Neurologen forschen

Coronavirus: Experten warnen vor heftigen Spätfolgen - auch bei leichten Symptomen: „Noch nie zuvor gesehen“

Das Coronavirus forderte hunderttausende Menschenleben. Auch die Spätfolgen scheinen verheerend. Britische Neurologen warnen eindringlich vor extremen Hirnschäden.

  • Hunderttausende Menschen starben bereits an Covid-19.
  • Auch die Langzeitfolgen des Coronavirus* sind nicht zu unterschätzen. 
  • Britischen Neurologen zufolge kann es zu schwerwiegenden Schäden am Hirn und am zentralen Nervensystem kommen. 
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München - Seit dem Ausbruch des Coronavirus Sars-CoV-2 Anfang des Jahres 2020 scheint es mehr Fragen als Antworten zu geben. Während noch immer händeringend nach einem Impfstoff und einem Medikament gesucht wird, machen der Forschung* besonders auch die Langzeitfolgen nach einer überstandenen Infektion große Sorgen, wie Merkur.de* berichtet

Britischen Neurologen zufolge kann es zu schwerwiegenden Schäden am Hirn und am zentralen Nervensystem kommen.  

Coronavirus: Hirnschäden bei Patienten mit nur leichten Symptomen

Ist man zu Beginn der Coronavirus-Pandemie davon ausgegangen, dass es sich um eine reine Lungenkrankheit handelt, existieren mittlerweile viele Hinweise darauf, dass das Virus auch andere Organe angreift und ihnen massiv zusetzen kann. 

Nicht zuletzt zog auch ein deutscher Lungenspezialist eine bittere Corona-Bilanz

Im Fachmagazin „Brain“ haben britische Neurologen des University College London, wie Medien übereinstimmend berichten, Einzelheiten darüber veröffentlicht, dass das Coronavirus bereits bei Patienten mit nur leichten Symptomen oder bei Genesenen Hirnschäden verursachen kann. Diese würden aber viel zu spät oder gar nicht erkannt werden. 

Coronavirus: „Wie Covid-19 das Gehirn attackiert, haben wir noch nie zuvor gesehen“

Ein Forscherteam um Dr. Michael Zandi, ein leitender Autor der Studie und Berater an den University College London Hospitals, hat mehr als 40 Covid-19-Patienten untersucht und dabei eine akute demyeliniserende Enzyphalomyelitis (ADEM) diagnostiziert. Hierbei handelt es sich um eine entzündliche Krankheit, die zur degenerativen Zerstörung des zentralen Nervensystems führt und die Myelinscheiden der Nerven im Gehirn und das Rückenmark betrifft. 

„Die Art und Weise, wie Covid-19 das Gehirn attackiert, haben wir bei anderen Viren noch nie zuvor gesehen“, so Zandi. Besonders ungewöhnlich seien vor allem die massiven Hirnschädigungen, die selbst bei Patienten mit einer leichten Corona-Symptomatik auftrete.

Bei insgesamt zwölf der untersuchten Patienten diagnostizierten die Experten eine Entzündung des zentralen Nervensystems, bei zehn eine vorübergehende Gehirnerkrankung mit Delirium oder Psychose. Acht der Patienten litten an Schlaganfällen, andere an Problemen mit den peripheren Nerven, meist mit der Diagnose Guillain-Barré-Syndrom. Hierbei handelt es sich um eine entzündliche Krankheit der Nerven, die Lähmungen hervorruft.

Währenddessen hat das Ausmaß um Produktwarnungen vor Atemschutzmasken eine neue Dimension erreicht.

Coronavirus: Spätfolgen und Komplikationen - „Möchten Mediziner auf der ganzen Welt aufmerksam machen“

"Biologisch gesehen hat ADEM einige Ähnlichkeiten mit der Multiplen Sklerose, aber sie verläuft schwerer und tritt in der Regel nur einmal auf“, erklärt Zandi, „bei einigen Patienten wird eine langfristige Behinderung zurückbleiben, andere werden sich gut erholen.“

Die Gesamtheit der Spätfolgen sei möglicherweise noch überhaupt nicht erfasst worden, so Zandi. „Wir möchten Mediziner auf der ganzen Welt auf diese Komplikationen des Coronavirus aufmerksam machen“, sagte er.

Die Forschung in Zusammenhang mit dem Coronavirus und dessen Folgen geschieht weiterhin auf Hochtouren. Besonders der Angriff der Viren auf das menschliche Gehirn bereitet Medizinern große Sorgen. Spätfolgen bis hin zur Lähmung sind möglich.

Im Wettstreit um einen Corona-Impfstoff soll Russland Hacker-Angriffe durchgeführt haben. Das Vereinigte Königreich, Kanada und die USA prangern an und warnen vor mehr. (mbr) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © dpa / Emilio Morenatti

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