News-Ticker für Deutschland

Corona-Pandemie: Berlins Bürgermeister schimpft über Ignoranz bei Bootsparty 

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller kündigt nach der Bootsparty mehr Kontrollen an. Die Corona-Infektionszahlen bleiben niedrig. Der News-Ticker.

  • Das Coronavirus Sars-CoV-2* hat Deutschland weiter im Griff.
  • Bund und Länder wollen wegen Covid-19 die Kontaktbeschränkungen bis Ende Juni verlängern.
  • Partys trotz Corona an Pfingsten in Berlin sorgen für Entsetzen.

+++ 16.19 Uhr:  Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat die Bootsdemonstration vom Pfingstsonntag scharf kritisiert und mehr Kontrollen angekündigt. „Ich sehe mit Sorge, was wir am Wochenende in Berlin erlebt haben“, sagte er bei der Plenarsitzung im Abgeordnetenhaus. Er habe für Partys unter dem Deckmantel der Demonstration nicht das geringste Verständnis.

Das sei eine Form der Ignoranz, die nicht nur die gefährde, die sich direkt am Uferstreifen aufgehalten hätten. „Das ist unverantwortlich“, sagte Müller. „Wir werden die Situation im Blick behalten und auch stärker kontrollieren.“

Am Pfingstsonntag waren bei der Versammlung „Für die Kultur - Alle in einem Boot“ bis zu 400 Boote von der Spree über den Landwehrkanal nach Kreuzberg gezogen. Die Veranstalter wollten nach eigenen Angaben auf die Bedrohung der Clubkultur aufmerksam machen, nachdem die Clubs seit Wochen nicht mehr öffnen dürfen.

Corona in Deutschland: Zahlen bleiben auf niedrigem Niveau

+++ 14.15 Uhr: Mehrere Wochen nach Inkrafttreten der ersten Lockerungen von Corona-Schutzmaßnahmen bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen weiter auf verhältnismäßig geringem Niveau. Zuletzt meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland 394 Corona-Infektionen binnen eines Tages, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag mitteilte. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 182.764 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt (Datenstand 04.06. 0 Uhr).

+++ 13.00 Uhr: Die Regierungskoalition hat als Teil ihres Konjunkturpakets ein Hilfsprogramm für die Kulturbranche angestoßen. „Mit zusätzlich einer Milliarde Euro unterstützen wir den Neustart des kulturellen Lebens in Deutschland und stellen die Weichen auf Zukunft“, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) am Donnerstag in Berlin. Kinos, Musikclubs, Gedenkstätten, Museen, Theater, Festivals und viele andere Kultureinrichtungen könnten damit nach der Corona-Zwangspause baldmöglichst wieder ihre Tore öffnen. Wie Grütters weiter erklärte, hat das Kulturpaket vier Bausteine. 

Bis zu 450 Millionen Euro seien als Nothilfe für Kulturschaffende gedacht, etwa Freiberufler oder Soloselbstständige, denen durch die Pandemie sämtliche Einnahmen weggebrochen seien. Aber auch private Kinos, Theater und Galerien sollten hiervon profitieren. Mit 250 Millionen Euro würden darüber hinaus pandemiebedingte Investitionen in Kultureinrichtungen etwa für Hygienekonzepte oder Online-Ticketing-Systeme unterstützt. Weitere 150 Millionen seien für alternative digitale Kulturangebote vorgesehen.

Solidarität der EU bezüglich Impfstoff betont

+++ 10.40 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die Verantwortung der Europäischen Union in der Frage eines Corona-Impfstoffes betont. „In dieserCorona-Krise gilt es, gut sich zu koordinieren, aber vor allen Dingen auch miteinander Solidarität zu zeigen, füreinander zu sorgen“, sagte von der Leyen am Donnerstag im Bayerischen Rundfunk vor einer internationalen Geberkonferenz. 

Die Europäische Kommission müsse einerseits für die europäischen Bürger sicherstellen, „dass wir einen Impfstoff nicht nur entwickeln, sondern der auch zugänglich ist“. Es müsse aber auch an die Nachbarn gedacht werden. Als Beispiele nannte von der Leyen Afrika und den Westbalkan.

Aktuelle Corona-Fallzahlen

+++ 8.00 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Donnerstag mit 182.764 angegeben - ein Plus von 394 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 184.121 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 8581 Todesfälle und damit 30 mehr als am Vortag, die JHU 8602 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug laut RKI etwa 167.800.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, ist nach aktuellsten RKI-Angaben erneut unter die kritische Marke von 1,0 gerutscht, nämlich auf 0,71 (Datenstand 3.6. 0 Uhr).

Coronavirus: Pharmaindustrie hofft auf Impfstoff in 2020

Update vom Donnerstag, 04.06.2020, 06.40 Uhr: Die Pharmaindustrie macht Hoffnung auf ein baldiges Ende der Corona-Pandemie. Ein Impfstoff oder sogar mehrere gegen das neuartige Virus könnten bis Ende des Jahres einsatzbereit sein, heißt es aus der Branche. Doch selbst wenn dies tatsächlich gelingt, sind noch einige große logistische Herausforderungen zu meistern, um weltweit massenhaft gegen dasCoronavirus impfen zu können.

Albert Bourla von Pfizer verbreitet Optimismus. „Wenn es gut läuft und wir Sicherheit und Wirksamkeit ausreichend belegen können, könnten wir Ende Oktober einen Impfstoff haben“, meint der Konzernchef. Das US-Unternehmen testet zusammen mit der deutschen Firma Biontech einenImpfstoff.

Weltweit forschen mehr als hundert Labore an einer Immunisierung gegen das neuartige Coronavirus. Zehn Impfstoffkandidaten werden bereits am Menschen getestet.

Corona-Krise in Deutschland: Konjunkturpaket beschlossen

+++ 22.37 Uhr: Die Spitzen der schwarz-roten Koalition haben sich im Kampf gegen die Folgen der Corona-Krise auf eine Senkung der Mehrwertsteuer geeinigt. Vom 1. Juli an bis zum 31. Dezember 2020 soll der Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent auf 16 Prozent und für den ermäßigten Satz von 7 Prozent auf 5 Prozent gesenkt werden, wie aus einem der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch vorliegenden Beschlusspapier hervorgeht.

Die finanziell schwer getroffenen Kommunen bekommen wegen der Corona-Krise Milliardenhilfen vom Bund. Die Spitzen von CDU, SPD und CSU einigten sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur darauf, dass Ausfälle bei den Gewerbesteuereinnahmen von Bund und Ländern zusammen ausgeglichen werden.

Darüber hinaus sollen Familien wegen der Corona-Krise Geld vom Staat bekommen. Die Spitzen von Union und SPD einigten sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur auf einen Kinderbonus von einmalig 300 Euro pro Kind, der mit dem Kindergeld ausgezahlt werden soll. 

Alle Beschlüsse des Konjunkturpakets finden Sie in unserer Übersicht.

Corona in Deutschland: Union und SPD einigen sich auf Milliarden-Hilfspaket

+++ 21.37 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch in Göttingen im Zusammenhang mit mehreren privaten Familienfeiern ist die Zahl der positiv auf das Virus getesteten Menschen auf mehr als hundert gestiegen. In der Stadt Göttingen seien 86 Infektionen festgestellt worden, hinzu kämen 18 Infektionen im umliegenden Landkreis sowie eine noch nicht zugeordnete Infektion, teilte die niedersächsische Stadt am Mittwochabend mit. Weitere 218 Menschen seien als Kontaktpersonen ersten Grades unter Quarantäne gestellt worden. 

Nach Angaben der Stadt befinden sich drei der Infizierten in stationärer Behandlung, ein Patient muss demnach künstlich beatmet werden. Die Behörden bereiten derzeit einen Massentest in einem Hochhauskomplex vor, in dem es Ende Mai private Feierlichkeiten gegeben hatte. Insgesamt sollen laut der Stadt zwischen 600 und 700 Bewohner des Komplexes noch in dieser Woche auf Sars-CoV-2 getestet werden.

Lesen Sie alle Zahlen in unserem Ticker zu Corona in Hessen*.

Corona in Deutschland: Union und SPD ringen um Milliardenhilfen 

+++ 19.55 Uhr: Die Verhandlungen über das milliardenschwere Konjunkturprogramm in der Corona-Krise sind für die Spitzen der schwarz-roten Koalition zur Geduldsprobe geworden. Auch am zweiten Tag rangen Union und SPD im Kanzleramt stundenlang um entscheidende Knackpunkte wie Kaufprämien für Autos und Zuschüsse für Familien. 

Am frühen Abend zeichnete sich noch kein Durchbruch ab. Teilnehmer rechneten damit, dass die Gespräche sich erneut bis in die Nacht ziehen könnten. Es gab immer wieder längere Pausen, in denen Union und SPD getrennt voneinander berieten. Bereits im Vorfeld wurden harte Verhandlungen erwartet. Am Verhandlungstisch saßen neben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) die Partei- und Fraktionschefs der Koalitionspartner. Weil die Vorstellungen noch weit auseinander lagen, hatten sie in der Nacht zum Mittwoch ihre Gespräche nach rund neun Stunden zunächst unterbrochen. Ziel war eine Einigung am Mittwoch.

Schlauchboot-Party in Berlin: Spahn mahnt Disziplin an, auch Virologe warnt

+++ 15.35 Uhr: Angesichts eines Party-Protests mit 400 Schlauchbooten auf einem Berliner Kanal hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Disziplin angemahnt. „Diese Bilder bereiten mir Sorgen“, schrieb der Minister auf Twitter. „Beim Feiern verbreitet sich das Virus besonders leicht.“ 

Zwar seien die Infektionszahlen in Deutschland aktuell auf niedrigem Niveau. „Gleichwohl sind wir noch mitten in der Pandemie. Lasst uns das Erreichte sichern und weiterhin im Alltag aufeinander Acht geben“, schrieb Spahn. 

Auch der Virologe Friedemann Weber zeigte sich angesichts der Bilder aus Berlin und des Corona-Ausbruchs in Göttingen besorgt. Prinzipiell sei die Lage zwar eher erfreulich, sagte er in einem Interview der „Rhein-Neckar-Zeitung“ mit Blick auf die Infektionszahlen. „Die Bilder von Menschen in Parks und am Wasser, die dicht zusammensitzen, sind aber beunruhigend.“

Die Ansteckungsgefahr mit dem Virus sei in geschlossenen, schlecht belüfteten Räumen am höchsten - „das bedeutet aber nicht, dass die Gefahr im Freien nicht gegeben ist“. Es sei absehbar, dass es wieder zu kleinen Coronavirus-Ausbrüchen kommen werde, sagte der Direktor des Instituts für Virologie an der Uni Gießen weiter. „Wir müssen dann viel Mühe aufwenden, um diese Ausbrüche zu kontrollieren.“ 

Es sei leider denkbar, dass es auch weiterhin keine Großveranstaltungen geben werde. „Göttingen zeigt dies. Die Menschen haben sich offenbar nicht an die Regeln gehalten und schon explodieren die Infektionszahlen.“ 

Corona-Krise: Rot-Rot-Grün und CDU planen Familienbonus von 100 Euro pro Kind

+++ 13.45 Uhr: Die Fraktionen von Linke, SPD, Grüne und CDU in Thüringen wollen zusammen einen Familienbonus von einmalig 100 Euro für jedes Kind bis 18 Jahren auf den Weg bringen. Wie mehrere der beteiligten Fraktionen am Mittwoch mitteilten, verständigte man sich nach mehrstündigen Beratungen auf Soforthilfen zur Bewältigung derCorona-Krise.

 Die Einigung sieht unter anderem 185 Millionen Euro Hilfe für Kommunen sowie zusätzlich 15 Millionen Euro für die Kurorte vor. Außerdem sollen die Kindergartenbeiträge aller Eltern für die Monate April, Mai und Juni erstattet werden. Davon sollen auch Eltern profitieren, die ihre Kinder in die Notbetreuung gegeben haben. Das Gesamtpaket soll am Freitag während einer Sondersitzung im Landtag verabschiedet werden.

Arbeitslosenzahl wegen Corona weiter gestiegen

+++ 10.30 Uhr:Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Mai wegen der Folgen der Corona-Krise im Vergleich zum April noch einmal um 169 000 auf 2,813 Millionen Menschen gestiegen. 

Die Arbeitslosenquote kletterte um 0,3 Punkte auf 6,1 Prozent, teilte die Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Nürnberg mit. Im Vergleich zum Mai 2019 ging die Arbeitslosigkeit sogar um 577 000 Personen nach oben.

Die Arbeitslosigkeit ging damit im Mai weniger stark nach oben, als im April. Damals waren mehr als 300 000 Menschen wegen der Corona-Krise in die Arbeitslosigkeit gegangen. Normalerweise erlebt der Arbeitsmarkt sowohl im April als auch im Mai einen Frühjahrsaufschwung, die Zahl der Arbeitslosen geht um diese Jahreszeit saisonbedingt üblicherweise nach unten.

Im Mai wurde von den Unternehmen für weitere 1,06 Millionen Menschen Kurzarbeit angezeigt, teilte die Arbeitsagentur weiter mit. Diese kommen zu den bereits zuvor getätigten Anzeigen für 10,66 Millionen Menschen hinzu.

Die aktuellen Corona-Fallzahlen

+++ 9.00 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Mittwoch mit 182.370 angegeben - ein Plus von 342 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 183.879 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 8551 Todesfälle und damit 29 mehr als am Vortag, die JHU 8563 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug laut RKI etwa 167.300.

+++ 7.00 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet 342 Corona-Infektionen binnen eines Tages. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 182 370 Menschen in Deutschland nachweislich mitSars-CoV-2 angesteckt (Datenstand 03.06. 0 Uhr). 

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, ist nach aktuellsten RKI-Angaben wieder unter die kritische Marke von 1,0 gerutscht, nämlich auf 0,89 (Datenstand 2.6. 0 Uhr). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als eine weitere Person ansteckt.

Alle Schulen in Göttingen wegen Corona geschlossen

Update, 3.6.2020, 6.30 Uhr: Nach einem Coronavirus-Ausbruch in Göttingen im Zusammenhang mit privaten Familienfeiern werden alle Schulen in der niedersächsischen Stadt geschlossen. Die präventiven Schulschließungen gelten bis zum Wochenende, wie die Stadtverwaltung am Dienstagabend mitteilte. Auch werden fünf Kitas in der Stadt sowie eine Reihe von Schulen im Umfeld von Göttingen bis zum Wochenende geschlossen.

+++ 21.31 Uhr: Nach privaten Feiern zum muslimischen Zuckerfest in Göttingen sind weiterhin mehrere Hundert Menschen in Quarantäne. Es handele sich um 230 Personen in Stadt und Landkreis sowie 140 im restlichen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, sagte die Leiterin des Krisenstabs in Göttingen, Petra Broistedt (SPD), am Dienstag. Die Zahl der Infizierten liege aktuell bei 80 Personen. Dieser Wert könne sich aber erhöhen, es stünden noch Testergebnisse aus.

Weltärztechef warnt vor Superspreaderevents

+++ 19.00 Uhr: Frank Ulrich Montgomery, Chef des Weltärzteverbandes, hat der Politik eine Mitschuld an einer Bootsparty in Berlin gegeben. Am Wochenende hatten tausende Menschen trotz der Corona-Krise gefeiert. „Bei dem Chaos an regional unterschiedlichen Bestimmungen muss sich niemand wundern, wenn bei manchen Menschen der Eindruck entsteht, nun brauche man gar keine Regeln mehr einzuhalten“, so Montgomery gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Dass die Lockerungen nach dem Corona-Lockdown von Land zu Land unterschiedlich erfolgten, überfordere die Bürger. „Selbst diejenigen, die Verantwortung zeigen wollen, verstehen nicht mehr, warum sie etwas nicht dürfen, was andernorts schon wieder zugelassen worden ist“, sagte der Chef des Weltärzteverbandes. „Das entstandene Chaos führt zu Verunsicherung, und wozu das führen kann, sehen wir jetzt in Berlin.“ Außerdem sagte er, dass eine Bootsparty „das Potenzial berge, zum nächsten Superspreader-Event für das Coronavirus zu werden.“ 

Coronavirus: Weitere Lockerungen in Schleswig-Holstein 

+++ 17.27 Uhr: In Schleswig-Holstein sollen von Montag an wieder Besuche in Schwimmbädern und Freizeitparks möglich sein. Auch Hallenbäder sollen grundsätzlich mit entsprechenden Konzepten und Auflagen wieder öffnen dürfen. Darauf haben sich die drei Koalitionsfraktionen von CDU, Grünen und FDP am Dienstag verständigt. Außerdem seien Zusammenkünfte von bis zu zehn Personen sowohl im privaten wie im öffentlichen Raum wieder zulässig. 

Die Maskenpflicht im öffentlichen Raum, die vor allem den öffentlichen Nahverkehr sowie Einkäufe betrifft, bleibe bestehen. Die entsprechende Rechtsgrundlage für die Pläne will die Landesregierung am Freitag beschließen. „Mit der heutigen Einigung gehen wir einen weiteren Schritt auf dem Weg hin zu einer Logik, die jeden Einzelnen von uns weiter in die Pflicht nimmt“, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU).

Corona in Deutschland: Krisenstab droht Quarantäne-Brechern in Göttingen mit Einweisung

+++ 15.30 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch in Göttingen mit 68 Infizierten hat der Krisenstab der Landesregierung möglichen Quarantäne-Brechern mit einer Einweisung gedroht. Wer sich nicht an eine Quarantäne-Auflage halte, begehe eine Straftat und könne vom Gericht in eine geschlossene Einrichtung überstellt werden, sagte Claudia Schröder, die stellvertretende Leiterin des Krisenstabs. 

Weil Dutzende mögliche Betroffene in Göttingen über das Pfingstwochenende zunächst nicht freiwillig zu einem Test erschienen seien, sei das Gesundheitsamt mit Unterstützung der Polizei bei den Menschen vorstellig geworden. „Das läuft jetzt auch“, sagte Schröder zum Erfolg des „robusten Zugehens“ auf die Betroffenen. 

Corona-Ausbruch in Göttingen: Stadt sieht Familienfeiern als Ursprung 

Die Stadt Göttingen geht unterdessen weiter davon aus, dass sich die Corona-Infizierten vor allem bei Treffen in privaten Räumlichkeiten mit dem Virus angesteckt haben. „Wir wissen, dass das Ausbruchsgeschehen mit mehreren privaten Familienfeiern in Zusammenhang steht“, sagte Stadtsprecherin Cordula Dankert. 

Einen Medienbericht, wonach sich das Coronavirus mutmaßlich beim Zuckerfest (Fest des Fastenbrechens) am 23. oder 24. Mai in einer Göttinger Moschee verbreitet haben soll, konnte sie nicht bestätigen. Die Rolle einer Shisha-Bar, die unerlaubt geöffnet war und der nun ein Bußgeld droht, ist ebenfalls unklar. 

„Wir gehen allen Hinweisen nach, die wir haben, und versuchen ein möglichst umfassendes Bild zu bekommen“, so Dankert. „Oberste Priorität hat im Moment die Nachverfolgung der Infektionsketten.“ Dennoch werde geprüft, ob Betroffene gegen Hygiene- und Abstandsregeln verstoßen haben.

Corona-Quarantäne führte zu mehr Gewalt gegen Frauen und Kinder

+++ 14.35 Uhr: Mehr Streit, mehr Angst - und mehr Schläge: Besonders bei Familien in Quarantäne und bei akuten finanziellen Sorgen haben Frauen während der Corona-Krise häusliche Gewalt erfahren. 10,5 Prozent der Kinder und 7,5 Prozent der Frauen, die sich zu Hause in Quarantäne befanden, wurden Opfer körperlicher Gewalt, wie die jetzt von der Technischen Universität (TU) München veröffentlichte erste große Studie zu Erfahrungen von Frauen und Kindern in Deutschland in der Corona-Zeit ergab. Ähnliche Hinweise auf häusliche Gewalt während der Corona-Krise gibt es auch aus anderen Ländern.

Den durch eine repräsentative Umfrage ermittelten Daten zufolge berichteten 3,6 Prozent aller Frauen, in der Zeit der strengen Kontaktbeschränkungen von ihrem Ehemann oder Lebensgefährten vergewaltigt worden zu sein. 3,1 Prozent aller Frauen gaben an, mindestens einmal eine körperliche Auseinandersetzung wie Schläge erlebt zu haben. In 6,5 Prozent aller Haushalte wurden Kinder körperlich bestraft.

Corona-Krise in Deutschland: Partys an Pfingsten sorgen für Entsetzen  

+++ 12.00 Uhr: Die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hat sich schockiert über die Partyansammlungen in der Hauptstadt an Pfingsten gezeigt. Sie sei „entsetzt“, erklärte Kalayci. „Ich habe es am Anfang der Pandemie gesagt und sage es heute: Es ist nicht die Zeit für Partys“, mahnte die Senatorin.

Die Gesundheitssenatorin erinnerte daran, dass die Berliner Partyszene und Klubs zu Beginn der Corona-Pandemie Hotspots für Infektionen waren. Sie habe Verständnis für die schwierige wirtschaftliche Lage der Klubs, erklärte Kalayci. „Aber das, was am Wochenende auf dem Landwehrkanal passierte, ist in Pandemiezeiten grob fahrlässig.“ Die SPD-Politikerin mahnte, das Coronavirus sei „nach wie vor da und eine Gefahr für die Gesundheit aller Menschen“.

Corona in Deutschland: Reproduktionszahl steigt an

Update vom Dienstag, 02.06.2020, 08.45 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Dienstag mit 182.028 angegeben - ein Plus von 213 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 183.594 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 8522 Todesfälle und damit elf mehr als am Vortag, die JHU 8555 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug laut RKI etwa 166.400.

Das RKI weist darauf hin, dass es aufgrund von Qualitätsprüfungen noch zu Änderungen der tagesaktuellen Daten kommen kann. 

Dutzende Corona-Fälle in Göttingen

+++ 22.53 Uhr: In Göttingen sind nach mehreren privaten Familienfeiern mindestens 68 Menschen positiv auf Corona getestet worden. Die Ergebnisse weiterer Tests stünden noch aus, teilte die Stadt am Abend mit. Eine Person werde weiterhin stationärer behandelt.

Die Behörden in Göttingen arbeiten mit Hochdruck daran, alle Personen ausfindig zu machen, die mit den Infizierten Kontakt hatten. 203 Kontaktpersonen ersten Grades seien in Stadt und Landkreis Göttingen identifiziert worden, hieß es. Alle hätten eine Quarantäneverfügung erhalten und sind nun aufgefordert, sich testen zu lassen.

+++ 17.55 Uhr: Die Corona-Reproduktionszahl in Deutschland ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts erneut gestiegen. Demnach lag der R-Wert am Montag (01.06.2020, Stand 0 Uhr) bei 1,2. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa eine weitere Person ansteckt. Bereits am Vortag stieg die Reproduktionszahl von 1,03 auf 1,04. 

Corona in Deutschland: 1500 Menschen feiern Techno-Party in Berlin

+++ 16.05 Uhr: Tausende Menschen in Berlin haben am Sonntag (31.05.2020) mitten in der Corona-Krise eine Techno-Party gefeiert. Zunächst war nur eine Demonstration geplant, bei der Versammlung „Für die Kultur – Alle in einem Boot“ kamen nach Polizeiangaben aber immer mehr Menschen in Schlauchbooten zusammen. Zwischenzeitlich waren es rund 300 bis 400 Boote.

Rund 1500 Menschen hielten sich auf dem Wasser und an Land auf. Der Veranstalter beendete die Versammlung „aufgrund der nicht eingehaltenen Abstände zueinander und von Beschwerden über zu laute Musik“ nach einem Gespräch mit der Polizei am frühen Abend, hieß es.

Nach Angaben der Berliner Clubkommission sei ursprünglich geplant gewesen, dass Menschen mit Abstand am Ufer sitzen und Musik und Redebeiträgen auf den Booten zuhören. Die Organisatoren seien vom Zulauf wohl überrascht worden, sagte ein Sprecher. Die Polizei war mit rund 100 Kräften im Einsatz.

Corona-Massenausbruch in Göttingen (Niedersachsen): Shisha-Bar im Zentrum der Infektionen

+++ 15.36 Uhr: Eine Shisha-Bar steht im Zentrum des größeren Corona-Ausbruchs in Göttingen. Was genau in der Bar geschah, ist derzeit noch nicht bekannt. Fest stand am Montag (01.06.2020) nach Angaben einer Sprecherin der Stadt Göttingen bisher nur: Die Bar hatte geöffnet, obwohl sie es wegen der Corona-Auflagen eigentlich noch nicht durfte. Und: Mehrere Menschen, die später an Covid-19 erkrankten, waren zuvor in der Bar.

Ob sie dort gemeinsam aus einer Wasserpfeife rauchten, wie es in Shisha-Bars üblich ist, ist noch offen. „Die Bar wurde geschlossen, nun wird ein Bußgeldverfahren geprüft“, sagte Stadtsprecherin Cordula Dankert.

Corona in Deutschland: Steinmeier dankt Kindern und Eltern

+++ 13.11 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich am Montag bei Kindern und Eltern für das Durchhaltevermögen in der Corona-Krise bedankt. In einem Interview des Kinderkanals KiKA sagte Steinmeier: „Der Kindertag ist gerade in diesen Zeiten besonders wichtig, weil Ihr auf so vieles habt verzichten müssen. Ihr konntet Freunde und Verwandte nicht besuchen, nicht zum Spielen, nicht raus ins Grüne, Kitas und Schulen waren geschlossen. Dass Ihr Euch trotz alledem so gut an die Regeln gehalten habt, finde ich klasse und dafür sage ich herzlich Dank!“

Auch den Eltern danke er. „Eure Eltern haben neben ihrer ganz normalen Arbeit, ob im Betrieb oder im Homeoffice, noch rechtzeitig das Essen auf den Tisch gebracht und Hausarbeiten betreut“, sagte Steinmeier. Davor habe er viel Respekt und sage ganz herzlichen Dank allen Eltern.

Corona in Deutschland: Massenausbruch in Göttingen sorgt für Debatten

Update vom Montag, 01.06.2020, 8.30 Uhr: Die Zahl der Menschen in Deutschland, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, ist im Vergleich zum Vortag gestiegen. Das Robert-Koch-Institut meldet 333 Neuinfektionen im Vergleich zum Vortag und 2.969 mehr Fälle in den letzten sieben Tagen.

Für Debatten sorgt derzeit der Massenausbruch von Corona in Göttingen. Dort haben sich mindestens 36 Menschen auf Privatfeiern angesteckt, 310 Menschen, die im Zusammenhang mit privaten Feierlichkeiten von Großfamilien stehen werden aktuell geprüft. Wie die Stadt Göttingen am Sonntagabend mitteilte, sind einige der Personen trotz Aufforderung des Gesundheitsamtes für Stadt und Landkreis nicht zur Testung auf Covid-19 erschienen, schreibt hna.de*.

Corona-Reproduktionszahl in Deutschland erneut über kritischer Marke

+++ 19.10 Uhr: Die Reproduktionszahl (oder der R-Wert), lag nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vom Sonntag bei 1,04 (Datenstand 31.5. 0 Uhr; Vortag: 1,03). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Vom RKI hieß es zu dem Wert aktuell auch, dass er empfindlich auf kurzfristige Änderungen der Corona-Fallzahlen reagiere, wie sie etwa durch einzelne Ausbruchsgeschehen verursacht werden können. „Dies kann insbesondere bei insgesamt kleinerer Anzahl von Neuerkrankungen zu verhältnismäßig großen Schwankungen führen.“

Seit Mitte Mai gibt das RKI ergänzend ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert (Datenstand 31.5. 0 Uhr) bei 0,90 (Vortag: 0,95). Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.

Corona in Deutschland: Entwickler veröffentlichen kompletten Quellcode der Corona-App

+++ 15.20 Uhr: Das Warten auf die Corona-Warn-App des Bundes geht weiter - doch es gibt Fortschritte. Über Pfingsten hätten die Entwickler „alle restlichen, noch nicht veröffentlichten Quellcodes für die App publiziert“, so Sprecher der Deutschen Telekom und der SAP AG, die die App entwickeln. Damit seien alle Codes der App für die Experten-Community einsehbar.

Beide Konzerne hatten versprochen, die Corona-App möglichst transparent zu entwickeln. In dem Open-Source-Projekt hätten sich bislang über 65 000 freiwillige Software-Experten die bereits veröffentlichten Quellcodes angesehen und eigene Vorschläge für Verbesserungen gemacht. „Dieses Engagement ist herausragend und das klare Zeugnis einer lebendigen Software-Engineering-Kultur in Deutschland“, heißt es in der Erklärung.

Coronavirus in Deutschland: Corona-App soll Betroffene informieren

Die Corona-App soll es Nutzern ermöglichen, eine persönliche „Risikostufe für eine Infektion“ zu ermitteln.  Die App sendet eine Identifikation per Bluetooth aus, die von anderen Apps in der Nähe empfangen werden kann. Wird ein Nutzer später positiv auf Corona getestet, können die anderen betroffenen Anwender über die App informiert werden.

Die Corona-App soll keine Geo-Daten auswerten und keine Ortsinformationen übermitteln. Die Daten der Kontakte werden anonymisiert und dezentral auf dem Smartphone des Nutzers gespeichert. Die erste Version der App soll auf Deutsch und Englisch verfügbar sein, weitere Sprachen - darunter Türkisch - sollen folgen.

Corona in Deutschland: Jeder Dritte will Maskenpflicht lockern oder abschaffen

+++ 10.52 Uhr: Ein Drittel der Deutschen will die Maskenpflicht in der Corona-Krise abschaffen oder zumindest lockern. 19 Prozent der Teilnehmer einer repräsentativen Online-Umfrage des Meinungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur plädierten für eine Abschaffung. Weitere 14 Prozent der 2056 Befragten sind für eine Lockerung.

Zur Eindämmung des Coronavirus gilt seit Wochen eine Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Schutzmaske im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen. Nach Einschätzung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bieten Stoffmasken zwar keinen nachgewiesenen Schutz für den Träger, können für andere aber das Risiko einer Infektion durch Tröpfchen vermindern. Dennoch sollte ein Mindestabstand von 1,50 Meter zu anderen Menschen eingehalten werden.

Eine klare Mehrheit der Befragten sprach sich indes für die Maskenpflicht aus. So sagten 49 Prozent, die Vorgabe solle in der jetzigen Form beibehalten werden. 13 Prozent sind für eine Ausweitung auf weitere Bereiche. In Ostdeutschland plädierten mehr Menschen für Lockerung oder Abschaffung als in Westdeutschland.

Corona in Deutschland: Aktuelle Zahlen – R-Wert steigt über kritische Marke

Update vom Sonntag, 31.05.2020, 9.45 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 286 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 181 482 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt (Datenstand 31.05. 0 Uhr). Das RKI weist darauf hin, dass es aufgrund von Qualitätsprüfungen noch zu Änderungen der tagesaktuellen Daten kommen kann. Außerdem könne die Zahl der neuen Fälle aus technischen Gründen auch Fehler enthalten.

Bislang starben nach RKI-Angaben in Deutschland 8500 nachweislich mit dem Virus Infizierte, damit stieg die Zahl der gemeldeten Toten innerhalb von 24 Stunden um 11. Etwa 165 200 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden, das sind 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach aktuellsten Angaben des Robert Koch-Instituts vom Samstag bei 1,03 (Datenstand 30.5. 0 Uhr; Vortag: 0,85). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa eine weitere Personen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Corona in Deutschland: Reproduktionszahl zum ersten Mal seit Wochen über kritischer Marke

+++ 18.21 Uhr: Die Reproduktionszahl ist in Deutschland nach mehr als zwei Wochen erstmals wieder über die kritische Marke geschnellt. Nach Angaben des Robert-Koch-Institutes betrug der R-Wert am Samstag (30.05.2020, Stand 0 Uhr) 1,03. Dies bedeutet, dass 100 mit Corona infizierte Menschen 103 weitere Personen anstecken. Bereits am Vortag war der Wert deutlich von 0,61 auf 0,85 gesprungen.

+++ 16.54 Uhr: Mitte Juni will das Bundesland Thüringen das wegen der Corona-Pandemie verhängte Kontaktverbot aufweichen. Der Entwurf der neuen Corona-Verordnung sehe vor, dass die Kontaktbeschränkungen dann nur noch als Empfehlung gelten sollten, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Frank Schenker, am Samstag (30.05.2020). Die Vorgabe, dass sich nur Angehörige zweier Haushalte treffen dürfen, wäre dann nicht mehr bindend.

Der Mindestabstand von 1,5 Meter und ein Mund-Nasen-Schutz im ÖPNV sowie in Geschäften werde aber auch mit der neuen Thüringer Corona-Verordnung beibehalten, sagte Schenker.

Corona in Deutschland: Neuer Ausbruch nach Privatfeiern in Göttingen

+++ 14.09 Uhr: In Göttingen (Niedersachsen) hat es einen größeren Corona-Ausbruch gegeben. Mehrere Menschen infizierten sich bei privaten Feiern mit dem neuartigen Virus. Wie das Gesundheitsamt für Stadt und Landkreis mitteilte, sind die Betroffenen zum größten Teil Mitglieder verschiedener Großfamilien. Sie stammen aus Göttingen und Umgebung.

Eine genaue Zahl der Infizierten wurde zunächst nicht genannt. Die Behörde kontaktiert nun Menschen aus dem Umfeld der Infizierten. „Die Anzahl der zu kontaktierenden Personen bewegt sich im dreistelligen Bereich“, hieß es.

Corona in Deutschland: Reproduktionszahl steigt deutlich an

+++ 10.00 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Samstag mit 181.196 angegeben - ein Plus von 738 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 182.922 Infizierte. 

Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 8489 Todesfälle und damit 39 mehr als am Vortag, die JHU 8504 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug laut RKI etwa 164.900.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach aktuellsten Angaben des Robert Koch-Instituts vom Freitag bei 0,85 (Datenstand 29.5. 0 Uhr; Vortag: 0,61). Das bedeutet, dass zehn Infizierte im Mittel mehr als acht weitere Personen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. 

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert (Datenstand 29.5. 0 Uhr) bei 0,85 (Vortag: 0,78). Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.

Corona-Krise in Deutschland: Zahl der Verstöße in manchen Bundesländern rückläufig

Update vom Samstag, 30.05.2020, 08.00 Uhr: Die Zahl der erfassten Verstöße gegen die Corona-Auflagen ist in den ersten Bundesländern rückläufig. Sie gehe kontinuierlich zurück, sagte etwa Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU). Gleichzeitig appellierte er angesichts des langen Pfingstwochenendes an die Bevölkerung, die Abstands- und Hygieneregeln weiter einzuhalten. Die Gefahr durch das Coronavirus sei noch nicht gebannt. 

Vom Innenministerium in Nordrhein-Westfalen gab es bereits vor gut einer Woche solche Meldungen: Waren in denersten Wochen der Corona-Auflagen 2000 bis 2500 Ordnungswidrigkeiten pro Woche im bevölkerungsreichsten Bundesland registriert worden, sank ihre Zahl auf zuletzt gut 300. 

Ein ähnliches Bild ergibt sich in Hessen, wo seit Inkrafttreten des dortigen Corona-Bußgeldkatalogs Anfang April rund 6300 Ordnungswidrigkeiten wegen Verstößen registriert wurden. Davon wurden etwa 5000 allein im April verzeichnet und 1200 im Mai, wie das Innenministerium in Wiesbaden mit Blick auf den Stichtag 27. Mai mitteilte. 

Offen blieb, ob die Rückgänge der Verstöße auch damit zusammenhängen, dass Polizei und Ordnungsämter womöglich inzwischen wieder weniger kontrollieren. In Polizeiberichten der vergangenen Wochen waren immer wieder Beispiele wie Verstöße während Anti-Corona-Demos oder illegale „Corona-Partys“ enthalten.

Corona-Krise in Deutschland: RKI korrigiert Zahl der Neuinfektionen

+++ 15.37 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) rund 560 Corona-Infektionen innerhalb von 24 Stunden gemeldet. Zwar hatte das RKI die Zahl zunächst mit 741 angegeben, allerdings seien darin wegen technischer Probleme auch ältere Fälle enthalten, wie eine RKI-Datenexpertin nun auf Nachfrage erläuterte. 

Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 180.458 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt. Bislang starben nach RKI-Angaben 8450 nachweislich mit dem Virus Infizierte. damit stieg die Zahl der gemeldeten Toten innerhalb von 24 Stunden um 39. Nach RKI-Schätzungen haben 164.100 Menschen die Infektion überstanden, das sind 900 mehr als noch einen Tag zuvor.

Corona-Krise: Europapark will wieder öffnen

+++ 13.10 Uhr: Der Europapark, Deutschlands größter Freizeitpark, öffnet wieder. Allerdings gelten auch hier die üblichen Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz gegen das Coronavirus. So muss im gesamten Park, einschließlich der Fahrgeschäfte, ein Mundschutz getragen werden. Auch in den Wartebereichen vor den Fahrgeschäften kleben nun gelbe Streifen zur Einhaltung der Abstandsregeln. Laufwege sollen den Besuchern eine bessere und sicherere Navigation durch den Park ermöglichen. 

Gegenüber der „tagesschau“ sagte der für den Europapark zuständige Landrat Frank Scherer (parteilos), dass der Europapark groß genug und das Infektionsrisiko im Freien vergleichsweise gering sei. Auch andere Freizeitparks, wie das Phantasialand in Nordrhein-Westfalen oder das Legoland in Bayern werden diese Woche wieder öffnen. 

+++ 10.20 Uhr: Die SPD will den in der Corona-Krise geltenden Kündigungsschutz für Mieter um drei Monate verlängern. SPD-Wohnungsbauexperte Bernhard Daldrup bezeichnete die Verlängerung, die bisher Ende Juni ausläuft, als „sinvoll“, da sich wirtschaftliche Folgen der Corona-Krise „erst mit Zeitverzug voll zeigen“, so Daldrup gegenüber dem „Focus“.

Corona-Krise: Die aktuellen Fallzahlen - R-Wert sinkt erneut 

Update vom Freitag, 29.05.2020, 06.20 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) 741 neue Corona-Infektion innerhalb eines Tages gemeldet. Ingesamt sind damit 180.458 Menschen in Deutschland mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Bislang starben 8450 Menschen an dem Virus, damit stieg die Zahl der gemeldeten Toten auf 39. 

+++ 20.15 Uhr: Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 353 neue Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 179.717 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Donnerstag meldete (Datenstand 28.05.2020, 0 Uhr). Am 2. April war die Zahl der Neu-Infektionen mit rund 6500 auf ihrem bisherigen Höhepunkt gewesen. Seitdem sind die Zahlen – mit tagesabhängigen Schwankungen – kontinuierlich gesunken.

Bislang starben dem RKI zufolge in Deutschland 8411 nachweislich mit dem Coronavirus Infizierte, damit stieg die Zahl der gemeldeten Toten innerhalb von 24 Stunden um 62. 163.200 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden, das sind 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Corona in Deutschland: R-Wert sinkt auf 0,61

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach aktuellsten Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag bei 0,61 (Datenstand 28.05.2020, 0 Uhr; Mittwoch 0,68). Das bedeutet, dass zehn Infizierte im Mittel etwa sechs weitere Personen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Seit Mitte Mai gibt das RKI außerdem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert (Datenstand 27.05.2020, 0.00 Uhr) bei 0,76. Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.

Nach Angaben des RKI haben aktuell rund ein Viertel aller Landkreise innerhalb von sieben Tagen gar keine Corona-Neuinfektionen registriert. Nur eine Handvoll Kreise oder kreisfreie Städte verzeichnet mehr als 25 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche. Allerdings können die RKI-Angaben den Zahlen vor Ort wegen Meldeverzögerungen etwas hinterherhinken.

Immer weniger positive Coronavirus-Tests in Deutschland

+++ 17.55 Uhr: Die Rate der positiven Coronavirus-Tests in Deutschland ist weiter gesunken. Sie lag in der Kalenderwoche 21 bei 1,5 Prozent, wie aus einem am Donnerstag (28.05.2020) veröffentlichten Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. 5116 von knapp 345.000 Tests, die in dem Zeitraum in 172 Laboren durchgeführt wurden, fielen demnach positiv aus. 

Die sogenannte Positivenrate sinkt damit seit Wochen immer weiter: In der ersten Aprilwoche hatte sie noch bei neun Prozent gelegen, bei damals insgesamt rund 408.350 wöchentlichen Tests. Seit Beginn der Corona-Testung sind laut RKI-Bericht knapp vier Millionen solcher Untersuchungen durchgeführt worden. Manche Menschen wurden mehrfach getestet. Inzwischen geben die Labore eine Kapazität von mehr als einer Million Tests pro Woche an.

Erste Fälle der mysteriösen Kinderkrankheit in Deutschland

+++ 15.08 Uhr: Die Fälle der mysteriösen Kinderkrankheit, die im Verdacht steht, mit dem Coronavirus zusammenzuhängen, häufen sich weltweit. Nun sind auch in Deutschland die ersten offiziellen Fälle des sogenannten Pediatric Inflammatory Multisystem Syndrome (PIMS) bekannt geworden. In einem Kinderkrankenhaus in Hannover wurden Mitte April vier Kinder behandelt, deren Symptome auf die Autoimmunerkrankung hindeuten. Wie der „Tagesspiegel“ berichtet, waren die Kinder zwar nicht positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, hatten aber Antikörper gegen das Coronavirus im Blut.  

Die Krankheit wird aufgrund der Symptome mit dem sogenannten Kawasaki-Syndrom verglichen. Die Kinder in Hannover zeigten unterschiedliche Symptome, darunter typische Inflammationen wie Bindehaut-, Lungen- und Magen-Darm-Entzündungen. Auch Hautausschlag kann sich im Zuge der PIMS-Erkrankung entwickeln. Das einzige Symptom, das alle Patienten gemeinsam hätten, sei ein lang anhaltendes Fieber, so die Sprecher der Klinik. Die Behandlung der Kinder im Alter zwischen drei Monaten und 13 Jahren sei gut verlaufen, alle befänden sich derzeit wieder zu Hause. Laut dem Bericht des Tagesspiegels sind auch in München und Dresden Fälle aufgetreten. 

Corona-Krise: Eltern im Homeoffice und Restaurants sollen stärker unterstützt werden

+++ 13.27 Uhr: Berufstätige Eltern im Homeoffice sollen wegen der Corona-Krise mehr Hilfen vom Staat bekommen. So soll der Lohnersatz wegen eingeschränktem Kita- und Schulbetrieb künftig bis zu 20 Wochen gezahlt werden. 

Im gleichen Gesetz wird den Restaurants wegen der Corona-Krise Unterstützung gewährt. So wurde die Mehrwertsteuer vorübergehend von 19 auf sieben Prozent herabgesenkt. Restaurants mit großen Umsatzeinbrüchen sollen damit unterstützt werden. Kritik gab es von der Opposition: Bars und Kneipen, die ausschließlich Getränke anbieten, blieben demnach unberücksichtigt. 

+++ 10:25 Uhr: Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) gab es innerhalb der vergangenen 24 Stunden 353 neue Corona-Infektionen in Deutschland. Insgesamt liegt die Zahl der Menschen, die sich mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert haben, damit bei 179.717. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus liegt in Deutschland bei 8.411.

Corona-Krise in Deutschland: Datenschutzbeauftragter übt Kritik

Das RKI schätzt, dass bislang 163.200 Menschen eine Infektion mit dem Coronavirus überstande haben.

+++ 09.17 Uhr: Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber hat die Verzögerungen bei der von der Bundesregierung geplanten Corona-Warn-App kritisiert. Die App soll inzwischen Mitte Juni erscheinen. „Die Schwierigkeiten bei der Entwicklung der Corona-Warn-App haben Vertrauen gekostet“, so Kelber gegenüber der Funke Mediengruppe. 

Corona-Krise in Deutschland: Jens Spahn warnt vor Polarisierung

Update vom Donnerstag, 28.05.2020, 07.01 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat wegen der Corona-Krise vor einer gesellschaftlichen Polarisierung gewarnt. Dabei verglich er die aktuelle Situation mit der Flüchtlingskrise der Jahre 2015-16. Zu Beginn beider Krisen habe Deutschland ein „Wir-Gefühl erlebt“, aber jetzt müsse man bezüglich des gesellschaftlichen Klimas aufpassen, so der Bundesgesundheitsminister gegenüber der „Augsburger Allgemeinen“. 

Dabei sollen alle Bürger darauf achten, dass die Debatte über die Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus in Deutschland nicht „so polarisierend wird wie teilweise in der Diskussion über die Migration“. 

Merkel warnt vor zu raschen Lockerungen: „Zahlen dürfen nicht steigen“

+++ 21.30 Uhr: Die Frankfurter Buchmesse soll in diesem Jahr trotz Corona-Krise stattfinden, allerdings mit etwas anderem Konzept. Das beschloss der Aufsichtsrat der Messe am Mittwoch. Aber sie wird anders aussehen als bisher: Die Schau soll demnach vom 14. bis zum 18. Oktober 2020 abgehalten werden, teilweise auf dem Messegelände, teilweise dezentral in der Stadt und in gewissem Umfang auch virtuell.  

„In diesem Jahr ist es wichtiger als je zu vor, die Frankfurter Buchmesse durchzuführen“, sagte Buchmesse-Direktor Juergen Boos. Die Buchmesse 2020 sei aber „Corona-bedingt eine Sonderedition“.

Corona: Hygienemaßnahmen in einem Seniorenheim werden zurückgefahren

+++ 19.31 Uhr: Die erhöhten Schutz- und Hygienemaßnahmen in einem besonders vom Coronavirus betroffenen Seniorenheim in Königs Wusterhausen (Landkreis Dahme-Spreewald) in Brandenburg können wieder zurückgefahren werden. Sämtliche Mitarbeitenden sowie Bewohnerinnen und Bewohner des Awo-Seniorenheims Wildau, die an Covid-19 erkrankt waren, seien mittlerweile wieder genesen. Das erklärte das zuständige Gesundheitsamt am Mittwoch (27.05.2020). 

Ende April 2020 waren 16 Bewohner und fünf Mitarbeiter positiv auf Corona getestet worden. Ab sofort setze die Heimleitung in der Altenpflegeeinrichtung wieder die vom Robert Koch-Institut (RKI) empfohlenen Basishygieneregeln zur Prävention um, hieß es.

Corona-Krise in Deutschland: Merkel warnt vor allzu schnellen Lockerungen

+++ 16.30 Uhr: Angela Merkel hat in der Corona-Krise an die Einigkeit zwischen Bund und Ländern appelliert. Nun seien die Länder in der Verantwortung, eigenständig über die Lockerungen zu entscheiden. Der Bund würde dafür den „Schutzrahmen“ bieten, sagte die Bundeskanzlerin auf einer Pressekonferenz.

Merkel warnte aber auch davor, durch allzu schnelle Lockerungen die Corona-Krise wieder verschärfen könnten. Das Ziel sei, „gesellschaftliches, wirtschaftliches, kulturelles und bildungstechnisches Leben“ wieder zu ermöglichen. Doch dafür dürften die Infektionszahlen eben nicht wieder steigen. „Wir leben immer noch am Anfang der Pandemie“ sagte Merkel.

Bewältigung der Corona-Krise ist Schwerpunkt der deutschen EU-Ratspräsidentschaft

+++ 14.10 Uhr: Schwerpunkt der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr soll die Bewältigung der Corona-Krise sein. Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin mit. Zuvor hatte sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gemeinsam mit Finanzminister Olaf Scholz (SPD), Außenminister Heiko Maas (SPD) und Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) mit Spitzenvertretern des Europaparlaments ausgetauscht. Deutschland übernimmt am 1. Juli für sechs Monate den Vorsitz der EU-Länder. In der Zeit leitet Deutschland die Ministerräte und setzt politische Schwerpunkte. Wegen der Corona-Krise wird das Programm anders ausfallen als ursprünglich geplant.

Aktuelle Corona-Fallzahlen für Deutschland

+++ 12.30 Uhr: Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 362 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise mehr als 179.300 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Mittwochmorgen meldete (Datenstand 27.05, 00.00 Uhr). 

Unklar ist, wie hoch die Dunkelziffer in Deutschland ist. Das RKI weist darauf hin, dass zwischen Bekanntwerden eines Infektionsfalls vor Ort und der Veröffentlichung durch das RKI ein Zeitverzug entsteht, so dass es Abweichungen zu anderen Quellen geben kann. Bislang starben dem RKI zufolge 8349 nachweislich mit dem Virus Infizierte, damit stieg die Zahl der gemeldeten Toten innerhalb von 24 Stunden um 47. 162 800 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden, das sind etwa 800 mehr als noch einen Tag zuvor.

Corona-Krise: Jeder Fünfte wirft Medien und Politik in Deutschland Manipulation vor 

+++ 10.35 Uhr: Jeder fünfte Wahlberechtigte in Deutschland ist der Meinung, dass sowohl die Politik als auch die Medien gezielt die Öffentlichkeit während der Corona-Krise täuschen. Das ergab eine Umfrage des NDR-Medienmagazins „Zapp“, bei dem fast 20 Prozent der Befragten angaben, dass „Politik und Medien die Gefährlichkeit des Coronavirus ganz bewusst übertreiben, um die Öffentlichkeit zu täuschen“. 

Auffällig ist, dass die Täuschungsthese besonders von AfD-Wählerinnen und Wählern (54 Prozent) und Nutzern von Social-Media-Plattformen (31 Prozent) vertreten wird. Von den Befragten halten 68 Prozent die öffentlich-rechtlichen Medien in der Berichterstattung über das Coronavirus für glaubwürdig. 

Corona-Krise: Tagesaktuelle Fallzahlen für Deutschland

+++ 8.45 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Mittwoch mit 179.364 angegeben - ein Plus von 362 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 181.200 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 8349 Todesfälle und damit 47 mehr als am Vortag, die JHU 8372 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug laut RKI etwa 162.800.

+++ 8.00 Uhr: Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 362 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise mehr als 179 300 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Mittwochmorgen meldete (Datenstand 27.05, 0 Uhr). Unklar ist, wie hoch die Dunkelziffer in Deutschland ist. 

Durch Corona: Näher an Nato-Quote 

Update, 27.05.2020, 7.00 Uhr: Als Nebeneffekt der Corona-Krise kommt die Bundesregierung bei der Erfüllung der sogenannten Nato-Quote für die Verteidigungsausgaben zumindest vorübergehend deutlich voran. Laut einer Schätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) dürfte der Anteil der Verteidigungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) im laufenden Jahr sprunghaft auf 1,58 Prozent steigen, wie die Düsseldorfer „Rheinische Post“ berichtet. 

Grund ist der Einbruch des BIP infolge der Krise. Im vergangenen Jahr hatte der Anteil der Verteidigungsausgaben am BIP laut IW-Berechnung noch 1,36 Prozent betragen. Die Nato-Staaten hatten 2014 vereinbart, den Anteil ihrer Verteidigungsausgaben am jeweiligen BIP binnen eines Jahrzehnts in „Richtung zwei Prozent“ zu steigern. Weil Deutschland deutlich hinter diesem Ziel zurückliegt, wurde es in den vergangenen Jahren von US-Präsident Donald Trump massiv unter Druck gesetzt.

Aktuelle Reproduktionszahl

Update 27.05.2020, 5.20 Uhr:Bundesweit sind bis zum Dienstagabend mehr als 179 200 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden. 24 Stunden zuvor lag die gemeldete Zahl bei mehr als 178 800 Fällen. Mindestens 8343 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben vom Dienstag zufolge bislang bundesweit gestorben (Stand Montagabend: 8281). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

DieReproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach aktuellsten Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag bei 0,70 (Datenstand 26.5. 0 Uhr; Montag 0,83). Das bedeutet, dass zehn Infizierte im Mittel sieben weitere Personen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert (Datenstand 26.5. 0.00 Uhr) bei 0,78. Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.

Bund und Länder einig: Corona-Kontaktbeschränkungen werden verlängert

+++ 19.53 Uhr: Bund und Länder in Deutschland haben sich grundsätzlich darauf verständigt, dass die Kontaktbeschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie bis zum 29. Juni verlängert werden. Das bedeutet unter anderem, dass sich maximal zehn Menschen oder Angehörige zweier Haushalte in der Öffentlichkeit treffen dürfen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen in Berlin und Thüringen. Thüringen hält sich bei neuen Kontaktbeschränkungen aber einen Sonderweg offen, ebenso andere Länder.

Verstöße gegen Corona-Auflagen: Polizei schließt Lokal

+++ 17.00 Uhr: Ein Lokal in Lüneburg in Niedersachsen soll massiv gegen die Corona-Auflagen verstoßen haben. Deshalb hat es die Polizei vorläufig geschlossen. Dem Wirt könnte nun ein fünfstelliges Bußgeld drohen, berichtet die Lüneburger „Landeszeitung“. Nachbarn hätten die Polizei alarmiert. 

Die Beamten hätten daraufhin am Samstag (23.05.2020) vor und in der Gaststätte rund 100 Gäste gezählt, hieß es. Mindestabstände seien nicht eingehalten worden, auch sei keine Gästeliste geführt worden, sagte ein Polizeisprecher. „Es könnte sich nach den bisherigen Erkenntnissen um einen schwerwiegenden Verstoß gegen die Auflagen handeln“, sagte eine Sprecherin des Landkreises Lüneburg dazu.

Am Wochenende hatte in Deutschland ein Corona-Ausbruch im niedersächsischen Leer Schlagzeilen gemacht. Dort hatten sich nach einem Restaurant-Besuch etliche Menschen infiziert.

Corona-Politik in Deutschland soll jetzt allein Ländersache sein

+++ 13.15 Uhr: Das weitere Vorgehen in der Corona-Politik soll nach Angaben des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) künftig allein von den Ländern bestimmt werden. „Die Verantwortung liegt jetzt bei den Ministerpräsidenten und Landkreise“, sagte Kretschmann am Dienstag in Stuttgart. Es seien „keine weiteren Konferenzen geplant, weder von der Bundeskanzlerin noch vom Kollegen Söder“, fügte er mit Blick auf Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) hinzu.

Corona-Krise: Menschen in Deutschland sehen pessimistisch in die Zukunft 

+++ 11.00 Uhr:Die Corona-Krise lässt eine Mehrheit der Menschen in Deutschland mit Skepsis und Pessimismus in die Zukunft schauen. Laut einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Allensbach blicken aktuell nur 22 Prozent der Bevölkerung mit Hoffnungen auf das kommende Jahr. 44 Prozent der Befragten sehen den kommenden zwölf Monaten dagegen mit Befürchtungen entgegen. 27 Prozent äußerten Skepsis.

Die Angst, sich persönlich mit dem Coronavirus zu infizieren, ist zwar gesunken – die Sorge um die wirtschaftlichen Konsequenzen der Krise treibt aber auch diejenigen um, die selbst noch keine Einkommenseinbußen erlitten haben. Waren es im April noch 44 Prozent, die fürchteten, sich mit dem Erreger der Lungenkrankheit Covid-19 zu infizieren, so sind es derzeit nur noch 31 Prozent.

Dass sich die Konjunktur in den kommenden zwölf Monaten noch nicht erholen wird, erwarten 70 Prozent der Bevölkerung. 46 Prozent der mehr als 1000 Befragten gaben an, sie rechneten mit einer Verschlechterung ihrer eigenen wirtschaftlichen Lage durch die Pandemie.

Corona: Tagesaktuellen Fallzahlen für Deutschland

+++ 8.45 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Dienstag mit 179.002 angegeben - ein Plus von 432 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 180.600 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 8302 Todesfälle und damit 45 mehr als am Vortag, die JHU 8309 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug laut RKI etwa 162.000.

Corona in Deutschland: Reisewarnungen sollen ab 15. Juni aufgehoben werden

Update 26.05.2020, 5.15 Uhr: Die Bundesregierung will die weltweite Reisewarnung für Touristen ab dem 15. Juni für 31 europäische Staaten aufheben, wenn die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie es zulässt.

Neben den 26 Partnerländern Deutschlands in der Europäischen Union gehören dazu das aus der EU ausgetretene Großbritannien und die vier Staaten des grenzkontrollfreien Schengenraums, die nicht Mitglied in der EU sind: Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein. 

Das geht aus dem Entwurf für ein Eckpunktepapier mit dem Titel „Kriterien zur Ermöglichung des innereuropäischen Tourismus“ hervor, der möglicherweise bereits am Mittwoch im Kabinett beschlossen werden soll.

Coronavirus in Deutschland: Fast 179.000 Infizierte

+++ 20.15 Uhr: Bundesweit sind bis zum Montagabend mehr als 178.800 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Mindestens 8281 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben vom Montag zufolge bislang bundesweit gestorben. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. 

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach aktuellsten Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montag bei 0,83 (Datenstand 25.5. 0 Uhr; am Sonntag lag sie bei 0,94). Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel etwas weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert (Datenstand 25.5. 0.00 Uhr) bei 0,84. Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.

Bundesregierung und Lufthansa einigen sich auf Staatshilfe-Paket in Milliardenhöhe

+++ 17.53 Uhr: Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds hat dem Paket zur Rettung der von der Corona-Krise getroffenen Lufthansa zugestimmt. Es sieht verschiedene Hilfen und Eigenkapitalmaßnahmen in Höhe von neun Milliarden Euro vor. Für seinen Einstieg stellt der Bund der Fluggesellschaft einige Bedingungen. Demnach verpflichtet sich die Lufthansa, ihre Flotte zu erneuern, um Emissionen einzusparen. Außerdem soll die Airline Kooperationen für nachhaltigere Flugzeugkraftsstoffe fördern. Das Geld darf nicht in Steueroasen abfließen und der Vorstand muss auf ein Fünftel der Grundvergütung verzichten. Anteilseigner werden während der Stabilisierung weder Boni noch Dividenden erhalten. 

Der Bund werde erst dann seine Anteile an der Lufthansa veräußern, wenn es sich wirtschaftlich lohne - das hänge von der Lage und dem Geschick des Unternehmens ab, so Finanzminister Olaf Scholz (SPD) nach Bericht der Deutschen Presse Agentur. Das Ziel sei ein kleiner Gewinn, mit dem der Staat auch die Corona-Hilfsmaßnahmen refinanzieren möchte. Die EU-Kommission hat sich noch nicht zu dem milliardenschweren Staatshilfen geäußert. Scholz betonte aber, dass das Unternehmen nicht durch strenge Auflagen bestraft werden dürfe.

Virologe Drosten warnt vor Ansteckung in geschlossenen Räumen

+++ 14.56 Uhr: Der Virologe Christian Drosten empfiehlt im Kampf gegen die Corona-Pandemie eine stärkeres Augenmerk auf sogenannte Aerosole - winzige Schwebeteilchen in der Luft zu werfen. In einem Interview im Deutschlandfunk verwies Drosten auf wissenschaftliche Studien, die andeuten, dass Infektionen zu großen Teilen auch über diese Aerosole stattfinden könnten. Dementsprechend spiele nicht nur die Tröpfcheninfektion eine Rolle. 

Laut Drosten könnte es dementsprechend auch zu Veränderungen der Richtlinien im Umgang mit dem Coronavirus kommen. „Im Alltag sollte man sich eher vielleicht aufs Lüften konzentrieren und weniger auf das ständige Wischen und Desinfizieren“, sagte der Virologe. Bereits in seinem Podcast „Das Corona-Update“ schätzte Drosten die Außenbereiche von Restaurants als relativ sicher ein. 

Merkel gegen EU-Pläne für härtere Lufthansa-Auflagen

+++ 14.15 Uhr: BundeskanzlerinAngela Merkel (CDU) will sich nach einem Zeitungsbericht gegen mögliche Pläne der EU-Kommission stellen, die Rettung der Lufthansa nur unter hohen Auflagen zu genehmigen. Wie das „Handelsblatt“ am Montag berichtete, plant die Kommission, der Lufthansa wertvolle Start- und Landerechte an den Hauptstandorten Frankfurt und München zu nehmen. Dies wurde von Teilnehmern einer CDU-Präsidiumsschalte am Montag bestätigt. Merkel habe gesagt, sie wolle sich von der EU-Kommission nicht „zu sehr“ hereinreden lassen, Die Kanzlerin soll demnach gesagt haben: „Das wird ein harter Kampf.“

Kontaktbeschränkungen sollen bis 5. Juli verlängert werden

+++ 13.45 Uhr: Die Länder sollten bei weiteren Lockerungen der Corona-Regeln nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) „mutig und wachsam“ vorgehen. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Montag, die Kanzlerin sei dafür, dass es zu Abstand, Kontaktbeschränkungen und Hygieneregeln weiterhin „verbindliche Anordnungen geben soll“. Sie halte es für falsch, dabei nur auf Gebote zu setzen.

Wie das Kanzleramt jetzt mitteilt, sollen die Kontaktbeschränkungen bis zum 5. Juli verlängert werden. Entschieden über künftigeCorona-Maßnahmen werde voraussichtlich in der nächsten regulären Kabinettssitzung am Mittwoch (27.05.2020).

+++ 13.15 Uhr: Die Sitzung des Corona-Kabinetts um Kanzlerin Angela Merkel wurde am Montag kurzfristig abgesagt. Es sieht so aus, als wolle man sich dringend mit den Ländern abstimmen. 

Wie die „Bild“ jetzt berichtet, soll es eine Beschlussvorlage aus Merkels Kanzleramt geben, die zwischen Bund und den Staatskanzleichefs der Länder diskutiert werden soll.

Corona-Krise in Deutschland: Weitreichende Lockerungen in Aussicht

Demnach schlägt Kanzleramtschef Helge Braun vor, dass auch nach dem 5. Juni bundesweit aufgrund der Corona-Krise ein Mindestabstand von 1,5 Metern vorgeschrieben sein. Auch die Maskenpflicht solle „in bestimmten öffentlichen Bereichen“ beibehalten werden, zitiert das Blatt. 

Eine weitere möglicherweise weitreichende Lockerung der Corona-Maßnahmen folgt: Demnach soll der Aufenthalt im öffentlichen Raum ab dem 6. Juni wegen der positiven Entwicklung nicht mehr generell durch verbindliche Anordnungen beschränkt werden. Dies soll nur noch der Fall sein, wenn das regionale Infektionsgeschehen es erfordert. Dies könnte bedeuten, dass sich mehr als zwei Haushalte in der Öffentlichkeit treffen dürften.

+++ 11.40 Uhr: Die Bundesregierung und das Lufthansa-Management haben sich nach Informationen der dpa grundsätzlich auf milliardenschwere Staatshilfen für die Fluggesellschaft geeinigt. Zustimmen müssen aber noch der Lenkungsausschuss des staatlichen Wirtschaftsstabilisierungsfonds, die Gremien der Lufthansa sowie die EU-Kommission.

Sachsen will Corona-Maßnahmen aufheben

+++ 10.15 Uhr: Nach Thüringen plant laut einem Bericht auch Sachsen die baldigeAufhebung der generellen Einschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. „Wenn die Zahl der Neuinfektionen weiterhin stabil auf einem niedrigen Niveau bleibt, planen wir für die Zeit ab dem 6. Juni in der nächsten Corona-Schutzverordnung einen Paradigmenwechsel“, sagte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) der „Leipziger Volkszeitung“ (Montag, 25.05.2020).

Statt wie bislang allgemeine Beschränkungen zu erlassen und viele Ausnahmen von diesen zu definieren, „wird dann generell alles freigegeben und nur noch das wenige an Ausnahmen benannt, was noch nicht möglich sein wird“, erklärte Köpping. Zugleich warnte sie, vieles hänge davon ab, „dass die Menschen Verantwortung übernehmen und sich an Abstandsgebot und Maskenpflicht halten“. Ob auch diese Regeln aufgehoben werden, „sollte bundesweit gemeinsam entschieden werden“, betonte die Ministerin.

Update, 25.05.2020, 08.30 Uhr: Die Corona-Krise trifft die deutsche Wirtschaft mit Wucht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im ersten Vierteljahr gegenüber dem Vorquartal um 2,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Die Wiesbadener Behörde bestätigte damit erste Daten. Der Einbruch zum Jahresanfang war der stärkste Rückgang im Quartalsvergleich seit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 und der zweitstärkste seit der deutschen Wiedervereinigung.

Die privaten Konsumausgaben und der Export brachen im ersten Vierteljahr ein. Unternehmen investierten deutlich weniger in Maschinen, Geräte, Fahrzeuge und andere Ausrüstungen. Gestiegene Bauinvestitionen und Konsumausgaben des Staates verhinderten den Angaben zufolge einen noch stärkeren Absturz.

Coronavirus noch Wochen später nachweisbar

+++ 22.34 Uhr: Das Coronavirus konnte jetzt offenbar bei einigen als genesenen Corona-Patienten auch Wochen später noch nachgewiesen werden, wie eine aktuelle Studie zeigt. Als Auslöser gelten zwei bereits genesene Patienten aus einer Klinik in Loudi, die erneut mitCovid-19-Symptomen eingeliefert und positiv auf das Virus getestet worden waren. 

Die Folge: Die Ärzte untersuchten 58 weitere als gesund entlassene Personen. Bei zehn Patienten konnte das Virus tatsächlich erneut nachgewiesen werden, wie die „Ärztezeitung“ berichtet. Die Patienten waren vier bis 24 Tage zuvor als genesen aus der Klinik entlassen worden. Sie alle hatten zu diesem Zeitpunkt keine Symptome gezeigt und seien zweimal negativ auf das Coronavirus getestet worden. 

Allerdings betonen die Studienautoren um Jinru Wu von der Universität in Changsha, dass weitere größere Studien nötig seien, um Aussagen und mögliche Reaktionen im Umgang mit der Corona-Pandemie zu treffen. Zudem müsse untersucht werden, ob die entdeckten Viren auch infektiös seien. 

Corona: Tagesaktuelle Fallzahlen für Deutschland – Drei Bundesländer melden keine Neu-Infektionen

+++ 20.10 Uhr: In Deutschland ist die Zahl der bislang positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen um 378 Neu-Infektionen auf 178.568 gestiegen. Bislang sind 8.254 Menschen gestorben. Laut des Robert-Koch-Instituts (RKI) liegt die Zahl der Genesenen bei rund 160.300. Akut infiziert sind damit knapp 10.000 Menschen. 

Zudem meldet Mecklenburg-Vorpommern zum fünften Mal in Folge keine neuen Corona-Fälle. Auch Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein hatten am Sonntag keine Neu-Infektionen zu vermelden. Die vom RKI vermeldete Reproduktionszahl liegt bei 0,93. Am Vortag hatte sie noch bei 0,83 gelegen. 

Unterdessen ist die Reproduktionszahl in Berlin auf 1,23 gesprungen. Schon am Vortag lag sie mit 1,22 in einem Grenzbereich.

Corona: Tagesaktuelle Fallzahlen für Deutschland – Infizierten-Zahl steigt nach Restaurant-Besuch

+++ 19.20 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch in einem Restaurant im niedersächsischen Leer ist die Zahl der nachgewiesenen Infizierten auf 18 angestiegen. Wie der Landkreis Leer am Sonntagabend mitteilte, seien im Laufe des Sonntags sieben bestätigte Fälle hinzugekommen. 14 der 18 Corona-Fälle seien am 15. Mai bei der Wiedereröffnung des besagten Restaurants gewesen. Vier weitere Personen hätten sich in der Folge angesteckt. 

Insgesamt sei für 118 Menschen häusliche Quarantäne angeordnet worden. Der Betreiber des Restaurants „Alte Scheune“ hatte nach eigenen Angaben 40 ausgewählte Gäste eingeladen. Mittlerweile haben sich beim Gesundheitsamt jedoch weitere Menschen gemeldet, die nach eigenen Angaben ebenfalls an besagtem 15. Mai im Restaurant waren, nicht aber auf der Gästeliste standen. 

„Diese Dokumentation ist laut den Corona-Auflagen Pflicht“, erklärte der Landkreis Leer. So droht dem Betreiber bei einem Verstoß laut Bußgeld-Katalog eine Strafe von 25.000 Euro

Karl Lauterbach kritisiert Corona-Lockerungen: „Ganz klar ein Fehler“

+++ 18.39 Uhr: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) erntet Kritk für seinen Vorstoß, die Corona-Beschränkungen für das Bundesland ab dem 6. Juni aufheben zu wollen. Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sagte der „Saarbrücker Zeitung“: „Das ist ganz klar ein Fehler. Denn wir haben keine Neuigkeiten in Bezug auf die Gefährlichkeit des Virus.“ Lauterbach kritisiert, Thüringen stelle genau die Maßnahmen in Frage, „denen man den gesamten Erfolg im Moment zu verdanken hat“. Er erinnert daran, dass es nach wie vor keinen Impfstoff und kein Medikament und damit keinen Grund gebe, die erlernten Mechanismen wie das Tragen von Masken wieder aufzuheben. 

Der Arzt und Gesundheitsforscher Max Geraedts von der Universität Marburg schlägt in die gleiche Kerbe wie Lauterbach und warnte in der „Süddeutschen Zeitung“, wenn viele Menschen wieder eng zusammenkämen, könne das wieder einen starken Anstieg der Corona-Infektionen lostreten. 

Mehr Corona-Infizierte nach Restaurantbesuch

+++ 16.00 Uhr:Nach dem Besuch eines Restaurants im niedersächsischen Landkreis Leer wurde eine weitere Person positiv auf das Coronavirus getestet. Wie ein Sprecher des Landkreises der deutschen Presseagentur mitteilte ist dies bereits die elfte Infektion im Zusammenhang mit der geschlossenen Gesellschaft, welche sich am 15. Mai in dem Lokal aufgehalten habe. 

Dies führte bis jetzt zu einer weiteren Ansteckung im Landkreis. 106 Personen müssen sich in der Folge bis Sonntagnachmittag häuslicher Quarantäne unterziehen. Testergebnisse weiterer eventuell infizierter Besucher stehen noch aus.

Das Restaurant wird momentan auf mögliche Verstöße gegen die Corona-Auflagen untersucht. Neue Informationen gab es bislang noch nicht. Detlef Schröger, Präsident des Dehoga Niedersachsens bekräftigte, es sei wichtig „ dass der Landkreis Leer den Infektionsfall in dem […] Restaurant lückenlos aufklärt um genaue Kenntnis von den Ursachen der Infektionskette herzustellen.“ Gastwirte und ihre Gäste könnten die strengen Vorgaben nur gemeinsam umsetzen. 

Corona: Tagesaktuelle Fallzahlen für Deutschland – Viele Infizierte nach Restaurant-Besuch

Update vom Sonntag, 24.05.2020, 9.32 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin gibt die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Sonntag mit 178.281 an. Das ist ein Plus von 431 seit dem Vortag. 

Das RKI registrierte zudem 8247 Todesfälle, das sind 31 mehr als am Samstag. Die Zahl der Genesenen betrug laut RKI etwa 160.300. Das RKI berücksichtigt nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern und aktualisiert seine Aufstellung einmal täglich.

Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete derweil 179.986 Infizierte und 8261 Tote.

Coronavirus in Deutschland: RKI gibt Reproduktionszahl bekannt

+++ 20.10 Uhr: Die Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland ist auf insgesamt 178.190 gestiegen. Damit sind 494 Personen mehr infiziert als noch am Freitag. Dabei wurden in Mecklenburg-Vorpommern zum vierten Mal in Folge keine Neuinfektionen gemeldet. Die Zahl der Todesfälle ist um 32 auf 8.229 gestiegen. 

Die aktuell vom Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldete Reproduktionszahl liegt am Samstag bei 0,83. Am Vortag hatte sie noch bei 0,84 gelegen. Die Zahl der Geheilten liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund 159.900. 

Unterdessen droht die Lufthansa aus dem Dax zu fliegen*.

Coronavirus: Zahl der Infizierten nach Restaurant-Besuch in Leer steigt - Verstoß gegen Corona-Regeln

+++ 19.41 Uhr: Der Fall im niedersächsischen Leer schlägt immer höhere Wellen. Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Personen nach einem Restaurant-Besuch ist auf mindestens zehn angestiegen. Darunter befindet sich auch der Besitzer des Lokals. Der Landkreis vermutet, dass sich die Menschen in der Gaststätte in Moormerland angesteckt haben. 

So erklärte der Kreissprecher: „Die Infektionen stehen vermutlich in Zusammenhang mit einem Besuch in einem Lokal.“ Demnach seien elf Infektionen bekannt. Zehn betroffene Personen hatten am 15. Mai das Restaurant besucht, eine weitere Person aus einem anderen Landkreis habe sich in der Folge angesteckt. 

Corona-Ausbruch in Leer nach Restaurant-Besuch: Wurde gegen Corona-Regeln verstoßen?

Als Reaktion auf die Corona-Fälle hat das Gesundheitsamt weitere Kontaktpersonen der Infizierten ermittelt. In rund 70 Fällen wurde eine häusliche Quarantäne angeordnet. Einige Personen zeigen sogar schon Symptome, heißt es weiter. Weitere Infektionsfälle im Zusammenhang mit dem Ausbruch seien nicht auszuschließen.

Doch wie konnte es überhaupt so weit kommen? Der Landkreis prüft jetzt, ob die Corona-Vorgaben zu Abstand und Hygiene an jenem 15. Mai eingehalten wurden. „Aus den Hinweisen, die uns vorliegen, ergeben sich Indizien, dass am Abend des 15. Mai möglicherweise gegen Corona-Regeln verstoßen worden ist“, sagte Landrat Matthias Groote (SPD).

Corona-Demo in Berlin muss wegen Verstößen vorzeitig beendet werden - zahlreiche Festnahmen

+++ 16.56 Uhr: Eigentlich sollten es die nächsten Corona-Proteste werden. In Berlin hatten sich am Samstag am Großen Stern zahlreiche Bürger versammelt, um gegen die derzeitigen Corona-Maßnahmen in Deutschland zu demonstrieren. Da dort jedoch mehr als die erlaubten 50 Personen vor Ort waren, beendete der Veranstalter laut „Tagesspiegel“ die Demonstration selbst. 

In Berlin musste der Veranstalter eine Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen abbrechen.

 

Demnach nahm die Polizei knapp 60 Personen fest. Einige hatten gegen das Infektionsschutzgesetz verstoßen, andere die Beamten beleidigt. Zwei Polizisten wurden bei körperlichen Angriffen leicht verletzt, konnten ihren Dienst laut eines Sprechers aber fortsetzen.  

Coronavirus: Thüringen will Corona-Beschränkungen beenden

+++ 13.49 Uhr:Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat ein Ende der generellen Corona-Beschränkungen in Thüringen  ab Anfang Juni in Aussicht gestellt. „Ab 6. Juni möchte ich den allgemeinen Lockdown aufheben und durch ein Maßnahmenpaket ersetzen, bei dem die lokalen Ermächtigungen im Vordergrund stehen“, sagte Ramelow der „Thüringer Allgemeinen“.

„Ich werde dem Kabinett vorschlagen, dass wir jetzt die Weichen stellen, damit wir im Kern auf besondere Schutzvorschriften, die für alle Menschen in Thüringen gelten, verzichten können“, sagte Ramelow. „Es sollen nur noch Empfehlungen ausgesprochen werden.“ Dort, wo sich das Corona-Infektionsgeschehen erneut negativ entwickle, müssten die „Zwangsmaßnahmen allerdings wesentlich deutlicher und wesentlich schneller wieder ergriffen werden“. 

Corona-Ausbruch in Leer nach Restaurant-Besuch: Mindestens 50 Menschen in Quarantäne

+++ 11.38 Uhr: In einem Restaurant im niedersächsischen Leer haben sich offenbar sieben Gäste mit dem Coronavirus infiziert. Die positiven Befunde wurden dem Gesundheitsamt in Leer seit Dienstag (19.05.2020) mitgeteilt. Sie stehen vermutlich im Zusammenhang mit einem Besuch in einem Lokal, wie der Landkreis Leer am Freitag (22.05.2020) mitteilte. 

Für mindestens 50 Menschen wurde vorsorglich häusliche Quarantäne angeordnet. Zuvor war in dem Landkreis in Niedersachsen eine Woche lang gar keine Corona-Neuinfektion gemeldet worden.

Weitere Testergebnisse stehen nach diesem neuen Corona-Ausbruch noch aus, heißt es vom Landkreis Leer. Das Gesundheitsamt sei dauerhaft im Einsatz, um die Kontakte der Infizierten nachzuverfolgen. Auf dieser Grundlage könne entschieden werden, wer in Quarantäne muss und wer nicht. „Es ist ein Ausbruch mit gleichzeitig mehreren Infizierten und vielen Kontakten“, erklärte das Gesundheitsamt in Leer. Entsprechend aufwendig sei nun die Nachverfolgung.

Corona-Krise in Deutschland: DGB fordert Kaufprämien für Autos – Wirtschaftweise dagegen

Update vom Samstag, 23.05.2020, 8.36 Uhr: Der Deutsche Gewerkschaftsbund pocht in der Corona-Krise auf Prämien zur Förderung des Autokaufs. DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, eine Kaufprämie für Fahrzeuge sei „sinnvoll, wenn sie technologieoffen ist und auch für emissionsarme Verbrenner gilt“. Die Wirtschaftsweisen lehnen solche Prämien hingegen grundsätzlich ab und argumentieren, angesichts der Corona-Krise gelte es, nicht allein die Nachfrage zu stärken, sondern zugleich den Strukturwandel sinnvoll zu unterstützen.

Körzell forderte weiter, die deutsche Bundesregierung müsse schnellstens ein Konjunkturprogramm auflegen und damit den Konsum ankurbeln. Wichtig seien jetzt Investitionen in moderne Schulen, schnelle Internetanschlüsse, den Breitbandausbau und eine flächendeckende Lade-Infrastruktur für E-Mobilität. Außerdem drängte der Gewerkschafter auf „mehr Personal im öffentlichen Dienst bis hin zu einem guten, funktionierenden Gesundheitssektor“.

Corona-Krise in Deutschland: Söder will Corona-Schulden-Obergrenze für den Bund

+++ 18.21 Uhr: Der Bund soll nach dem Willen von CSU-Chef Markus Söder in diesem Jahr nur noch maximal 100 Milliarden Euro zusätzliche Schulden aufnehmen dürfen. Der bayerische Ministerpräsident unterlegte damit in seiner Rede auf dem ersten Internet-Parteitag in der CSU-Geschichte erstmals die Forderung der CSU nach einer Obergrenze für die deutschen Staatsschulden mit einer konkreten Summe.

Konzepte über weitere Neuverschuldungen von bis zu 150 oder 200 Milliarden Euro seien nicht finanzierbar, alle Hilfen müssten „ökonomisch sinnvoll“ bleiben, sagte Söder. „Es ist wichtig, dass wir den Staat nicht ruinieren“, betonte Söder. Mit Blick auf europäische Hilfsprogramme müsse zudem darauf geachtet werden, dass Deutschland nicht selbst zu einem Sanierungsfall werde.

Corona-Krise in Deutschland: R-Wert liegt aktuell bei 0,89

+++ 16.51 Uhr: Bundesweit sind bis Freitagnachmittag über 177.500 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 16 Uhr: mehr als 176.800 Infektionen). Mindestens 8187 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 16 Uhr: 8153). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstag bei 0,89 (Datenstand 21.5. 0.00 Uhr). Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel etwas weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit vergangener Woche gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,92. Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.

Nach weiteren Schätzungen des RKI haben in Deutschland rund 159.000 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Corona-Krise in Deutschland: Forscher weisen erstmals Coronavirus in Muttermilch nach

+++ 15.54 Uhr: Virologen aus Ulm haben das neue Coronavirus erstmals in der Muttermilch einer an Covid-19 erkrankten Frau nachgewiesen. Auch ihr Säugling sei an dem Virus erkrankt, teilten die Wissenschaftler um Jan Münch und Rüdiger Groß von der Universität Ulm am Freitag mit. Es sei aber noch nicht klar, ob das Kind sich wirklich über die Muttermilch angesteckt habe. Die Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse im Fachjournal „The Lancet“.

Die Virologen hatten die Muttermilch von zwei Frauen auf Erbgut (RNA) des neuen Coronavirus untersucht, die sich nach der Entbindung im Krankenhaus zusammen mit ihren Neugeborenen ein Zimmer teilten. Als eine der Frauen Krankheitssymptome entwickelte, wurde sie mit ihrem Neugeborenen isoliert und beide positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Die Zimmernachbarin bemerkte erst später Symptome, wurde dann aber - ebenso wie ihr Kind - auch positiv getestet.

Corona-Krise in Deutschland: Sterbefallzahlen 3 Prozent über dem Durchschnitt

+++ 14.45 Uhr: In Sachsen-Anhalt hat es zum zweiten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie im Vergleich zum Vortag keine neuen Infektionen mit dem Coronavirus gegeben. Nach Angaben des Sozialministeriums in Magdeburg waren am Freitag landesweit 1693 Fälle nachgewiesen. 1561 Menschen seien Schätzungen zufolge wieder genesen. Erstmalig waren dem Ministerium am 16. Mai keine Neuinfektionen in dem Bundesland im Vergleich zum Vortag gemeldet worden. 

Auch in anderen Bundesländern kamen Tage ohne Neuinfektion bereits vor. So wurden in Mecklenburg-Vorpommern ebenfalls zwei Mal keine neuen Infektionen innerhalb eines Tages festgestellt, in Hamburg geschah das an einem Tag.

+++ 14.00 Uhr: BundesgesundheitsministerJens Spahn (CDU) will die geplante deutliche Ausweitung der Coronavirus-Tests schnell auf den Weg bringen. Noch im Mai wolle er eine Verordnung vorlegen, die präventive Reihen-Tests in Krankenhäusern und Pflegeheimen ermöglicht, sagte er. 

Patientenschützer forderten, in Pflegeheimen jede Woche Tests vorzunehmen. Aus Sicht er Grünen kommt die Ausweitung zu spät. Die Ausweitung der Coronavirus-Tests ist Teil des neuen Infektionsschutzgesetzes, das in der vergangenen Woche von Bundestag und Bundesrat verabschiedet worden war. Demnach müssen die gesetzlichen Krankenkassen die Tests auch dann bezahlen, wenn jemand keine Symptome zeigt. Spahns Verordnung soll nun die Details festlegen. Wenn in Heimen und Kliniken Patienten oder Bewohner aufgenommen oder verlegt würden, sollten Coronavirus-Tests die Regel sein, kündigte er an.

Sterbefallzahlen 3 Prozent über dem Durchschnitt

+++ 12.30 Uhr: Nach vorläufigen Ergebnissen sind in der 17. Kalenderwoche (20. bis 26. April 2020) in Deutschland mindestens 17 974 Menschen gestorben. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, sind die Sterbefallzahlen damit im Vergleich zur Vorwoche (13. bis 19. April) um 882 Fälle gesunken, sie liegen jedoch noch immer etwa 3 % über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019. 

Im Vergleich zu den einzelnen Jahren liegen die Sterbefallzahlen dieser Woche in einer Spannweite von 5 % über den Zahlen von 2016 und 1 % über denen von 2019. Die erhöhten Sterbefallzahlen zeigen sich seit der 13. Kalenderwoche (23. bis 29. März). In der 15. Kalenderwoche war die Abweichung mit 2 251 Fällen beziehungsweise 13 % über dem vierjährigen Durchschnitt am größten. Die aktuelle Entwicklung der Sterbefallzahlen ist auffällig, weil die Grippewelle in diesem Jahr bereits seit Mitte März als beendet gilt. Üblicherweise beeinflussen Grippewellen bis Mitte April die Sterblichkeit. Es ist deshalb naheliegend, dass die aktuell beobachtete leichte Übersterblichkeit in einem Zusammenhang mit der Corona-Pandemie steht. 

Eine Übersterblichkeit nach der hier verwendeten Definition liegt dann vor, wenn zu einem bestimmten Zeitpunkt im Jahresverlauf mehr Menschen sterben, als nach den Fallzahlen vergangener Jahre (hier im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019) zu erwarten gewesen wäre.

+++ 10.30 Uhr:  Wegen der Corona-Pandemie haben Unternehmen ihre Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt. Daher ist die Zukunft der Bürotürme gefährdet. Viele Chefs gehen davon aus, dass ihre Angestellten nach der Krise weiter von zu Hause arbeiten. Angenehmer Nebeneffekt für die Unternehmen: Sie könnten teure Büromieten in den Citys sparen.

Deutschland: Aktuelle Corona-Fallzahlen

+++ 9.30 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Freitag mit 177.212 angegeben - ein Plus von 460 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 179.021 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 8174 Todesfälle und damit 27 mehr als am Vortag, die JHU 8203 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug laut RKI etwa 159.000.

Corona in Deutschland: Spahn wirft AfD „destruktive Stimmungsmache“ vor

Update vom Freitag, 22.05.2020, 07.00 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat der AfD „destruktive Stimmungsmache“ in der Corona-Krise vorgeworfen. Das Ziel der AfD-Spitze sei selbst in einer solchen nationalen Krise nicht die Sacharbeit, kritisierte Spahn in einem Interview der Zeitung „Die Welt“ vom Freitag. Noch vor Kurzem habe die AfD immer härtere Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus gefordert, inzwischen betätige sie sich als „Corona-Leugner“

Zu Beginn der Pandemie habe Deutschland „ein neues Wir-Gefühl“ erlebt, sagte Spahn. Nach Jahren der gesellschaftlichen Polarisierung habe sich gezeigt, dass die Bürger eine Gemeinschaft seien und aufeinander aufpassten. Die inzwischen entbrannten Debatten um die Corona-Maßnahmen sollten so ausgetragen werden, „dass sie zusammenführen und nicht wieder spalten“, mahnte der Gesundheitsminister. 

Corona-Krise in Deutschland: Aktuelle Fallzahlen – RKI veröffentlicht Reproduktionszahl

+++ 20.05 Uhr: In Deutschland sind bis Donnerstagabend (21.05.2020) mehr als 177.180 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Am Vortag (Mittwoch, 20.05.2020, Stand 20.00 Uhr) waren es mehr als 176.400 Infektionen gewesen. Mindestens 8173 mit Sars-CoV-2 Infizierte sind bislang bundesweit gestorben (Stand Mittwoch, 20.00 Uhr: 8117). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Corona in Deutschland: Reproduktionszahl (R-Wert) lag laut RKI bei 0,89

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bei 0,89 (Stand Donnerstag, 21.05.2020, 0.00 Uhr). Jede und jeder Infizierte steckt also im Mittel etwas weniger als eine weitere Person an. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa anderthalb Wochen zuvor ab.

Seit vergangener Woche gibt das RKI außerdem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,92. Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.

Zeit der Hamsterkäufe wegen Corona in Deutschland scheint vorbei zu sein

+++ 12.00 Uhr: In den Läden in Deutschland gibt es wieder Toilettenpapier, Nudeln und passierte Tomaten: Diese Alltagsbeobachtung hat am Mittwoch das Statistische Bundesamt mit aktuellen Absatzzahlen zu einzelnen Produkten untermauert. Danach hat sich das Käuferverhalten in der 20. Kalenderwoche (11.-17. Mai) wieder weitgehend auf dem Vorkrisen-Niveau eingependelt. Die Zeit der Hamsterkäufe in der Corona-Pandemie scheint vorbei zu sein.

Der Auswertung zufolge waren die typischen Hamsterwaren Klopapier (minus 28 Prozent), Nudeln (minus 30 Prozent) und passierte Tomaten (minus 16 Prozent) deutlich weniger gefragt als im Durchschnitt der Monate August 2019 bis einschließlich Januar 2020. Die Statistiker gegen davon aus, dass die Nachfrage nach diesen Produkten zunächst gesättigt ist.

Tagesaktuelle Corona-Fallzahlen für Deutschland

+++ 9.20 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Donnerstag mit 176.752 angegeben - ein Plus von 745 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 178.473 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 8147 Todesfälle, die JHU 8144 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug etwa 158.000.

Corona in Deutschland: Mainzer Superrechner kommt zum Einsatz

Update vom Donnerstag, 21.05.2020, 8.20 Uhr:Auf der Suche nach einem Wirkstoff gegen das neue Coronavirus kommt auch ein Hochleistungsrechner an der Mainzer Johannes Gutenberg-Universität (JGU) zum Einsatz. Der Superrechner namens Mogon II führte von Mitte Januar bis Mitte März aufwendige Berechnungen durch und durchforstete eine Datenbank mit bereits für andere Krankheiten zugelassenen Medikamenten und Naturstoffen, wie Thomas Efferth vom Institut für Pharmazeutische und Biomedizinische Wissenschaften an der JGU erklärte. Einen Bericht über die Arbeit veröffentlichte zuletzt auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf ihrer Webseite. 

Simuliert wurde, ob oder wie gut sich rund 42 000 Substanzen an bestimmte Proteine des Erregers Sars-CoV-2 binden. Mit einer Bindung könnte verhindert werden, dass das Virus in den menschlichen Körper eindringt und sich vermehrt. Es gehe darum, das Schlüssel-Schlüsselloch-Prinzip zwischen Virus und menschlicher Zelle zu unterbinden, sagte Efferth.

Aktuelle Corona-Fallzahlen für Deutschland

+++ 20.25 Uhr:Die aktuellen Corona-Fallzahlen für Deutschland: Bundesweit sind bis Mittwochabend (20.05.2020) über 176.400 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 20.15 Uhr: mehr als 175.600 Infektionen). Mindestens 8.117 mit dem Erreger Sars-CoV-2  Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 20.15 Uhr: 8054). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch bei 0,88 (Datenstand 20.5., 0 Uhr). Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel etwas weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit rund einer Woche gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,87 (20.5., 0 Uhr). Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.

Nach Angaben des RKI haben in Deutschland rund 156.900 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Corona in Deutschland - Virologe Kekulé warnt: „Man nimmt Opfer in Kauf“ 

+++ 19.40 Uhr: Der Virologe Alexander Kekul é mahnt angesichts der vielen neuen Forderungen nach Lockerungen der Corona-Beschränkungen zur Vorsicht. „Da riskiert man letztlich am Ende des Tages immer Tote - ob man Urlaub fordert, ob man Altenheimbesuche fordert“, sagte er am Mittwoch im Podcast „Kekulés Corona-Kompass“. Gleiches gelte für die Forderung nach Schul- und Kitaöffnungen. Dabei nehme man Opfer in Kauf. „Das muss man so brutal sagen.“ Man könne aber auch nicht um jeden Preis alle Opfer verhindern. „Das wäre gesellschaftlich nicht vertretbar.“ Ein perfekter Schutz sei nicht möglich.

Kekulé pocht auf weitreichende Schutzmaßnahmen auf dem Weg aus dem Lockdown. Er plädierte etwa dafür, ältere Menschen für ihren Alltag mit professionellen Infektionsschutzmasken (FFP2-Masken) auszustatten, und für „breite Verfügbarkeit von Tests“ - auch für Besucher in Altenheimen.

Corona-Krise in Deutschland: Lufthansa-Rettungspaket ist wohl beschlossen

+++ 19.40 Uhr: Wie die dpa berichtet, will sich der Bund zunächst mit unter 25 Prozent an der Lufthansa beteiligen. Damit hätte der Bund keine Sperrminorität - er könnte wichtige Entscheidungen der Fluggesellschaft somit nicht blockieren.

++++ 19.00 Uhr: Bei den Verhandlungen der Bundesregierung über ein Rettungspaket für die Lufthansa ist nach den Worten von Kanzlerin Angela Merkel „in Kürze“ mit einer Entscheidung zu rechnen. Das sagte Merkel am Mittwoch in Berlin. 

Die Regierung sei in „intensiven Gesprächen“ mit dem Unternehmen und der EU-Kommission. „Es ist in Kürze mit einer Entscheidung zu rechnen.“ Merkel sagte zudem, sie könne zu laufenden Gesprächen keine Details nennen.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hat sich die Regierung auf einen gemeinsamen Vorschlag für ein Lufthansa-Rettungspaket geeinigt. Details dazu wurden zunächst aber nicht bekannt.

Die Bundesregierung und die Lufthansa verhandeln seit Wochen über Staatshilfen. Dabei ging es nach internen Informationen um ein Paket von bis zu neun Milliarden Euro. Die Modalitäten waren in der Koalition umstritten.

Corona-Krise in Deutschland: Wohl Einigung bei Lufthansa-Rettung

+++ 17.40 Uhr: Wie geht es mit Lufthansa in der Corona-Krise weiter? Wie der „Spiegel“ berichtet, gibt es offenbar eine „politische Einigung auf höchster Ebene“, bei der die Modalitäten der Staatsbeteiligung geregelt wurden. Demnach haben Bundesfinanzminister Olaf Scholz, Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Kompromiss erzielt: Der Bund soll sich nach Informationen des „Spiegel“ mit 25 Prozent plus einer Aktie an der Lufthansa beteiligen und ihr zudem weiteres Kapital bereitstellen. Gleichzeitig sollen zwei Aufsichtsräte von der Regierung besetzt werden.

Corona in Deutschland: Das Robert Koch-Institut hat die neue Reproduktionszahl des Coronavirus veröffentlicht.

Wie das Magazin weiter berichtet, befindet sich derzeit ein Staatssekretär auf dem Weg zur Konzernzentrale der Lufthansa in Frankfurt.

Sommerurlaub trotz Corona-Krise: Bundesregierung macht Hoffnung

+++ 16.20 Uhr: Sommerurlaub trotz Corona-Krise - die Bundesregierung macht Hoffnung, dass das klappen könnte. Er sehe „gute Chancen, dass die Menschen im Sommer in ihre liebsten europäischen Urlaubsregionen reisen können“, sagte der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, am Mittwoch am Rande einer Videokonferenz der zuständigen EU-Minister. Zugleich stellte der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium klar, dass der Urlaub in diesem Jahr anders werden wird als sonst. „Wir werden mit Einschränkungen leben müssen.“ Abstands- und Hygieneregeln müssten konsequent eingehalten werden.

Corona in Deutschland: Verlängerung der Lohnfortzahlung für Eltern beschlossen 

+++ 15.00 Uhr: Das Bundeskabinett hat eine Verlängerung der Lohnfortzahlung für Eltern beschlossen, die wegen der coronabedingten Kita- und Schulschließungen nicht arbeiten können. Jedes Elternteil kann die Lohnersatzzahlung für zehn statt bisher sechs Wochen in Anspruch nehmen. Alleinerziehende sollen bis zu 20 Wochen unterstützt werden. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) erklärte am Mittwoch in Berlin, die Ausweitung des Entschädigungsanspruchs werde vielen Familien eine große Hilfe sein.

Corona in Deutschland: Geld zurück bei Pauschalreisen 

+++ 12.30 Uhr: Wer wegen der Corona-Kriseeine Pauschalreise nicht antreten kann, kann sein Geld zurückverlangen. Eine zuerst von der Bundesregierung geplante Gutschein-Lösung soll es nur noch als freiwillige Möglichkeit für Verbraucher geben. Das hat das Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin beschlossen.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) appellierte gleichwohl an Betroffene, einen Gutschein zu akzeptieren: „Wer sich für einen Gutschein entscheidet, leistet auch einen wichtigen Beitrag dazu, die Vielfalt der Angebote und Dienstleistungen im Reisesektor zu erhalten.“

Corona in Deutschland: Deutsches Kinderhilfswerk fordert Öffnung der Schulen und Kitas

+++ 10.00 Uhr: Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert eine vollständige Öffnung der Schulen und Kitas. Dass viele Kinder derzeit Bildungseinrichtungen nicht oder nur punktuell besuchen könnten, sei „ein schwerer und vor dem Hintergrund aktueller fachlicher Erkenntnisse unverhältnismäßiger Eingriff in ihre Lebenswelt, in ihre Grundrechte und ihre psychosoziale Entwicklung“, erklärte Verbandspräsident Thomas Krüger am Mittwoch. 

Zuvor war eine gemeinsame Stellungnahme unter anderem der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene und des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte bekannt geworden. Darin war von einem vermutlich ehergeringen Ansteckungsrisiko durch Kinder die Rede. Deshalb sei die komplette Wiederöffnung von Kitas und Grundschulen möglich.

Corona-Krise in Deutschland: Die aktuellen Corona-Fallzahlen

+++ 8.30 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Mittwoch mit 176.007 angegeben - ein Plus von 797 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 177.778 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 8090 Todesfälle, die JHU 8081 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug etwa 156.900.

Corona in Deutschland. Lohnfortzahlung für Eltern soll verlängert werden

+++ 8.00 Uhr: Eltern, die wegen der coronabedingten Kita- und Schulschließungen nicht arbeiten können, sollen länger eine Lohnfortzahlung erhalten. Um „die nötige Sicherheit in ungewisser Lage“ zu geben, solle die Lohnfortzahlung je Elternteil von derzeit maximal 6 Wochen auf bis zu 10 und für Alleinziehende auf bis zu 20 Wochen verlängert werden, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) der Presse.

Ein entsprechender Änderungsantrag aus dem Gesundheitsministerium soll demzufolge am Mittwoch in Berlin vom Bundeskabinett beschlossen werden. 

Nach einer Regelung im Infektionsschutzgesetz bekommen Eltern eine Lohnfortzahlung von 67 Prozent des Nettoeinkommens bis zu einer Grenze von 2.016 Euro im Monat, wenn sie nicht arbeiten können.

Coronavirus: Weltärztepräsident für Impfpflicht

Update, 20.05.2020, 6.45 Uhr: Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery hat sich für eine Impfpflicht zum Schutz gegen das Coronavirus ausgesprochen: „Ich bin auch hier für eine Impfpflicht", sagte Montgomery der Presse. 

Sollte demnächst ein Impfstoff zur Verfügung stehen, werde es Bürger geben, die sich nicht impfen lassen wollten. Diese Menschen stellten ein hohes Risiko für andere dar: „Infizieren sie sich, sind sie eine Gefahr für Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können. Wir müssen deshalb möglichst viele Menschen impfen.“ 

RKI präsentiert neue Corona-Fallzahlen

+++ 17.00 Uhr: Bundesweit sind bis Dienstagnachmittag über 175 500 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden (Vortag Stand 16.00 Uhr: mehr als 175 000 Infektionen). Mindestens 8036 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben (Vortag Stand 16.00 Uhr: 7960). Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montag bei 0,91 (Datenstand 18.5. 0 Uhr). Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel etwas weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Donnerstag gibt das RKI zudem ein sogenanntes 7-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,82. Er zeigt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen.

Corona in Deutschland: Keine weiteren Infektionen in Hamburg

+++ 14.45 Uhr:Erstmals seit mehreren Wochen sind in Hamburg von den Gesundheitsämtern binnen eines Tages keine weiteren Corona-Infektionen gemeldet worden. Das teilte die Hamburger Gesundheitsbehörde am Dienstag mit. Die Zahl der in Hamburg insgesamt gemeldeten Fälle liegt damit bei 5034. 

Auch die Zahlen aus den Krankenhäusern sind seit mehreren Wochen eher rückläufig. Derzeit befinden sich 63 Hamburger wegen der Lungenkrankheit Covid-19 in stationärer Behandlung (Montag: 61), davon werden wie schon am Vortag 27 Personen intensivmedizinisch betreut. Mitte April hatten noch mehr als 260 Hamburger mit Covid-19 im Krankenhaus gelegen.

„Corona Monitoring lokal“ - RKI startet Studie mit 8000 Teilnehmern

+++ 14.00 Uhr: In einer kleinen Gemeinde in Baden-Württemberg startet eine größere Untersuchung des Robert Koch-Instituts zum Coronavirus. In Kupferzell (Hohenlohekreis) sollen ab Mittwoch 2000 Menschen befragt und auch getestet werden. Insgesamt sollen in den kommenden Monaten 8000 Menschen in vier besonders von der Corona-Pandemie betroffenen Orten an der Studie „Corona Monitoring lokal“ teilnehmen, wie  RKI -Forscher am Dienstag sagten.

Sie wollen herausfinden, wie viele Menschen bereits mit dem Virus in Kontakt waren und Antikörper gebildet haben. Außerdem erhoffen sie sich Erkenntnisse über den Anteil der Infektionen ohne Symptome, welche Menschen häufiger betroffen sind und wie oft eine Erkrankung so schwer verläuft, dass Betroffene ins Krankenhaus müssen. Ziel ist laut RKI auch, Faktoren zu ermitteln, die eine Ausbreitung vorantreiben oder hemmen.

Corona in Deutschland: Montgomery warnt vor Öffnung europäischer Grenzen

+++ 12.00 Uhr: Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hat vor einer zu raschen Öffnung der europäischen Grenzen für den Tourismus gewarnt. „Ich würde der Regierung raten, die Grenzen geschlossen zu halten - und zwar in beiden Richtungen“, sagte Montgomery der Presse. „Aus gesundheitlichen Gründen wäre es das Beste, die Menschen blieben an ihrem Wohnort.“

Mit Blick auf die Ankündigung von Außenminister Heiko Maas (SPD), die Reisewarnung für Europa Mitte Juni aufzuheben, warnte Montgomery vor einem gefährlichen Wettlauf wegen Corona: „Die neuen Lockerungen zwischen den europäischen Ländern bereiten mir große Sorge, weil wir wieder einen Überbietungswettbewerb bekommen werden: Wer öffnet weiter, wer öffnet schneller?“ Durch den Reiseverkehr werde das Risiko einer zweiten Infektionswelle steigen: „Sie wird härter als die erste, weil wir nicht mehr so vorsichtig sein werden.“

Corona in Deutschland: Analyse-Experten warnen vor zweiter Covid-19-Welle

+++ 11.15 Uhr: Analyse-Experten der Wiesbadener Technologieberatung Invensity warnen vor bevorstehenden Covid-19-Wellen. Corona könnte stärkere Auswirkungen auf das deutsche Gesundheitssystem haben, als die aktuelle. 

Basis ihrer Berechnungen sind die aktuellen Daten des RKI und weiterer öffentlicher Quellen. Diese haben sie ausgewertet und mögliche Szenarien mittels epidemiologischer Modelle vorausberechnet. Im ungünstigsten Fall erkranken bereits Mitte Juni mehr Personen am Coronavirus, als das Gesundheitssystem, wie es aktuell aufgestellt ist, wird handhaben können.

„Der vermeintliche Wettstreit der Bundesländer, wer schneller die verschiedenen Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung wieder lockert, könnte zur Folge haben, dass wir um den 15. Juni 2020 herum mehr Covid-19-Erkrankungen in Deutschland haben werden als Behandlungskapazitäten“, warnt Frank Lichtenberg, Geschäftsführer von Invensity. Lichtenberg erklärt: „Wir wollen mit unseren Szenarien keine Panik, sondern Realismus verbreiten. Sie bieten eine Orientierung, um sich auf alle Fälle vorbereiten zu können.“

Corona: Aktuelle Fallzahlen für Deutschland

+++ 9.00 Uhr: Das Robert Koch-Institut meldet 513 Neuinfektionen und damit den zehnten Tag in Folge weniger als 1000 neue Coronavirus-Fälle. Damit steigt die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungen in Deutschland auf 175.210, wie das RKI mitteilt. Die Zahl der Todesfälle legt binnen 24 Stunden um 72 auf 8007 zu. Die Zahl der nachweislich Genesenen liegt dem RKI zufolge bei etwa 155.700, rund 1100 mehr als am Vortag.

Mitarbeiter in Gesundheitsberufen häufig von Corona betroffen 

Update, 19.05.2020, 6.40 Uhr: Mitarbeiter von Krankenhäusern sowie Alten- und Pflegeheimen in Deutschland sind einem Medienbericht zufolge überdurchschnittlich häufig von einer Infektion mit dem Coronavirus betroffen. Wie aus Recherchen der „Süddeutschen Zeitung“ hervorgeht, haben sich seit Mitte April durchschnittlich täglich mehr als 230 Ärzte, Pfleger und andere Mitarbeiter in Gesundheitsberufen angesteckt. 

Insgesamt hätten sich bisher rund 20 000 Mitarbeiter aus diesen Bereichen eine Infektion mit Corona zugezogen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Angaben des RKI. Das entspreche etwa elf Prozent aller Infizierten. Mindestens 894 Menschen aus dem Gesundheitssektor mussten demnach stationär behandelt werden, mindestens 60 seien infolge der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

Corona in Deutschland: Das RKI vermeldet die neuen Reproduktionszahlen

+++ 21.38 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die neue Reproduktionszahl des Coronavirus, den R-Wert, für heute gemeldet. Dieser liegt bei 0,91 (Stand 18.05.2020, 0.00 Uhr), somit steckt jede mit dem Virus infizierte Person in Deutschland im Mittel weniger als eine weitere Person an. Dieser R-Wert stellt das Infektionsgeschehen von vor circa eineinhalb Wochen dar.

Laut RKI sind die neu übermittelten Corona-Infektionszahlen in Deutschland rückläufig. Dennoch schätzt das Institut die Gesundheitsgefährdung für die Bevölkerung „derzeit insgesamt als hoch“ ein, „für Risikogruppen als sehr hoch“. Die Einschätzung könne sich durch neue Erkenntnisse auch kurzfristig ändern.

Corona in Deutschland: Merkel und Macron planen Fonds in Höhe von 500 Milliarden Euro 

+++ 18.52 Uhr: Angesichts der Corona-Krise planen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron „Wiederaufbaufonds“ in Milliardenhöhe. In einer gemeinsamen Pressekonferenz wurde bekannt gegeben, dass Die EU-Kommission für den Fond 500 Milliarden Euro als Schulden am Kapitalmarkt aufnehmen soll. Dafür müssten die EU-Staaten im nächsten mehrjährigen Finanzrahmen der EU Garantien geben. Die Fonds sollen „die am stärksten getroffenen Sektoren und Regionen“ durch Mittel aus dem EU-Haushalt unterstützten, wie es in einem gemeinsamen Papier der deutschen und französischen Regierung heißt. 

Nach den Gesprächen regte Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Angleichung der Regeln zur Bekämpfung der Corona-Pandemie innerhalb der Europäischen Union an. Dadurch solle der freie Reiseverkehr wieder ermöglicht werden. Nach einem Gespräch mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron schlug sie vor, man könne sich dabei an der deutschen Obergrenze für Corona-Neuinfektionen orientieren.

Corona in Deutschland: Berliner Senat soll Demonstrationen ohne Teilnehmerbeschränkung zulassen

+++ 17.35 Uhr: Einstimmig hat der Rechtsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses den Senat dazu aufgefordert, Demonstrationen trotz Corona-Krise wieder ohne Teilnehmer-Beschränkung zuzulassen. In einem Beschluss hieß es außerdem, dass es auch beim Besuch von Kirchen keine Begrenzungen mehr geben solle. 

Der rechtspolitische Sprecher der Linke-Fraktion, Sebastian Schlüsselburg, unterstrich, dass Religions- und Versammlungsfreiheit zu den wichtigsten Grundrechten gehörten. Die jetzigen Einschränkungen seien nicht mehr verhältnismäßig. Die Regierungsfraktionen von SPD, Linken und Grünen hatten den Beschluss vorgelegt, dem die Opposition von CDU, FDP und AfD in einer Sondersitzung zustimmte. Die entsprechenden Rechtsverordnungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie solle der rot-rot-grüne Senat ändern.

Corona in Deutschland: Entscheidung über Reisewarnung soll bald getroffen werden

+++ 15.20 Uhr: Die Außenminister einiger europäischer Länder haben sich darauf geeinigt, die Entscheidung über die Aufhebung der weltweiten Reisewarnung am 15. Juni zu treffen. Bundeaußenminister Heiko Maas sagte, man brauche einen „kontrollierten Wiedereinstieg in den europäischen Tourismus“. Ein bestimmtes und transparentes Vorgehen sei laut Maas nötig. 

Maas hatte sich im „ZDF“-Morgenmagazin vor Beratungen mit mehreren europäischen Amtskollegen zuversichtlich gezeigt, Wege für einen Sommerurlaub in beliebten Reiseländern zu finden. Er hoffe, dass ein Urlaub nach dem 15. Juni wahrscheinlich werde. Bis Mitte Juni gilt wegen der Corona-Pandemie noch eine weltweite Reisewarnung, die Maas danach in "Reisehinweise" verändern will.

+++14.30 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die internationale Gemeinschaft zum Kampf gegen das neuartige Coronavirus aufgerufen. In einer Videobotschaft zum Auftakt des Jahrestags der Weltgesundheitsversammlung (WHA): „Diese Krise kann kein Land alleine lösen, wir müssen gemeinsam handeln. Ich bin überzeugt, dass wir die Coronavirus-Pandemie überwinden können. Je mehr wir global gemeinsam daran arbeiten, umso schneller und besser wird das gelingen. 

130 Corona-Fälle in Flüchtlingsunterkunft nachgewiesen

+++ 12.30 Uhr: Die Zahl der Coronavirus-Infektionen bei Flüchtlingen und Personal in einer Unterkunft in Sankt Augustin bei Bonn hat sich auf rund 130 erhöht. Insgesamt wurden bis zum Montagvormittag etwa 400 Tests vorgenommen, wie eine Sprecherin der Bezirksregierung Köln auf Anfrage mitteilte. 120 der rund 130 positiven Tests betrafen in der Unterkunft lebende Flüchtlinge, die restlichen Personal wie Securitymitarbeiter und weitere Beschäftigte.

Corona in Deutschland: Christian Lindner bei Umarmung fotografiert

+++ 12.15 Uhr: FDP-Chef Christian Lindner wurde vor einem Berliner Lokal dabei fotografiert, wie er einen Bekannten umarmte. Die Maske soll ihm unter dem Kinn gehangen haben, berichtet der „Spiegel“. Damit hat Linder gegen die auferlegtenAbstandsregeln in Zeiten von Corona verstoßen.

Jetzt bedauert er die Umarmung als Fehler: „Die spontane Umarmung bei der Verabschiedung war ein Fehler, wie er unter Freunden nach einem Abend leider passiert“, wird er vom „Spiegel“ zitiert. 

Corona in Deutschland: Die tagesaktuellen Zahlen der Corona-Fälle 

+++ 9.00 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Montag mit 174.697 angegeben - ein Plus von 342 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 176.369 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 7935 Todesfälle, die JHU 7962 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug etwa 154.600.

Corona in Deutschland: Massiver Ausbruch in Schlachthof

+++ 7.00 Uhr: Kurz vor Beratungen des sogenannten Corona-Kabinetts über die Missstände in der Fleischindustrie ist ein weiterer massiver Ausbruch des Virus in einem deutschen Schlachtbetrieb bekannt geworden. 92 Mitarbeiter eines Schlachthofs im niedersächsischen Dissen wurden positiv getestet, wie der Landkreis Osnabrück am Sonntagabend mitteilte. 

Die für die Bekämpfung des Virus zuständigen Kabinettsmitglieder wollen am Montag über eine mögliche stärkere Regulierung der Fleischbranche beraten. Für die infizierten Mitarbeiter der Firma in Dissen und ihre Kontaktpersonen wurde Quarantäne angeordnet. Die Produktion in dem Schlachthof wurde ausgesetzt. Viele der Infizierten wohnten in Sammelunterkünften und würden von Subunternehmen beschäftigt, teilte der Landkreis ferner mit.

Corona in Deutschland: Maas macht Hoffnung auf Sommerurlaub im Ausland

Update, 18.05.2020, 6.20 Uhr: Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) will an diesem Montag (13.00 Uhr) mit seinen Kollegen aus beliebten Urlaubsländern der Deutschen darüber beraten, wie die Reisebeschränkungen wegen der Corona-Pandemie gelockert werden können. Zu der Videokonferenz sind neben Griechenland auch Spanien, Italien, Österreich, Kroatien, Portugal, Malta, Slowenien, Zypern und Bulgarien eingeladen. Ziel ist ein Vorgehen im Gleichschritt bei der Öffnung der Grenzen für Touristen. In Deutschland gilt vorerst bis zum 14. Juni eine weltweite Reisewarnung für Urlauber.

Corona in Deutschland: Pandemiegefahr wurde lange unterschätzt

+++ 20.08 Uhr: Die Bundesregierung hat die Pandemiegefahr durch das Coronavirus zu lange unterschätzt. Das zeigen vertrauliche Dokumente und recherchen von Bayrischem Rundfunk und Welt am Sonntag. 

Bereits am 31.12.2019 wurde durch das internationale Warnsystem ProMED erstmals auf die Gefahr durch eine damals noch unbekannte Lungenentzündung aus China hingewiesen. Noch am 12. Februar bezeichnete Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Gefahr einer Pandemie laut den Dokumenten im Gesundheitsausschuss als „irreal“. Erst am 11. März ruft die WHO den Pandemie-Fall aus, in der Folge werden auch striktere Maßnahmen in Deutschland getroffen. Von der Erstmeldung vergingen 78 Tage bis zu diesen Maßnahmen.

Tourismuswirtschaft wirft Bundesregierung in Corona-Krise „Feigheit“ vor

+++ 14.00 Uhr: Die deutsche Tourismuswirtschaft hat der Bundesregierung Feigheit vor Brüssel vorgeworfen, weil sich der Bund nicht über die Ablehnung der EU von Reisegutscheinen hinwegsetze. Verbandspräsident Michael Frenzel sagte der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“: „Zwölf Länder haben obligatorische Gutscheine eingeführt, nur Deutschland traut sich nicht.“ Deshalb sei die Gutscheinlösung für ausgefallene Reisen wohl vom Tisch. Bisher habe kein Minister die notwendige Traute. „Ein Irrsinn“, so Frenzel.

Die Europäische Union (EU) und Verbraucherschützer verlangen, dass Kunden für nicht angetretene Reisen ihr Geld zurückbekommen, die Branche will den Kunden stattdessen Gutscheine geben.

Corona in Deutschland: Tagesaktuelle Fallzahlen

+++ 9.40 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Sonntag mit 174.355 angegeben - ein Plus von 583 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 175.752 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 7914 Todesfälle, die JHU 7938 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug etwa 153.400.

Corona: Studie bestätigt Sars-CoV-2-Übertragung vor ersten Symptomen

Update, 17.05.2020, 7.25 Uhr:Vier Monate nach den ersten Corona-Fällen in Deutschland haben Wissenschaftler die Ansteckungsketten dieser Patientengruppe detailliert ausgewertet. Die in der Fachzeitschrift „The Lancet Infectious Diseases“ veröffentlichte Studie bestätigt, dass Infizierte bereits vor den ersten Symptomen ansteckend sein können.

In mindestens einem der insgesamt 16 untersuchten Fälle habe ein Infizierter das Coronavirus weitergegeben, bevor er Symptome hatte, berichten die Forscher um Merle Böhmer vom bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Udo Buchholz vom Robert Koch-Institut und Victor Corman von der Berliner Charité. Möglicherweise traf dies sogar für fünf weitere Fälle zu. 

Corona in Deutschland: Riesige Herausforderungen für Gesundheitsmaßnahmen

In mindestens vier Fällen steckten sich andere Menschen an jenem Tag an, an dem die Symptome bei dem Betroffenen gerade begannen. Fünf weitere Fälle könnten in diesen Zeitraum fallen, schreiben die Autoren. Dass die Infektiosität schon vor Symptombeginn oder kurz danach erheblich sei, stelle Gesundheitsmaßnahmen vor eine riesige Herausforderung, folgert das Team. Zudem sei die Inkubationszeit, die durchschnittlich 4,0 Tage betrug, bei vielen Menschen nur sehr kurz gewesen. „Eine globale Eindämmung von Covid-19 könnte schwer zu erreichen sein“, betonen die Forscher.

Corona-Krise: Scholz will Kommunen in Deutschland unterstützen

+++ 19.05 Uhr: Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) will in der Corona-Krise Kommunen mit insgesamt 57 Milliarden Euro stützen. Gleichzeitig sollen Altschulden vieler Städte und Gemeinden abgebaut werden. Das schlägt Scholz laut einem Konzeptpapier aus seinem Ministerium vor. 

Rund 12 Milliarden sind vorgesehen, um die Gewerbesteuerausfälle der Kommunen aufzufangen. Mit weiteren 45 Milliarden Euro sollen Liquiditätskredite der Kommunen übernommen werden. Etwa 2000 Kommunen in Deutschland sind so hoch mit Krediten belastet, dass allein die Zinsen große Probleme bereiten. 

57 Millarden Euro Corona-Hilfen würden Verfassungsänderung notwendig machen

Die Finanzierung der 57 Milliarden Euro soll jeweils zur Hälfte von Bund und Ländern gestemmt werden. „Wir müssen das Altschuldenproblem lösen, indem der Bund und die Länder, in denen unsere Städte und Gemeinden liegen, diese Gemeinden entlasten“, sagte Scholz zu dem Entwurf. Die Regelung würde eine Verfassungsänderung erfordern. Bisher sind Länder und Bund laut Artikel 109 des Grundgesetzes in der Haushaltsführung unabhängig. 

Kritik an dem Konzept und der Verfassungsänderung kam aus Bayern. „Wenn der Bund den Kommunen helfen möchte, darf er das gern tun - eine Zwangsverpflichtung der Länder nach den Regeln des Bundes ohne Absprache ist aber eine Unverschämtheit“, sagte der bayrische Finanzminister Albert Füracker (CSU). Auch der niedersächsische Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) äußerte sich ähnlich. Zustimmung kam aus dem von SPD, Grünen und FDP regierten Rheinland-Pfalz. Auch im schwarz-geld geführten Nordrhein-Westfalen wurde der Vorschlag begrüßt.

Neue Corona-Zahlen des RKI für Deutschland

+++ 9.40 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Samstag mit 173.772 angegeben - ein Plus von 620 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 175.233 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte bislang 7881 Todesfälle, die JHU 7897 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug etwa 152.600.

Corona in Deutschland: Keine Impfpflicht gegen Coronavirus

Update, 16.05.2020, 8.40 Uhr:  Eine Impfpflicht gegen das Coronavirus wird es nach Aussage von Kanzleramtschef Helge Braun in Deutschland nicht geben. Wenn ein Impfstoff vorliege, sei es gut, wenn sich viele impfen lassen. Aber das entscheide jeder selbst, sagte der CDU-Politiker der Presse. „Wer das nicht will, muss das Risiko einer Infektion selbst tragen“, betonte Braun. Er hoffe auf einen Impfstoff für die breite Bevölkerung zwischen Anfang und Mitte nächsten Jahres. Dann könne man auch zum normalen Leben zurückkehren.

Corona: Deutschland könnte wegen des Coronavirus gegen China klagen

+++ 20.28 Uhr: Plant auch Deutschland juristische Schritte gegen die Volksrepublik China in Zuge der Corona-Krise? Das digitale Wirtschaftsmagazin „Business Insider“ berichtet, dass ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages genau das prüft. 

So würden in dem 20-seitigen Schreiben mit dem Titel „Die Corona-Pandemie im Lichte des Völkerrechts“ zwei mögliche Rechtswege begutachtet: Einmal mögliche Schadensersatzklagen gegen China und zum anderen mögliche Verletzungen des Völkerrechts durch China während der Pandemie. 

Allerdings werden die Erfolgsaussichten einer solchen Klage gegen China als eher gering eingestuft.

Corona-Krise in Deutschland: Die aktuellen Fallzahlen - Weniger als 14.000 aktiv Infizierte

+++ 19.33 Uhr: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen bleibt stabil unter 1.000. So liegt die Zahl der neuen positiven Corona-Tests am Freitag bei 750. Insgesamt gibt es in Deutschland nun 173.694 bestätigte Corona-Fälle. Hinzu kommen 68 neue Todesfälle in Folge von Covid-19. Damit steigt die Gesamtzahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus auf 7.856 Personen. 

Laut des Robert-Koch-Instituts (RKI) ist die Zahl der Genesenen in Deutschland auf rund 151.700 Menschen angestiegen - also 1.400 mehr als noch am Vortag. Damit liegt die Infizierten-Zahl laut RKI derzeit bei etwas mehr als 13.600 Menschen

Corona-Krise in Deutschland: Galeria Karstadt Kaufhof droht zu zerbrechen - „Grausamkeiten“

+++ 17.33 Uhr: Medienberichten zufolge plant der schwer angeschlagene Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof die Schließung von bis zu 80 seiner insgesamt 175 Filialen in Deutschland. Das gehe aus dem Sanierungskonzept hervor, das dem Gesamtbetriebsrat des Unternehmens am Freitag vorgestellt worden sei, meldete die „Wirtschaftswoche“. 

Insider rechnen mit einem Abbau von rund 5.000 Vollzeitstellen bei dem Unternehmen in Folge der Corona-Krise. Die Zahl der Schließungen könnte sich jedoch noch reduzieren, sollten Vermieter und weitere Beteiligte zu Zugeständnissen bereit sein.

„Die im Entwurf des Sanierungsplans vorgesehenen Maßnahmen sind an Grausamkeiten kaum zu überbieten und ein Generalangriff auf alle Beschäftigten“, heißt es laut „Wirtschaftswoche“ in einer Mitteilung des Gesamtbetriebsrats, ohne auf konkrete Zahlen einzugehen. In der Corona-Krise hat sich das Unternehmen auch bereits um Staatshilfen bemüht und Kurzarbeit* eingeführt.

Corona-Ausbruch in bayrischem Schlachthof – Behörden fordern Untersuchung an 

+++ 16.19 Uhr: Im Kreis Coesfeld sollen die Corona-Beschränkungen wieder gelockert werden. Dort wurden zuletzt in einem Schlachthof 268 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet. Der Kreis habe trotzdem nur 16 Neuinfizierte ohne Kontakt zur Fleischindustrie registriert, weswegen Landesgesundheitsminister Karl-Josel Laumann nur von einem „begrenz lokalen Ausbruchsgeschehen“ sprach. 

+++ 13.45 Uhr: Bei der großangelegten Corona-Testung in einem Schlachthof im Landkreis Straubing-Bogen ist das Virus bei 59 Menschen festgestellt worden. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Kreisen der Gesundheitsbehörden. 

Zuvor war bei 18 Mitarbeitern das Coronavirus nachgewiesen worden. Daraufhin hatten die Behörden eine Reihenuntersuchung aller rund 1000 Mitarbeiter angeordnet. Damit sind nach jetzigem Stand insgesamt 77 Beschäftigte infiziert. Rund 150 weitere Mitarbeiter sollen aber noch getestet werden, die bislang bei den Tests verhindert waren.

Widerstand wächst: Großdemo mit 5.000 Teilnehmern gegen Corona-Maßnahmen gestattet

+++ 12.45 Uhr: Die Bundesregierung rechnet mit der Corona-App zur Nachverfolgung von potentiellen Risikokontakten bis mitte Juni, wie Regierungssprecher Steffen Seibert mitteilte. Die Entwicklung der App sei „im vollen Gange“.

Die Einführung der Corona-App solle von einer Werbekampagne finanziert werden, um möglichst viele Bürger Deutschlands zu einem freiwilligen Einsatz der App zu bewegen. 

+++ 10:45 Uhr: Bundesweit wächst der Widerstand gegen die Einschränkungen in der Corona-Krise. In Stuttgart wollen am Samstag 5.000 Menschen zu einer Kundgebung auf die Straße gehen.

Die Stadt hat die Demonstration nun genehmigt. Es sei „eine Abwägung von Infektionsschutz und der Versammlungsfreiheit“ gewesen, sagte Bürgermeister Martin Schairer (CDU) laut dem Internetangebot der Tagesschau. Allerdings gelten auch bei der Anti-Corona-Demo Einschränkungen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer müssen Mindestabstände einhalten. Im öffentlichen Nahverkehr gilt außerdem Maskenpflicht.

Corona-Krise in Deutschland: Wirtschaftsleistung bricht ein

+++10.13 Uhr: Die Corona-Pandemie hat die deutsche Wirtschaft bereits in den ersten drei Monaten des Jahres schwer getroffen. Im ersten Quartal brach das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal um 2,2 Prozent ein, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. 

Obwohl die Ausbreitung des Coronavirus die Wirtschaftsleistung im Januar und Februar noch nicht wesentlich beeinträchtigte, ist dies demnach der stärkste Rückgang seit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009.

„Stark rückläufig“ waren im ersten Quartal laut Bundesamt die privaten Konsumausgaben. Auch die Investitionen in Ausrüstungen - also vor allem in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge - nahmen demnach deutlich ab. Die Konsumausgaben des Staates und die Investitionen in Bauten hätten dagegen stabilisierend gewirkt und einen noch stärkeren Rückgang des BIP verhindert, erklärten die Statistiker. Im Außenhandel gingen sowohl die Exporte als auch die Importe gegenüber dem vierten Quartal des Vorjahres kräftig zurück.

Corona-Krise in Deutschland: Resolution gegen umstrittene Palmer-Äußerungen

Update vom Freitag, 1505.2020, 06.30 Uhr: In Deutschland sind bisher insgesamt mehr als 3,1 Millionen Coronavirus-Tests vorgenommen worden. Davon sind rund 197.100 positiv ausgefallen, wie aus Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin hervorgeht. Die darin veröffentlichten Statistiken zeigen auch, dass die Kapazitäten zuletzt bei weitem nicht ausgeschöpft wurden. Beispielsweise wurden laut den Zahlen aus der Woche vom 4. bis 10. Mai nach zusammengezählten Daten von 173 Labors rund 382.000 Tests gemacht. Die angegebenen Testkapazitäten lagen um ein Mehrfaches höher. 

Die meisten Tests und die höchste Rate positiver Ergebnisse wurden laut RKI-Statistik in der Kalenderwoche 14 - Ende März, Anfang April - verzeichnet: Von rund 408.000 Tests wurde Sars-CoV-2 damals bei 9 Prozent der Proben nachgewiesen. In den Folgewochen sank die Rate der positiven Tests immer weiter, auf zuletzt noch 2,7 Prozent. 35 Labors gaben laut RKI Lieferschwierigkeiten für Reagenzien an, hauptsächlich Extraktionskits und Abstrichtupfer. 

Nachdem die Testkriterien zu Beginn der Epidemie relativ strikt waren - mit Voraussetzungen wie einem Aufenthalt im Risikogebiet oder Kontakt zu einem bestätigten Fall - , wurden sie zuletzt nach und nach gelockert. So sollen nun zum Beispiel auch Menschen mit leichten Symptomen einer Atemwegserkrankung getestet werden.

Corona-Krise in Deutschland: Resolution gegen umstrittene Palmer-Äußerungen

+++ 20.41 Uhr: Der Tübinger Gemeinderat hat eine Resolution gegen umstrittene Äußerungen des Oberbürgermeisters Boris Palmer (Grüne) zur Behandlung von Corona-Patienten beschlossen. 23 Mitglieder votierten am Donnerstagabend für den Antrag, 11 dagegen, wie der Vorsitzende der SPD-Fraktion, Martin Sökler, mitteilte. Es gab 6 Enthaltungen. Die große Mehrheit der Grünen-Stadträte stimmte gegen die Resolution. Palmer selbst enthielt sich, wie Sökler weiter mitteilte. Das Gremium missbillige die Aussagen „mit allem Nachdruck“, heißt es in dem Antrag mehrerer Fraktionen. Das Gremium tagte per Videokonferenz.

Palmer hatte Ende April in einem Fernsehinterview gesagt: „Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären.“ Er erklärte seine Aussage mit der Sorge um armutsbedrohte Kinder vor allem in Entwicklungsländern, deren Leben durch die wirtschaftlichen Folgen des Lockdowns bedroht sei.

Eine Resolution des Gemeinderats wie diese gilt als öffentliche Rüge des Oberbürgermeisters. Unmittelbare Konsequenzen muss Palmer nicht fürchten.

Corona-Krise in Deutschland: Mehrere Bundesländer kippen Quarantänepflicht für Reise-Rückkehrer

+++ 19.57 Uhr: Einige Bundesländer in Deutschland heben die Quarantänepflicht für Rückkehrer aus den europäischen Nachbarstaaten in der Corona-Pandemie auf. So gilt in Nordrhein-Westfalen ab Freitag (15.05.2020) um 0 Uhr keine Pflicht zur Quarantäne mehr für Reise-Rückkehrer, die sich zuvor in europäischen Nachbarstaaten aufgehalten haben.

Auch die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, will die Quarantänepflicht für Rückkehrer gemäß der Absprachen mit dem Bund „rückabwickeln“. „Sie wird dann nur noch für Einreisende aus Drittstaaten gelten“, so Dreyer. Bisher waren Rückkehrer aus dem Ausland verpflichtet, sich wegen der Corona-Pandemie für zwei Wochen in häusliche Quarantäne zu begeben. Das Oberverwaltungsgericht Niedersachsens hatte die pauschale Quarantänepflicht für Reiserückkehrer in Niedersachsen bereits am Dienstag (12.05.2020) gekippt.

Corona-Krise in Deutschland: Die aktuellen Fallzahlen

+++ 16.54 Uhr: Bundesweit wurden nach aktuellem Stand mehr als 172.700 Coronavirus-Infektionen in Deutschland gemessen. Davon sind bisher laut Auswertung der Deutschen Presse-Agentur mindestens 7766 Personen an den Folgen der Infektion gestorben. 

Am Nachmittag des Vortags waren es noch mehr als 171 .700 Infektionen. Die viel beachtete Reproduktionszahl lag laut Robert-Koch-Institut (RKI) am Mittwoch bei 0,81. Ziel bleibt es den Wert unter Eins zu halten, da diese bedeutet, dass jede infizierte Person weniger als eine weitere Person ansteckt. 

Folgen der Corona-Pandemie: Bund rechnet mit Milliarden-Steuerloch 

+++ 15.22 Uhr: Aufgrund der Corona-Krise sinken zum ersten Mal seit der Finanzkrise 2009 die Steuereinnahmen von Bund, Ländern und den Kommunen. Das verkündete das Finanzministerium am Donnerstag. Laut den Prognosen der Steuerschätzer wird Deutschland im laufenden Jahr rund 81,5 Milliarden Euro weniger Steuern einnehmen, als 2019. Das entspricht einem Minus von mehr als zehn Prozent. 

Laut Deutscher Presse Agentur wirft diese Schätzung auch einen Schatten auf die bisherige Haushaltsplanung von Bund, Ländern und Kommunen, die insgesamt nun mir 98,6 Milliarden Euro weniger auskommen müssen, als ursprünglich vorgesehen. Auch die Prognosen für die kommenden Jahre bleiben aufgrund der Folgen durch dieCorona-Pandemie pessimistisch. Der Arbeitskreis Steuerschätzer geht für die Zeit bis 2024 von rund 315,9 Milliarden Euro weniger als zuletzt erwartet aus. 

Trotz Corona-Hilfen in Milliardenhöhe keine Steuererhöhungen 

Die Kosten der Corona-Hilfspakete liegen laut Finanzministerium derzeit bei 453,4 Milliarden Euro für 2020. Hinzu kommen Garantien von mehr als 800 Milliarden Euro, die notfalls auch greifen müssen, falls Unternehmen ihren Krediten nicht nachkommen können. Dafür reichen die bisher geplanten 156 Milliarden Euro an neuen Schulden für den Bundeshaushalt nicht aus. 

Um die Wirtschaft wieder anzukurbeln will Finanzminister Olaf Scholz (SPD) im Juni ein großes Konjunkturpaket vorlegen. Erst dann sei der richtige Zeitpunkt für solche großen Konjunkturmaßnahmen, sagte Scholz in der Bundespressekonferenz. Auf diese Unterstützung verlassen sich nicht nur Unternehmen, sondern auch Kommunen. 

Corona-Krise in Deutschland: Grundrente ist weiter geplant

In der Frage nach höheren Steuern nahm der Finanzminister auf die Vereinbarung der Koalition Bezug. Steuererhöhungen würden demnach erst bei der nächsten Bundestagswahl eine Rolle spielen. Auch die Grundrente in Höhe von knapp einer Milliarde könne sich der Staat weiter wie geplant leisten. Scholz betonte zudem, dass für die Stärkung der deutschen Volkswirtschaft auch die europäische Wirtschaft angekurbelt werden müsse. 

Auch der Tourismus ist von der Corona-Krise betroffen. Dabei stellt sich die Frage, ob und wo man 2020 trotz Corona Urlaub machen kann*.

Corona-Krisenhilfen für EU-Staaten gebilligt

+++ 14.58 Uhr: Lange wurde um die milliardenschweren Corona-Krisenhilfen für den euorpäischen Rettungsfonds ESM gerungen, nun hat der Bundestag diese gebilligt. Damit steht die vorsorgliche europäische Kreditlinie von bis zu 240 Milliarden Euro ab dem formalen Beschluss auf EU-Ebene am Freitag sofort zur Nutzung bereit. Die einzige Bedingung für Länder, die diesen Kredit beanspruchen ist, dass es für direkte oder indirekte Gesundheitskosten verwendet wird. Bislang hat noch kein Land einen Antrag gestellt. Linke und Grüne wiesen trotz ihrer Befürwortung der Kredite darauf hin, dass es zusätzlich ein massives Konjunkturprogramm brauche. Auch Scholz betonte die Notwendigkeit eines solchen Programms, so der Bericht der Deutschen Presse Agentur. 

Des weiteren hat der Bundestag heute neben der Erhöhung des Kurzarbeitergeldes auch die Corona-Prämie und eine Ausweitung der Tests beschlossen

 Bundestag beschließt Erhöhung des Kurzarbeitergeldes

+++ 11.15 Uhr: In der Corona-Krise soll Kurzarbeit* Arbeitsplätze retten. Bisher erhalten Menschen in Kurzarbeit 60 Prozent des letzten Nettolohns (67 Prozent mit Kindern im Haushalt). Nun hat der Bundestag ein neues Gesetz beschlossen: Ab dem vierten Monat des Bezugs von Kurzarbeitergeld soll der Betrag auf 70 Prozent (beziehungsweise 77 Prozent) erhöht werden. Ab dem siebten Monat sollen Kurzarbeiter 80 Prozent (mit Kindern 87 Prozent) des Nettolohns erhalten. Diese Regelung soll bis maximal 31. Dezember 2020 gelten. Der Bundesrat muss noch zustimmen.

Coronavirus in Deutschland: Banger Blick auf die Reproduktionszahl

Erstmeldung vom 14. Mai 2020: Das Coronavirus hat Deutschland weiter im Griff - auch wenn mittlerweile mehr über Lockerungen der Corona-Maßnahmen gesprochen wird als über Corona-Infektionszahlen. Doch die gibt es weiterhin: Bis Donnerstagvormittag (14.5.) sind in Deutschland mehr als 172.000 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Mindestens 7712 Menschen, die mit Sars-CoV-2 infiziert waren, sind bisher bundesweit gestorben (Daten von dpa, Stand 14.5., 10.15 Uhr).

Eine Zahl, auf die derzeit mit besonderem Interesse geschaut wird, ist die Reproduktionszahl, kurz R-Wert. Der lag nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) am Mittwoch bei 0,81 - also steckt jeder Corona-Infizierte im Schnitt weniger als eine Person an. Die Reproduktionszahl ist von besonderem Interesse*, weil sich bei einer Zahl über eins das Virus Sars-CoV-2 wieder verbreitet. Sie wird daher auch von der Politik genau beobachtet.

Corona-Krise: In Schlachthöfen mehren sich Corona-Infektionsfälle

Ebenfalls genau von der Politik beobachtet wird die Corona-Situation in deutschen Schlachthöfen. Dort mehren sich die Corona-Infektionsfälle, Arbeitsminister Hubertus Heil kündigt an, er werde „aufräumen mit diesen Verhältnissen“. Die oft prekären Arbeits- und Wohnbedingungen von ausländischen Leiharbeitern in der Fleischindustrie seien beklagenswert. Daher mache er sich für bundesweit verbindliche Kontrollquoten stark.

Abgesehen von der Fleischindustrie entspannt sich die Corona-Lage in Deutschland, in nächster Zeit sollen auch die Grenzen langsam wieder geöffnet werden. Es geht auf den Sommer zu, da denken viele eben auch an ihren Sommerurlaub*. Wird es möglich sein, ins Ausland zu fahren? Oder sollte man besser in Deutschland bleiben? Die kommenden Wochen werden es zeigen.

Von Tanja Banner, Grafik: Monika Gemmer

*fr.de und hna.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Ein deutsch-chinesisches Forscherteam findet einen Marker im Blut, an dem sich früh erkennen lässt, wie sich die Erkrankung entwickelt.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/Vincent Bruckmann

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