen Monat im Weltraum verbracht.

Die Mission findet kurz vor den Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der herrschenden Kommunistischen Partei Chinas am 1. Juli statt. China hat in den vergangenen Jahren Milliardensummen in seine Raumfahrtprogramme gesteckt, um zu den Weltraumnationen USA und Russland aufzuschließen.

China schickt drei Taikonauten zur Raumstation „Tiangong“

Erstmeldung vom 16. Juni 2021: Peking – China will am Donnerstagmorgen (17.05.2021) erstmals ein Raumschiff mit drei Astronauten zu seiner im Bau befindlichen Raumstation schicken. Der Start sei für 9.22 Uhr (3.22 Uhr MEZ) geplant, gab die chinesische Raumfahrtbehörde auf einer Pressekonferenz bekannt. Teil der Mission sind demnach die chinesischen Astronauten Nie Haisheng, Liu Boming und Tang Hongbo.

Das erste Modul der Raumstation „Tiangong“, die bis Ende 2022 fertig sein soll, war Anfang Mai ins All geschickt worden, die Raketenstufe, die anschließend unkontrolliert zur Erde stürzte*, sorgte für einen Aufschrei der Empörung. Ende Mai folgte ein weiterer Frachtflug mit Material und Treibstoff.

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Chinesische Astronauten starten über Raumfahrtbahnhof „Jiuquan“

Die Astronauten sollen vom Raumfahrtbahnhof „Jiuquan“ in der Wüste Gobi starten und drei Monate an Bord des Kernmoduls der neuen Station bleiben. Das Flugprogramm ist eng getaktet: Im September soll ein weiterer Versorgungsflug starten. Im Oktober werden drei weitere Astronauten folgen.

Um die Raumstation fertig zu bauen, werden noch zwei jeweils gut 20 Tonnen schwere Labormodule ins All gebracht. Im nächsten Jahr sind zusätzlich noch zwei weitere Frachtflüge sowie zwei bemannte Missionen geplant. Wenn die internationale Raumstation ISS in den nächsten Jahren wie geplant ihren Dienst einstellen wird, wäre China das einzige Land, das noch einen ständigen Außenposten im All betreibt. (dpa/afp) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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