News-Ticker zur Pandemie

Corona in Deutschland: Erster Landkreis führt Sperrstunde wieder ein - Spahn verkündet Impf-„Meilenstein“

Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen wieder. Erster Landkreis führt Sperrstunde wieder ein. Spahn verkündet das Erreichen eines Impf-Meilensteins. Der Ticker.

  • Die Bundes-Inzidenz steigt auf 15,0, 2.768 Neuinfektionen gab es in den letzten 24 Stunden.
  • Erster Landkreis führt Sperrstunde wieder ein (Update 13.07 Uhr)
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn spricht bei der Impfquote von einem Meilenstein (Update 9.57 Uhr).
  • Amtsärztinnen und -ärzte drängen auf eine Kinder-Impfung.
  • Dieser Ticker wird fortlaufend aktualisiert.

Update vom 28. Juli, 14.46 Uhr: Die Ministerpräsidentenkonferenz will jetzt am 10. August mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten. Die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer bestätigte am Mittwoch in Berlin das vorgezogene Treffen. Gesprochen werden soll über das Thema Impfen sowie über den Umgang mit Reiserückkehrern und mit den steigenden Infektionszahlen.

Corona: Erster Landkreis führt Sperrstunde wieder ein

Update vom 28. Juli, 13.07 Uhr: Der erste Landkreis in Deutschland führt die Sperrstunde wieder ein: Lüneburg (Niedersachsen). Hier schrillen die Corona-Alarmglocken. Nach einer Abi-Feier - der ABI-XXL-Feier in Bardowick - ist es zu einem Corona-Ausbruch gekommen, teilt der Landkreis mit. Seit drei Tagen liegt die Inzidenz im Landkreis Lüneburg über 50 - momentan bei 73,9. Jetzt ziehen die Behörden Zügel an. In der Gastronomie gilt jetzt eine Testpflicht im Innenbereich und die Sperrzeit beginnt wieder um 23 Uhr. Clubs und Diskotheken sind geschlossen.

„Die rasanten Entwicklungen der vergangenen Tage sind weit überwiegend auf eine Party zurückzuführen, in deren Folge sich bis jetzt mehr als einhundert Menschen mit dem Corona-Virus angesteckt haben“, teilt der Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer in einer Pressemitteilung mit. 

Update vom 28. Juli, 11.51 Uhr: Urlauber müssen sich auf eine erweiterte Testpflicht bei der Rückkehr nach Deutschland gefasst machen. Schon ab 1. August soll eine generelle Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer gelten - egal, von wo und mit welchen Verkehrsmitteln. Für alle Flugpassagiere besteht bereits eine Testpflicht bei der Einreise.

Corona-Impfquote: Spahn spricht von einem „weiteren Meilenstein“

Update vom 28. Juli, 9.57 Uhr: „Ein weiterer Meilenstein: Mehr als jeder zweite Deutsche (50,2 Prozent / 41,8 Millionen) hat den vollen Impfschutz“, twittert Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Mittwochmorgen. 61,1 Prozent (50,85 Millionen) der Bürgerinnen und Bürger seien mindestens einmal geimpft. Und weiter: „Je mehr sich jetzt impfen lassen, desto sicherer werden Herbst und Winter!“

Zum Vergleich: In Großbritannien liegt die Impf-Quote laut RKI aktuell bei 54,9 %. In Israel sind 61,5 % der Einwohner vollständig gegen Corona geimpft. (Stand 28. Juli)

Corona-Fallzahlen klettern weiter - Amtsärzte sprechen sich für Kinder-Impfungen aus

Erstmeldung vom 28. Juli 2021

Berlin - Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz* bei den Corona-Neuinfektionen steigt weiter und liegt nun bei 15,0. Am Vortag betrug der Wert 14,5, beim jüngsten Tiefststand vom 6. Juli waren es 4,9. Wie das Robert-Koch-Institut* am Mittwochmorgen (28. Juli) unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 2768 Neuinfektionen sowie 21 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 registriert. Vor einer Woche betrug die Inzidenz noch 11,4, die Zahl der Neuansteckungen lag bei 2203.

Coronavirus: Inzidenzwert soll wohl doch Richtwert für Pandemiebeurteilung bleiben

Gestern sorgte ein Papier, das der Bild vorliegt, für Aufsehen. RKI-Chef Lothar Wieler warnte darin, die vierte Welle habe begonnen und die Sieben-Tage-Inzidenz müsse „Leitindikator“ bleiben. Das RKI wollte eigentlich vom Inzidenzwert als alleinigen Bewertungsfaktor der Pandemie abrücken. Nun folgt offenbar eine Kehrtwende. Wieler soll in dem Schreiben außerdem vor hohen Inzidenzen gewarnt haben und geäußert haben, dass hohe Impfquoten alleine nicht ausreichten. Corona-Einschränkungen wären somit wieder nötig.

Coronavirus: Amtsärzte für Kinder-Impfungen

Angesichts der wieder schnell steigenden Corona-Infektionszahlen sprechen sich derweil auch die deutschen Amtsärztinnen und -ärzte dafür aus, auch alle Kinder ab zwölf Jahren zu impfen. „Wenn die Vakzine getestet, geprüft und zugelassen sind, sehe ich keinen Grund, sie nicht zur Impfung zu empfehlen, auch für Jüngere“, sagte die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst, Ute Teichert, den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Mittwoch (28. Juli).

„Wenn es eine Zulassung für Impfstoffe gegen Covid-19 auch für Kinder und Jugendliche gibt, bin ich dafür, dass Menschen damit geimpft werden“, sagte Teichert. Die Inzidenzen seien bereits in den niedrigeren Altersgruppen besonders hoch. „Das wird sich bald in die noch jüngeren Gruppen verschieben. Warum sollten wir diese Altersgruppen nicht vor Corona schützen?“, gab Teichert zu bedenken. „Zumal die Jungen viele Kontakte haben. Da ist es doch sinnvoll, sie zu impfen.“

In Deutschland ist der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer* für Kinder ab zwölf Jahren zugelassen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Immunisierung bisher aber nur für junge Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen. (jh/dpa/AFP) *merkur.de ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.Media

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