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Corona-Zahlen für Deutschland: Warnung vor der dritten Welle - dabei haben manche die zweite noch nicht im Griff

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Die Politik reagiert auf sich ausbreitende Corona-Mutanten. Zu den 13 Virusvariantengebiete kommt eine hinzu. Ein Landkreis knackt nun erneut eine Inzidenz von über 300.

Update vom 2. März, 11.15 Uhr: Bund und Länder streben einem Bericht zufolge eine grundsätzliche Verlängerung des Lockdowns bis zum 28. März an - es soll aber zugleich weitere Lockerungen geben. Bereits ab Montag sollten weniger strenge Kontaktbeschränkungen gelten, berichtete das Magazin „Business Insider“ am Dienstag unter Berufung auf einen Beschlussentwurf von Montagabend. Demnach dürften sich wieder mehrere Mitglieder zweier Haushalte treffen. Erlaubt werde dies für maximal fünf Personen, wobei Kinder unter 14 Jahren nicht mitgezählt würden.

Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte sollen demnach einheitlich in allen Bundesländern öffnen dürfen - derzeit gibt es hier einen Flickenteppich. Voraussetzung seien Hygienekonzepte und eine Begrenzung auf einen Kunden pro 20 Quadratmeter .Auch die bisher noch geschlossenen körpernahen Dienstleistungsbetriebe sowie Fahr- und Flugschulen sollen dem Bericht zufolge wieder öffnen dürfen, wobei ein tagesaktueller negativer Schnelltest Voraussetzung sei. Dabei sollten auch Selbsttests akzeptiert werden. Daten für diese Öffnungsschritte wurden in dem Bericht nicht genannt.

Abhängig vom Infektionsgeschehen zeigt der Entwurf laut „Business Insider“ weitere Öffnungsperspektiven auf. Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 35 solle der Einzelhandel öffnen dürfen. Dies war bereits bei der vorangegangenen Bund-Länder-Runde am 10. Februar vereinbart worden .Dem neuen Entwurf zufolge sollten dann auch Museen, Galerien, zoologische und botanische Gärten sowie Gedenkstätten wieder öffnen, berichtete „Business Insider“. Auch könnten dann bis zu zehn Menschen wieder gemeinsam draußen Sport machen.

Bund und Länder wollen dem Bericht zufolge allerdings auch eine „Notbremse“ einführen: Die aktuell geltenden Regeln sollen demnach wieder in Kraft treten, sobald die Sieben-Tages-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen einen bestimmten Wert überschreitet. Die konkrete Schwelle ist demnach noch Gegenstand der Gespräche .Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder beraten am Mittwochnachmittag über das weitere Vorgehen.

Corona-Zahlen für Deutschland: Warnung vor der dritten Welle - dabei haben manche die zweite noch nicht im Griff

Update vom 2. März, 9.50 Uhr: Die Infektionszahlen in Deutschland scheinen weiterhin auf einem stabilen Niveau zu pendeln, am Dienstag meldete das Robert Koch-Institut 3943 Corona-Neuinfektionen sowie 358 weitere Todesfälle. Während viele Experten bereits vor einer dritten Welle warnen, scheinen einige Landkreise bislang noch nicht einmal die zweite Welle in den Griff bekommen zu haben.

So bleibt der Landkreis Wunsiedel der Landkreis mit der höchsten 7-Tage-Inzidenz. Am Dienstag verzeichnete das RKI einen Wert von 313,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, nachdem die Inzidenz am Montag auf 286,3 abgesunken war. Doch auch Hildburghausen in Thüringen und die Stadt Hof haben mit der Ausbreitung des Coronavirus weiter zu kämpfen. Beide verzeichnen Inzidenzen von 251,6 und 248,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

Corona in Deutschland: RKI veröffentlicht aktuelle Infektionszahlen

Update vom 2. März, 7.38 Uhr: In Deutschland ist die 7-Tage-Inzidenz in der Corona-Pandemie leicht gesunken. Laut RKI lag sie am Dienstagmorgen bei 65,4 (Vortag: 65,8). Binnen eines Tages sind 3943 Corona-Neuinfektionen sowie 358 weitere Todesfälle an oder mit Covid-19 gemeldet worden. Damit erhöhte sich die Zahl der seit Pandemie-Beginn bundesweit registrierten Corona-Todesfälle auf 70.463.

Die Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab bei der Verhängung oder Lockerung von Corona-Restriktionen. Ziel von Bund und Ländern ist es derzeit, den Wert auf unter 35 zu drücken. Am Mittwoch wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs über das weitere Vorgehen beraten.

Corona-Impfstoff: AstraZeneca-Vakzin stapelt sich in den Kühlschränken der Impfzentren

Update vom 1. März, 16.15 Uhr: Mit der erwarteten Lieferung von über einer Million Dosen des Astrazeneca-Impfstoffs könnte sich der Impfstau in den Bundesländern bis Ende der Woche vergrößern. Bis Donnerstag sollen knapp 1,1 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca geliefert werden, insgesamt erhöht sich die Liefermenge damit auf fast 3,2 Millionen, wie aus Zahlen des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Bis einschließlich Sonntag haben nach Zahlen des Robert Koch-Instituts aber nur rund 455.000 Menschen eine Impfung mit Astrazeneca erhalten. Davon sind rund 91.000 Menschen am Samstag und Sonntag geimpft worden.

Trotz großer Mengen zunächst ungenutzten Impfstoffs will die Bundesregierung das Präparat von Astrazeneca nicht für Impfungen jenseits der festgelegten Vorranggruppen freigeben. Eine grundsätzliche Freigabe verfolge die Bundesregierung zu diesem Zeitpunkt nicht, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte zuletzt eine weniger starre Priorisierung für Astrazeneca ins Gespräch gebracht, um den Rückstand möglichst schnell abzubauen.

Warum sich die Astrazeneca-Impfstoffe in den Kühlschränken der Impfzentren stapeln, ist seit Tagen unklar. Die Bundesregierung stellte sich am Montag dem Eindruck entgegen, dass Impfstoff einfach ungenutzt liegenbleibe. Es könnten unterschiedliche Gründe geben, warum Astrazeneca-Impfstoff noch nicht verimpft sei, sagte Seibert. So könne Impfstoff erst relativ frisch geliefert sein, für eine zweite Impfung zurückgehalten werden oder noch nicht verimpft, aber für bestimmte Impfungen vorgesehen sein.

Corona-Mutationen: Grundschule wenige Tage nach dem Öffnen wieder dicht

Update vom 1. März, 15.25 Uhr: Nach dem wochenlangen Lockdown öffnen langsam wieder Schulen, Baumärkte und Friseure. Doch für 150 Menschen im Landkreis Ravensburg geht es nur knapp eine Woche nach der Öffnung direkt wieder in die Isolation. Weil sich ein Grundschulkind in Achberg mit der südafrikanischen Corona-Mutation infiziert hat, müssen nun 150 Menschen in Quarantäne. Wie die Gemeinde am Montag mitteilte, musste die Schule am vergangenen Freitag knapp eine Woche nach deren Öffnung wieder schließen.

Betroffen von der Quarantäne seien Mitschüler und Lehrer des Jungen und deren Familien. Auch zwei Kindergarten-Gruppen mussten vorsorglich in Isolation, weil dort ein Geschwisterkind des Schülers betreut wurde. Wo sich das Kind mit der Mutation infiziert habe, sei bislang unklar. Weil auch die Lehrerin des Jungen positiv getestet wurde, mussten auch ihre Kontaktpersonen und deren Familien in Quarantäne. In diesem Fall müsse jedoch noch geklärt werden, ob es sich auch hier um eine Infektion mit der Mutation handelt. Baden-Württemberg hatte erst vergangene Woche die Quarantäneregeln bei Infektionen mit Corona-Mutanten verschärft, weil die Virusvarianten als ansteckender gelten und sich somit schneller ausbreiten. Kontaktpersonen ersten Grades müssen 14 statt wie bislang 10 Tage in Isolation. Und auch die Haushaltsangehörigen sind von der Quarantäne betroffen, wenn es sich um eine Infektion mit einer Mutation handelt.

Corona in Deutschland: Lage in Tschechien weiter angespannt

Update vom 1. März, 12 Uhr: Während die Infektionszahlen in Deutschland aktuell einem einigermaßen stabilen Trend folgen, bleibt die Lage in Tschechien und den Grenzregionen zu Bayern und Sachsen auch weiterhin angespannt. Um die Infektionszahlen dort in den Griff zu bekommen, fordern Bayern und Sachsen nun ein besonderes Vorgehen in den Hotspots. Mit den derzeitigen Werkzeugen allein werde die Politik der Situation vermutlich „nicht Herr“, sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer am Montag bei einer Pressekonferenz in Dresden. „Wir brauchen ein besonderes Impfregime für Hotspots.“

Als Beispiel nannte er den Vogtlandkreis, wo die Sieben-Tage-Inzidenz aktuell bei rund 230 liegt. In dem Kreis, der an Tschechien und Bayern grenzt, sollte allen Erwachsenen über 18 Jahre ein Impfangebot gemacht werden, sagte Kretschmer. Bayern und Sachsen wollen Tschechien angesichts der dortigen hohen Inzidenzwerte mit Schnelltests, Bettenkapazitäten in Krankenhäusern und Impfstoffdosen unter die Arme greifen. Auch Thüringen bot Hilfe an. Dies sei ein Akt der Solidarität in der Grenzregion, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder in der Videopressekonferenz mit Kretschmer.

Während in Deutschland bislang unklar ist, ob der Corona-Gipfel am Mittwoch zu Lockerungen oder strengeren Maßnahmen führen wird, denken einige Politiker und Experten in Österreich bereits an die große Öffnung des Landes. Im Laufe des Tages wird Kanzler Kurz dann vor die Presse treten.

Corona in Deutschland: RKI veröffentlicht aktuelle Infektionszahlen

Update vom 1. März, 6.41 Uhr: Die 7-Tage-Inzidenz hat sich in Deutschland laut RKI auf 65,8 erhöht. Damit stieg er nun den vierten Tag in Folge. Binnen 24 Stunden sind 4732 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden, überdies 60 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Ansteckung. Da am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln, liegen die Fallzahlen sonntags und montags in der Regel niedriger als an anderen Wochentagen.

Ziel von Bund und Ländern ist es aktuell, die 7-Tage-Inzidenz auf einen Wert unter 35 zu drücken. Am Mittwoch wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs über das weitere Vorgehen beraten.

Corona: Deutschland unterstützt Virusvariantengebiet Tschechien mit Impfstoff-Dosen

Update vom 28. Februar, 16.09 Uhr: Auch Tschechien zählt zu den sogenannten Virusvariantengebieten. Um eine Verbreitung der hoch-ansteckenden Mutationen nach Deutschland zu vermeiden, verschärfte die Bundesregierung auch hier die Einreisebeschränkungen. Sachsen, Bayern und Thüringen setzen sich jetzt auch für eine Unterstützung des Nachbarlandes ein. Wie Sachsens Regierungssprecher Ralph Schreiber am Sonntag ankündigte, planen die angrenzenden Bundesländer eine unterstützende Lieferung von insgesamt 15.000 Impfstoff-Dosen. Die Lieferung sei für Montag geplant und die tschechische Regierung werde anschließend über die Verteilung des Corona-Impfstoffes entscheiden.

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) kündigte laut dpa an, der Freistaat werde einige Tausend Dosen des AstraZeneca-Impfstoffs zur Verfügung gestellt. Bei den Dosen handele es sich um Sicherheitsreserven, die für den Fall von Lieferausfällen angelegt wurden. „Ich halte diese Hilfsmaßnahme angesichts der Tragödie für alternativlos“ betonte Werner am Sonntag. Mit seit Beginn 1,2 Millionen Corona-Infektionen auf 10,7 Millionen Einwohner, ist Tschechien das am stärksten von der Pandemie betroffene Land der EU.

Erstmeldung vom 28. Februar: Berlin - Ab Dienstag (2. März) gelten strengere Einreisebeschränkungen nach Deutschland. Die Bundesregierung hat das französische Département Moselle laut RKI* zum Virusvariantengebiet erklärt. Es grenzt an das Saarland und Rheinland-Pfalz*.

Als Virusvariantengebiete werden Regionen oder Länder eingestuft, in denen besonders häufig ansteckendere Mutanten des Coronavirus auftreten. Aus den betroffenen Gebieten dürfen nur noch einreisen:

Mitte Februar waren mit Tschechien und Tirol in Österreich* erstmals Gegenden mit einer Landgrenze zu Deutschland als Virusvariantengebiete eingestuft worden. Die Liste umfasst noch viele weitere Staaten, etwa Großbritannien, Irland, Portugal, Südafrika und Brasilien.

Bundespolizistinnen kontrollieren in der Corona-Pandemie am Flughafen Frankfurt die Passagiere eines angekommenen Flugzeugs.
Kontrollen bei Einreisenden in der Corona-Pandemie (Archivbild): Die Liste der Virusvariantengebiete wurde erweitert. © Boris Roessler/dpa

Was müssen Einreisende aus dem Départment Moselle (etwa eine Million Einwohner) nun beachten?

Reaktion auf verschärfte Grenzkontrollen wegen Corona-Mutanten: „Brutal“ und „einseitig“

Stationäre Grenzkontrollen soll es an der Grenze zu Frankreich nach dpa-Informationen nicht geben. „In diesen ganzen Überlegungen stehen bis zur Stunde Grenzkontrollen nicht zur Diskussion“, hatte auch Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU*) schon am Freitag versichert. Ähnlich hatte sich zuvor Bundeskanzlerin Angela Merkel* (CDU*) geäußert.

Frankreichs* Europa-Staatssekretär Clément Beaune sagte, er bedauere die Entscheidung. Man habe in Moselle die Maßnahmen im Kampf gegen das Virus verschärft. Der Präsident der Region Grand Est (zu der Moselle gehört), Jean Rottner, nannte die Entscheidung im Sender France Info „brutal“ und „einseitig“.

Nach Angaben von Premierminister Jean Castex handelt es sich bei 60 Prozent der Corona-Fälle in Moselle um die südafrikanische Variante. Frankreich hatte in Absprache mit der deutschen Seite in der vergangenen Woche bereits seine Einreiseregeln in die Region Moselle verschärft. Nur Grenzpendler, die aus beruflichen Gründen einreisen, sind von einem Test befreit. Generell braucht jeder, der nach Frankreich einreist, einen negativen Corona-Test, der nicht älter als 72 Stunden ist. (dpa/AFP/frs) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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