1. SauerlandKurier
  2. Deutschland & Welt

Falsches Ergebnis droht: Experten warnen bei Coronatests im Winter

Erstellt:

Von: Jakob Koch

Kommentare

Frau steht mit Corona-Schnelltest vor Karstadt.
Antigen-Tests sind temperaturempfindlich. © imago images/Oliver Mueller

Mal eben noch schnell im Freien einen Corona-Selbsttest machen und dann Familie oder Freunde treffen? Das ist in diesen Tagen häufig der Fall. Doch gerade im Winter müssen Anwender einiges beachten.

München - Die Infektionsgefahr mit dem Coronavirus* ist in geschlossenen Räumen um ein Vielfaches höher als unter freiem Himmel. Da liegt es nahe, auch einen Antigen-Schnelltest an der frischen Luft durchzuführen und auf das Ergebnis zu warten, bevor man einen Raum mit anderen Menschen betritt. Bei den derzeitigen Temperaturen jedoch ein Fehler.

Selbst Hersteller warnen davor, im Winter so vorzugehen: „Die Idee, den Schnelltest draußen durchzuführen, ist natürlich nicht schlecht. Aber bei winterlicher Kälte raten wir davon dringend ab, da sonst das Ergebnis verfälscht werden kann. Alle Testkomponenten wie Testkassette, Probe und Puffer müssen eine Temperatur von 15 bis 30 Grad Celsius haben“, sagt Roland Meißner, Geschäftsführer der „nal von minden GmbH“, einem Hersteller von Coronatests.

Coronatests bei Kälte: Auswirkungen auf das Ergebnis

Auch die Landesapothekerkammer Baden-Württemberg rät von der Anwendung ab: „Geringe Temperaturen unter vier Grad Celsius während Lagerung und Durchführung der Antigentests lassen die Spezifität des Testergebnisses sinken. In der Konsequenz kann es zu vermehrten falsch positiven Ergebnissen kommen“, schreibt die Apothekerkammer auf ihrer Website.

Dabei haben sowohl zu hohe als auch zu niedrigen Temperaturen Auswirkungen auf das Ergebnis von Selbsttests. Anwender sollten unbedingt die Verpackung oder Packungsbeilage gründlich lesen - denn: Bei Kälte laufen alle Prozesse langsamer ab. Geschäftsführer Meißner: „Die Fließgeschwindigkeit ist langsamer. Es dauert dadurch länger bis die Probe aus dem Nasen- oder Mundrachenraum mit den Antikörpern des Schnelltests reagiert hat. Dies kann zu einem falschen Ergebnis führen.“

Antigen-Schnelltests: Keine Lagerung im Kühlschrank

Viele Menschen lagern ihre Medikamente im Kühlschrank* - doch bei Antigen-Schnelltests kann das zum Problem werden. Wer sie dort verstaut und danach bei warmer Zimmertemperatur anwendet, könnte ebenfalls ein falsch positives oder negatives Ergebnis bekommen - davor warnt Professor Dr. Jan Felix Drexler vom Institut für Virologie der Berliner Universitätsklinik gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Coronatest-Hersteller „Hot Gen“ empfiehlt beispielsweise eine Lagerung zwischen vier und 30 Grad, die Anwendung sollte zwischen 10 und 30 Grad durchgeführt werden. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare