Studie zur Mutante B.1.427/B.1.429

Neue Corona-Mutation breitet sich in Kalifornien aus - „Diese Variante ist sehr besorgniserregend“

Im US-Bundesstaat Kalifornien breitet sich die Corona-Mutation B.1.427/B.1.429 aus. Eine Studie liefert nun weitere Erkenntnisse zur neuen Virus-Variante.

San Francisco - Die Ausbreitung der Corona-Mutationen B.1.1.7 aus Großbritannien* und B.1.351 aus Südafrika hat in vielen Ländern Europas für steigende Infektionszahlen und Lockdowns gesorgt. Im US-Bundesstaat Kalifornien grassiert nun eine weitere neue Virus-Variante. Eine Studie deutet nun laut mehreren US-Medienberichten darauf hin, dass diese Corona-Mutante B.1.427, beziehungsweise B.1.429 ansteckender und aggressiver sein könnte als das Ausgangsvirus*.

Neue Corona-Mutation: Virus-Variante B.1.427/B.1.429 breitet sich in Kalifornien aus

Im Dezember des vergangenen Jahres entdeckten US-Wissenschaftler des Cedars-Sinai Medical Center in Los Angeles und der University of California in San Francisco (UCSF) die Corona-Mutation B.1.427/B.1.429 erstmals. Nach bisherigen Erkenntnissen habe sich die Virus-Variante* vor allem in Kalifornien ausgebreitet, sie sei allerdings auch schon in anderen US-Bundesstaaten und Ländern weltweit entdeckt worden.

Die Studie der Wissenschaftler der UCSF zur Mutante B.1.427/B.1.429 ist bislang noch nicht veröffentlicht worden. Laut Los Angeles Times müsse sie derzeit noch den üblichen unabhängigen Prüfprozess durchlaufen, ehe sie publiziert wird. Eine vorläufige Online-Publikation wird demnach allerdings in Kürze erwartet.

In Kalifornien breitet sich die neue Corona-Mutation B.1.427/B.1.429 aus.

Corona-Mutation B.1.427/B.1.429: Studie zeigt höhere Ansteckungsgefahr

Wie das Wissenschaftsmagazin Science berichtet, wurden in der UCSF-Studie 2172 Corona*-Proben aus 44 Bezirken des US-Bundesstaats Kalifornien sequenziert. Diese Proben stammten demnach aus dem Zeitraum zwischen September 2020 und Januar 2021. Während die neue Corona-Mutation im September kein einziges Mal nachgewiesen wurde, sei sie Ende Januar 2021 bereits bei rund der Hälfte der untersuchten Proben nachgewiesen worden. In nur wenigen Monaten hat sich die Mutante B.1.427/B.1.429 offenbar regional stark ausgebreitet.

In der Studie seien zudem die Krankheitsverläufe von 324 Covid-19-Patienten* aus dem Universitätsklinikum San Francisco untersucht worden. Personen, die sich mit der Virus-Variante B.1.427/B.1.429 infiziert hatten, wiesen dem Bericht zufolge eine 4,8-mal höhere Wahrscheinlichkeit auf, intensivmedizinisch behandelt werden zu müssen, als mit dem ursprünglichen Coronavirus Infizierte. Die Sterbewahrscheinlichkeit lag demnach sogar elfmal höher. Zudem soll die Mutante weniger empfindlich auf bereits gebildete Antikörper reagieren - das könnte Auswirkungen auf die Effektivität von Corona-Impfstoffen* gegen die kalifornische Virus-Variante haben.

Corona-Mutation in den USA: „Diese Variante ist besorgniserregend“ - Kritik an Studie

„Diese Variante ist sehr besorgniserregend, weil unsere Daten zeigen, dass sie ansteckender ist, einen schweren Krankheitsverlauf wahrscheinlicher macht und wenigstens teilweise resistent gegen Antikörper ist“, erklärte Studien-Autor Charles Chiu von der UCSF, Infektiologe und Experte für Sequenzierungen, der Fachzeitschrift Science. „Ich wünschte, ich hätte bessere Nachrichten - dass diese Variante komplett unbedeutend ist“, sagte er der New York Times. „Aber leider müssen wir einfach den Ergebnissen der
Wissenschaft folgen.“

Im Science-Bericht gibt es neben viel Zustimmung und Interesse allerdings auch Kritik von unbeteiligten Forschern an der Studie der UCSF-Wissenschaftler zur neuen Virus-Mutation B.1.427/B.1.429. Die Aussagekraft der Studie wird infrage gestellt, da sie auf teilweise relativ kleine Datensätze zurückgreift. „Wenn ich ein Prüfer wäre, würde ich gerne mehr Daten von mehr infizierten Personen sehen, um diese sehr provokative Behauptung zu untermauern“, sagte beispielsweise David O’Connor, Experte für Sequenzierungen an der University of Wisconsin. (ph) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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