„Kein eindeutiger Zusammenhang“

Astrazeneca-Entscheidung gefallen: EMA gibt grünes Licht für Impfungen - von der Leyen droht Hersteller

Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA gibt ihre Entscheidung zum Corona-Impfstoff von Astrazeneca bekannt. 200 Politiker würden den Impfstoff nutzen. Der News-Ticker.

  • Coronavirus-Pandemie*: Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca* wird von der Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) wieder empfohlen .
  • Ursula von der Leyen droht dem Hersteller des Wirkstoffes wegen der Kürzung der vereinbarten Lieferungen des Corona-Impfstoffs (siehe Update vom 20. März, 9 Uhr).
  • Gut 200 Politiker würden sich nach Medienumfragen mit Astrazeneca impfen lassen (Update vom 20. März, 19.31 Uhr).
  • Dieser News-Ticker zu Astrazeneca* wird regelmäßig aktualisiert.

Update vom 20. März, 19.31 Uhr: Gut 200 Politiker würden sich mit Astrazeneca impfen lassen, haben Medienumfragen nach dem Entscheid der EMA ergeben. Laut dpa gehören dazu Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD), Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU), Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) sowie die
Regierungschefs von Berlin, Hamburg, Brandenburg und Hessen. „Die Bundesregierung reiht sich ein“, sagte Familienministerin Franziska Giffey (SPD). „Wir lassen uns impfen, wenn wir dran sind. Ich würde mich auch mit Astrazeneca impfen lassen. Die Sicherheit zu haben, nicht mehr an Covid-19 sterben zu müssen, ist doch ein gutes Gefühl.“

Großbritanniens Regierungschef Boris Johnson wurde am Freitagabend mit Astrazeneca geimpft. In Großbritannien sind nach Regierungsangaben bereits die Hälfte aller Erwachsenen mindestens einmal geimpft worden.

Astrazeneca-Impfstoff: Ursula von der Leyen droht dem Hersteller wegen Kürzung der Lieferungen

Update vom 20. März, 9 Uhr: Die EMA hat entschieden: Das Vakzin Astrazeneca wird weiter zur Impfung gegen das Coronavirus empfohlen. Nun droht Ursula von der Leyen dem Hersteller des Wirkstoffes, wegen der Kürzung der vereinbarten Lieferungen des Corona-Impfstoffs. Astrazeneca habe im ersten Quartal nur 30 Prozent der vereinbarten Lieferungungen tatsächlich zur Verfügung gestellt.

„Wir haben die Möglichkeit, einen geplanten Export zu verbieten. Das ist die Botschaft an Astrazeneca: Du erfüllst erst deinen Vertrag gegenüber Europa, bevor du beginnst, in andere Länder zu liefern“, so von der Leyen gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Dass die EU über neue Export-Auflagen nachdenkt, war bereits am Mittwoch klar geworden. Am Freitag hatte die Kommissionspräsidentin dann mitgeteilt, dass ein förmliches Schreiben wegen der Schwierigkeiten an Astrazeneca geschickt wurde. „Wir wollen ein strukturiertes Vorgehen zur Lösung der Kontroversen in Gang setzen“, so von der Leyen laut dpa.

Astrazeneca-Impfstoff: Ab Freitag soll das Vakzin in Deutschland wieder verimpft werden

Update vom 18. März, 20.40 Uhr: Die Europäische Arzneimittelbehörde hat ihre Entscheidung zum Corona-Impfstoff von Astrazeneca getroffen. Nachdem am Nachmittag unter anderem Italien angekündigt hatte, wieder mit Astrazeneca zu impfen, zog am Abend Deutschland nach: Ab Freitag soll hierzulande wieder mit dem Vakzin geimpft werden. Das kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in einer eigens einberufenen Pressekonferenz an.

Das sei ein wichtiges, gemeinsames Zeichen, so Spahn. „Die Kampagne muss jetzt zügig weitergehen.“ Es gehe immer um eine Abwägung von Nutzen und Risiko bei Impfstoffen. Gegenüber den Menschen im Land bestehe eine gewisse „Vorsorgepflicht“, begründete Spahn die zwischenzeitliche Impf-Pause. Die Entscheidung, die Impfungen mit Astrazeneca auszusetzen, sei ihm nicht leichtgefallen.

Astrazeneca-Impfstoff: Lauterbach erwartet keinen langfristigen Vertrauensverlust

Update vom 18. März, 18.52: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erwartet nicht, dass es einen langfristigen Vertrauensverlust in den Impfstoff von Astrazeneca geben wird. „Von dem Schaden am Vertrauen in den Astrazeneca-Stoff wird am Ende nicht viel übrig bleiben“, sagte er dem Nachrichtenportal Watson. „Wir werden uns damit abfinden, dass es in seltenen Fällen auch schwere Nebenwirkungen gibt.“ Lauterbach betonte, dass das eigentliche Problem der Mangel an Impfstoff sei. Davon sei nach wie vor zu wenig vorhanden, so der 58-Jährige.

Update vom 18. März, 17.30 Uhr: Fazit: Die Europäische Arzneimittel-Agentur empfiehlt, die Impfungen gegen das Coronavirus mit dem Impfstoff von Astrazeneca fortzusetzen. Das gab die EMA an diesem Donnerstagnachmittag in Amsterdam bekannt.

Mehrere EU-Länder, darunter auch Deutschland, hatten die Impfungen zuvor wegen mehrerer Thrombose-Fälle im zeitlichen Zusammenhang mit den Impfungen vorübergehend eingestellt. Laut EMA gebe es aber „bisher keinen nachweisbaren Zusammenhang“ zwischen den aufgetretenen Hirnvenen-Thrombosen und Verimpfungen mit Astrazeneca. Noch am Montag hat der deutsche Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) bei „hart aber fair“ in der ARD gesagt: „Die Thrombosen sind eine Komplikation des Impfstoffs. Das wird dabei rauskommen. Ich rechne damit, dass die Prüfung ungefähr eine Woche dauern wird und dass man danach eine klare Warnung ausspricht.“ Weder das Eine noch das Andere passierte nun.

Im Gegenteil: Der Wirkstoff sei in EU und Großbritannien bereits mehr als 18 Millionen Menschen verimpft worden und es habe fast keine Berichte über schwere Nebenwirkungen gegeben, erklärte die EMA. Der Impfstoff habe vielmehr eine hohe bis sehr hohe Wirksamkeit, heißt es in der Begründung weiter, und Astrazeneca habe für die Corona-Impfkampagne eine große Bedeutung. Die Empfehlung zusammengefasst: Es soll weiter geimpft werden, weil der Nutzen um ein Vielfaches größer sei als mögliche Risiken.

Hier können Sie die Pressekonferenz noch einmal nachverfolgen (Video)

Corona-Impfstoff von Astrazeneca: EMA spricht Empfehlung aus - es soll weiter verimpft werden

Update, 17.27 Uhr: Das war es auch schon mit der Pressekonferenz der EMA in Amsterdam!

Update, 17.23 Uhr: Gibt es eine Risikogruppe mit Blick auf Thrombosen und Impfungen? „Insbesondere jüngere Frauen“*, lautet die Antwort der EMA, im Moment sei es „aber noch zu früh“ für eine zweifelsfreie Aussage. So könne es sein, dass „in dieser Bevölkerungsgruppe in manchen Ländern mehr geimpft wurde“. Auch das müsse „noch eingehend untersucht werden“.

Update, 17.20 Uhr: Wie konnte es zu den Hirnvenen-Thrombosen kommen? Im Augenblick sieht die EMA nicht genügend Informationen, „um eine Warnung auszusprechen“. Es bräuchte „weiterführende Untersuchungen“.

Update, 17.15 Uhr: Das Ergebnis: Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA empfiehlt die Fortsetzung der Impfungen mit Astrazeneca in der Europäischen Union (EU) und damit auch in Deutschland.

Astrazeneca-Impfstoff: EMA empfiehlt weitere Impfungen mit dem Vakzin

Update, 17.12 Uhr: Die entscheidende Botschaft der EMA-Expertin Frau Dr. Sabine Straus: „Es konnte kein eindeutiger Zusammenhang hergestellt werden.“ Die Thrombosen und die Impfungen stünden nicht einwandfrei in Verbindung zueinander. Es soll aber im Beipackzettel einen Hinweis geben und Ärzte sowie Krankenpfleger nochmal darauf hingewiesen werden.

Update, 17.10 Uhr: Eine Expertin der EMA schilderte, dass rund um die Uhr an der Einschätzung gearbeitet worden sei. Insbesondere die Blutgerinnsel seien als Nebenwirkung auf den Prüfstand gekommen. Immer wieder ist von „extrem seltenen Fällen“ die Rede, „in den ersten vier bis 17 Tagen nach der Verimpfung“. Nochmal zur Einordnung: In Einzelfällen waren Hirnvenen-Thrombosen nach Impfungen mit Astrazeneca festgestellt worden.

Update, 17.08 Uhr: Laut Cooke seien in der EU bereits mehr als sieben Millionen Menschen mit dem Astrazeneca-Impfstoff geimpft worden, in Großbritannien seien es mehr als elf Millionen Menschen.

EMA zu Corona-Impfstoff von Astrazeneca: Nutzen überwiegt die riskanten Nebenwirkungen

Update, 17.06 Uhr: Laut EMA werden die Nebenwirkungen stets nachvollzogen und verfolgt. „Dieses Vakzin hat mindestens 60 Prozent Effizienz in der Vermeidung von Covid-19 erwiesen“, sagt sie und erklärt, dass andere Daten noch eine viel höhere Wirksamkeit ausweisen würden.

Die Experten der EMA hätten tagelang intensiv gearbeitet, um zu einer Einschätzung zu kommen. Auch medizinische Experten zum Thema Thrombose seien gehört worden. „Wenn man Millionen Menschen impft, ist es nicht ausgeschlossen, dass schwere Nebenwirkungen auftreten können. Es geht darum, diese schnell zu identifizieren und einen Zusammenhang zur Impfung herzustellen“, erklärt Cooke weiter.

Update, 17.03 Uhr: Der Ausschuss für Risikobewertung sei zu einer Schlussfolgerung gekommen: „Dies ist ein sicherer und guter Impfstoff. Der Schutz, den er Menschen vor Krankenhausaufenthalten bietet, überwiegt. Es hat eine Anzahl von sehr seltenen und sehr schwerwiegenden Fällen von Hirn-Thrombosen gegeben“, erklärt EMA-Direktorin Emer Cooke.

Aufgrund der Auswertungen von Daten und Krankenhausberichten könne ein Zusammenhang nicht ausgeschlossen werden. Deshalb schlägt die EMA vor, dass es einen Produkthinweis auf die Nebenwirkung gibt, damit diese besser angegangen werden kann.

Update, 17.02 Uhr: Los geht es mit der EMA-Pressekonferenz in Amsterdam!

Corona-Impfungen mit Astrazeneca: Bedenken in Deutschland mit Blick auf den Impfstoff

Update vom 18. März, 16.50 Uhr: Gleich geht es los mit der Pressekonferenz der EMA zum Astrazeneca-Impfstoff. Wir sind hier live für Sie dabei!

Update vom 18. März, 16.15 Uhr: Die EMA hat sich geäußert - zumindest dazu, wann die Pressekonferenz zu Astrazeneca im wahrsten Sinne des Wortes über die Bühne gehen soll. 17 Uhr ist der neue Termin.

Update vom 18. März, 16.05 Uhr: Noch läuft die Pressekonferenz der EMA nicht. In Amsterdam wird sich offenbar noch weiter beraten. Hier verpassen Sie nichts.

Update vom 18. März, 15.50 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) macht sich große Sorgen, dass Astrazeneca in Deutschland auch im Falle einer Zulassung durch die EMA überhaupt noch vom Großteil der Bürger akzeptiert wird.

Der Franke bringt deshalb Impfungen „auf eigenes Risiko“ ins Spiel. „Ich würde es auch nicht wegschmeißen, auch wenn es nicht zugelassen wird“, sagte der CSU-Chef an diesem Donnerstag nach der digitalen Länderkonferenz in München.

Corona-Impfungen mit Astrazeneca: Pressekonferenz der EMA am Nachmittag

Update vom 18. März, 15.30 Uhr: Um 16 Uhr soll sich die EMA zu Astrazeneca äußern. Das ist der neueste Stand. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Update vom 18. März, 15.10 Uhr: Nach der Konferenz der Regierungschefs der Bundesländer läuft eine Pressekonferenz mit Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

Beide Regierungschefs auf Länderebene werben nachdrücklich für Vertrauen in und weitere Impfungen mit dem Wirkstoff von Astrazeneca gegen das heimtückische Coronavirus. Zudem teilen beide Politiker mit, dass der verschobene Impf-Gipfel zwischen Bund und Ländern am morgigen Freitag nachgeholt werden soll.

Corona-Impfungen mit Astrazeneca: Großbritanniens Außenminister - Impfstoff „rettet Leben“

Update vom 18. März, 14.45 Uhr: Großbritannien lässt Deutschland bei den Corona-Impfungen ganz schön alt aussehen. Mitte März hat das Vereinigte Königreich bereits mehr als 25 Millionen Menschen eine Erstimpfung gegen das Coronavirus verabreicht.

Zum Vergleich: Laut Impfdashboard des Bundesgesundheitsministeriums waren es in Deutschland am 18. März 6,97 Millionen Erstimpfungen. Und während es in der Bundesrepublik große Bedenken gegen Astrazeneca gibt, wird zwischen London, Cardiff und Manchester geimpft, was Astrazeneca hergibt.

„Die britsiche Arzneimittelbehörde hält ihn für sicher. Und er rettet Leben“, sagte Großbritanniens Außenminister Dominic Raab im Gespräch mit RTL/n-tv.

Corona-Impfungen mit Astrazeneca: 13 gemeldete Fälle von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen

Update vom 18. März, 13.35 Uhr: Sind die Nebenwirkungen von Astrazeneca zu riskant? Dieser Frage ist in den vergangenen Tagen die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA nachgegangen - und wird sich wohl im Verlauf des Donnerstags dazu äußern.

Inzwischen gebe es 13 gemeldete Fälle von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zu Impfungen mit dem Wirkstoff gegen Corona, teilt derweil das Bundesgesundheitsministerium mit. Ob die Bedenken in der Bevölkerung zerstreut werden können?

Corona-Impfstoff von Astrazeneca: Zusammenhang zwischen Pille, Rauchen und Impfung?

Update vom 18. März, 12.15 Uhr: Immer mehr Punkte zur EMA-Entscheidung zu den Impfungen mit Astrazeneca dringen nach außen. Und die Einzelheiten haben es in sich.

Wie der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, Frank Bergmann, der Rheinischen Post erklärte, könnte es bei den Risiken einen Zusammenhang zwischen Rauchen, der Anti-Baby-Pille für die Frau als Verhütungsmittel und Impfungen* geben.

Er schließt deshalb Einschränkungen wie zum Beispiel Impfungen mit Astrazeneca „etwa nur für bestimmte Altersgruppen oder beispielsweise ohne gleichzeitige Nutzung der Pille“ nicht aus.

Corona-Impfstoff von Astrazeneca: Thrombosen nach Impfungen werden von der EMA untersucht

Erstmeldung vom 18. März: München/Amsterdam - Es gab reichlich Diskussionen. Einmal mehr in der Coronavirus-Pandemie in Deutschland. Diesmal als Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)* den vorläufigen Impfstopp mit Astrazeneca in der Bundesrepublik wegen Bedenken um mögliche Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca verkündete.

Zuvor hatte es sieben Thrombose-Fälle nach Impfungen mit dem Wirkstoff des schwedisch-britischen Herstellers gegeben - samt gesellschaftlicher Verunsicherung.

Corona-Impfungen mit Astrazeneca: EMA registriert weniger Thrombose-Fälle „als erwartet“

An diesem Donnerstag (18. März) nun will die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA ihre Empfehlung für die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) aussprechen. Schon im Vorfeld sickerten erste Erkenntnisse nach den Prüfungen der bisher vorhandenen Daten zu den Impfungen mit Astrazeneca durch.

Wie die Bild (hinter einer Bezahlschranke) berichtet, wurden 15 Fälle (elf Frauen, vier Männer) zur Kenntnis genommen, in denen Geimpfte eine sogenannte tiefe Venen-Thrombose aufwiesen. Ein Trend sei jedoch nicht erkennbar. Mehr noch: Die bisher registrierten Thrombose-Fälle seien „signifikant geringer als die erwartete Anzahl an Ereignissen“. Es deutet sich also eine Empfehlung zum Weiterimpfen mit dem Mittel an.

Verfolgen Sie alle Entwicklungen zu den Astrazeneca-Impfungen hier im News-Ticker. (pm) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Christophe Ena/dpa

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