Zustände in griechischen Lagern katastrophal

Corona: Minderjährige Flüchtlinge aus Griechenland sollen zur Quarantäne nach Niedersachsen kommen 

Die Situation für Minderjährige in griechischen Flüchtlingslagern gilt als dramatisch. Niedersachsen will nun 50 Kinder und Jugendliche zur Corona-Quarantäne aufnehmen.
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Die Situation für Minderjährige in griechischen Flüchtlingslagern gilt als dramatisch. Niedersachsen will nun 50 Kinder und Jugendliche zur Corona-Quarantäne aufnehmen.

Die Bundesregierung will 50 minderjährige Flüchtlinge aus griechischen Lagern aufnehmen. In Niedersachsen sollen sie ihre Corona-Quarantäne verbringen.

  • Niedersachsen erwartet 50 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus Griechenland 
  • Geflüchtete Kinder kommen aus Flüchtlingslagern in Griechenland
  • Kinder und Jugendliche sollen Corona-Quarantäne in Niedersachsen* verbringen

In Niedersachsen werden 50 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge erwartet. Die geflüchteten Kinder und Jugendlichen kommen aus Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln und sollen im Hinblick auf das Coronavirus eine 14-tätige Quarantäne in Niedersachsen verbringen.

"Ich bin zuversichtlich, dass wir nächste Woche die ersten Kinder hier in Deutschland empfangen können", sagte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius am Mittwoch.

Corona: Minderjährige Flüchtlinge kommen zur Quarantäne nach Niedersachsen

Laut Berichten des NDR habe sich Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Dienstag mit Vertretern der Fraktionen von Union und SPD im Bundestag verständigt, die Aufnahme dem Kabinett am heutigen Mittwoch (08.04.2020) vorzuschlagen. Dabei habe die Landesregierung zugesagt, dass die minderjährigen Flüchtlinge aus Griechenland die obligatorische Quarantäne von 14 Tagen wegen Corona in Niedersachsen verbringen können, bevor sie anschließend auf mehrere andere Bundesländer verteilt werden sollen. 

Aus Berichten der Tagesschau geht hervor, dass die Kinder und Jugendlichen auf Beschluss der Bundesregierung nach ihrer Ankunft in Deutschland wegen Corona zunächst zentral in eine zweiwöchige Quarantäne kommen sollten, bevor eine Verteilung in verschiedene Bundesländer erfolgt.

Corona in Niedersachsen:  Flüchtlinge aus Griechenland sollen aufgenommen werden

Derzeit werden in Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Bundes- und Landesbehörden die Voraussetzungen zur Aufnahme der minderjährigen Flüchtlinge aus Griechenland geschaffen, erklärte Pistorius. Die Kinder sollen die ersten vierzehn Tage in einer gesonderten Einrichtung in Niedersachsen untergebracht werden, bevor sie auf die aufnahmebereiten Kommunen verteilt werden.

So werde dem Gesundheitsschutz angesichts der Corona-Pandemie Rechnung getragen. Es müsse weiterhin von Bund und EU-Kommission noch geklärt werden, wie die jungen Flüchtlinge nach Deutschland gebracht werden sollen, so Pistorius.

Erst Anfang März hatte die große Koalition gegen eine Aufnahme von 5000 Schutzbedürftigen gestimmt:

Corona in Niedersachsen: Bund will bis zu 1500 Kinder nach Deutschland holen

Das Ganze werde von der EU-Kommission als Teil einer europäischen Lösung koordiniert, heißt es vom Bund. Demnach sollen in Deutschland in nächster Zeit noch mehr minderjährige Flüchtlinge aus Griechenland aufgenommen werden. Die Zustände in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln werden als dramatisch beschrieben. Ein Ausbruch von Corona könnte dort angesichts katastrophaler hygienischer Zustände verheerende Folgen haben. 

Laut Angaben der dpa sei außer Deutschland aufgrund der Coronavirus-Pandemie derzeit nur Luxemburg bereit, minderjährige Flüchtlinge aus den überfüllten Lagern zu holen. Außenminister Heiko Maas hatte sein Bedauern darüber ausgedrückt, dass viele EU-Staaten entgegen fester Zusagen vorerst keine unbegleiteten Minderjährigen aus den Migrantenlagern in Griechenland aufnehmen wollen: "Wir wollen nicht länger auf andere warten und fangen jetzt an", äußerte er seine Hoffnung, dass weitere Länder nachziehen.

Corona in Niedersachsen: Vor Ostern hat das Land die Kontaktbeschränkungen angepasst das Kontaktverbot gelockert.

In Vorbereitung auf das Coronavirus hat das Land Niedersachsen einige Vorkehrungen getroffen. Um dem Virus Einhalt zu gebieten, wurden Großveranstaltungen abgesagt und regionale Testzentren aufgebaut.

Von Helena Gries

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