„Denken gerade über Bordtiere nach“

Maskenpflicht? Deutsche Bahn teilt lustiges Tier-Video mit spezieller Message - Fahrgäste reagieren geteilt

Auf Twitter tobt erneut ein erbitterter Streit über die Maskenpflicht. Angestoßen hat ihn die Deutsche Bahn - mit einem niedlichen Tierclip.

  • Die Bundespolizei trifft in Deutschland täglich auf mehr als 3000 reisende Maskenverweigerer.
  • Die Deutsche Bahn (DB) twitterte nun über das Problem - dort schlug man gegen die DB-Mitarbeiter zurück.
  • Zu deren Aufgaben in Corona-Zeiten gibt es einen aktuellen Beschluss der Verkehrsminister.

Berlin - Autsch. Wie viele Kinder allerorten hat sich neulich eine Dame keck zu einem Schwan hinabgebeugt - doch das Tier war nicht in Laune und schnappte zu. Dabei erwischte es den baumelnden Mund-Nasen-Schutz der erschrockenen Frau und beförderte ihn mit dem Schnapp wieder mitten auf die Nase - dort wo er eben hingehört.

Schon ein lustiger Zufall, so in Corona-Zeiten*. Dachte sich auch die Deutsche Bahn und twitterte den viralen Clip als Erinnerung an die Maskenpflicht in Zügen. Caption: „Wir denken über Bordtiere nach.“ Viele Follower sind aber ebenfalls nicht in Laune. Unter dem innerhalb eines Tages mehr als 4000 Mal geteilten Tweet lautet der Tenor der Beleidigten nun: Soll die Deutsche Bahn die Maßnahme* gegen Neuinfektionen* doch mithilfe ihrer Mitarbeiter durchsetzen!

Deutsche Bahn mit Maskenpflicht-Clip - Vorwürfe gegen Mitarbeiter folgen

Nur ein Beispiel: „Wäre auch schon ein Anfang, konsequent in allen Zügen auf die MNS-Pflicht hinzuweisen. Und zwar bei jedem Zustieg und am besten noch explizit, dass das Teil auch über die Nase gehört und dass stundenlange Picknicks im Zug scheiße und rücksichtslos sind.“

Ein anderer behauptet: „Sitze gerade in der Bahn, würde schon helfen wenn die Schaffner die Leute ohne Maske bzw. die Nasenfreien mal ermahnen würden. Tun sie aber nicht.“ Eine andere ätzt: „Gehen die dann auch bei euren Zugbegleitern vorbei? Auch bei denen mit diesem absurden Plastik-Kinnschutz?“

Ein Tweet der Deutschen Bahn zur Maskenpflicht in Zügen bringt einige Follower in Rage.

Denen gegenüber steht das andere Lager, die den Clip völlig angemessen finden und beobachten, dass sich die ZugbegleiterInnen sehr bemühen. „Ich habe die Bahnmitarbeiter diesbezüglich als sehr engagiert erlebt. Können halt auch nichts dafür, wenn Maskenverweigerer eine Minute nach der Kontrolle die Maske wieder abnehmen oder ihr Essen alibimässig auf die komplette Fahrt ausdehnen“, kommentiert eine Frau. „Ja, ist dringend nötig. So viele Leute, die den Schutz nur zum Kinn wärmen nutzen. Ich bin jedesmal wieder entsetzt, wieviele Egoisten unterwegs sind. Echt traurig!“ ordnet ein weiterer den Clip ein.

Viraler Maskenpflicht-Clip: Bundespolizei ermahnt täglich mehr als 3000 Reisende

Am Mittwoch, zwei Tage vor dem Tweet, hatten die Verkehrsminister der Länder erklärt, die Beschäftigten von Bus- und Bahn-Unternehmen könnten wegen der Maskenpflicht keine „Hilfssheriffs“ werden. In einem Beschluss stellten sie fest, ihre Durchsetzung sei grundsätzlich Aufgabe des Staates, nicht alleine der Unternehmen.

Für Ordnungswidrigkeitsverfahren und die Durchsetzung der Covid-19*-Eindämmungsverordnungen sind die Landesbehörden zuständig. Die Deutsche Bahn kann Maskenverweigerer zum Verlassen ihrer Züge auffordern. Um ihr Hausrecht durchzusetzen, kann die Bundespolizei hinzugezogen werden. Bundespolizisten ermahnen pro Tag bundesweit zwischen 3000 und 4000 Reisende zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes. *tz.de gehört zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Rubriklistenbild: © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

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