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Erftstadt nach Erdrutsch in „katastrophaler Lage“: Retter orten 24 Autos in Fluten

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In Erftstadt bei Köln ist es am Freitag aufgrund von Wassermassen zu einem massiven Erdrutsch gekommen. Wie viele Opfer zu beklagen sind, ist aktuell noch völlig unklar.

Update vom 16. Juli, 22.05 Uhr: Die Lage in Erftstadt bei Köln bleibt nach einem Erdrutsch infolge des Hochwasser dramatisch: Wie der Kölner Stadtanzeiger online meldet hat das Rote Kreuz per Sonar 24 Autos auf der überfluteten Luxemburger Straße ausgemacht - einige davon in bis zu zehn Metern Tiefe. Die Retter konnten am Freitagabend nicht ausschließen, dass sich noch Menschen in den Fahrzeugen befinden.

Nach 21 Uhr musste die Suchaktion wegen der hereinbrechenden Dunkelheit vorerst abgebrochen werden. Sie soll am Samstagmorgen fortgesetzt werden. Am Samstag wollen auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in den von den Unwettern schwer heimgesuchten Rhein-Erft-Kreis reisen.

Erftstadt nach dramatischem Erdrutsch in „katastrophaler Lage“ - Häuser und Menschen binnen Minuten verschüttet

Blessem, ein Stadtteil von Erftstadt, wurde nach einem Erdrutsch am Freitagmorgen verwüstet
Blessem, ein Stadtteil von Erftstadt, wurde nach einem Erdrutsch am Freitagmorgen verwüstet. © David Young/dpa

Erftstadt - Ein massiver Erdrutsch hat Teile von Erftstadt im Süden Nordrhein-Westfalens erheblich verwüstet (hier geht‘s zum News-Ticker). Die Lage südwestlich der Rheinmetropole Köln ist nach Angaben des Landrates des Rhein-Erft-Kreises, Frank Rock, noch sehr unübersichtlich. Wie der CDU-Politiker gegenüber n-tv ergänzte, gebe es noch keine konkrete Zahl über Todesopfer oder Vermisste.

TV-Bilder zeigen das dramatische Ausmaß der Flutkatastrophe*, zahlreiche Einsatzkräfte befinden sich auf der Suche nach möglichen Opfern, in Bälde werden auch Hilfskräfte der Bundeswehr erwartet, die mit schwerem technischen Gerät Hilfe leisten.

Erftstadt-Hochwasser: Erdrutsch und Flut zerstören Wohnhäuser - Lage unübersichtlich

Am Freitagmorgen seien noch rund 50 Menschen mit Booten gerettet worden, aber auch wieder Menschen auf eigene Faust in bereits evakuierte Häuser zurückgekehrt. Später sei die Flut sehr schnell gekommen, so Berichte. Senken seien binnen zehn Minuten unter Wasser gestanden und es habe kaum Zeit gegeben, die Menschen zu warnen.

Blessem, ein Stadtteil von Erftstadt, wurde nach einem Erdrutsch am Freitagmorgen verwüstet
Blessem, ein Stadtteil von Erftstadt, wurde nach einem Erdrutsch am Freitagmorgen verwüstet. © David Young/dpa

„Es ist eine katastrophale Lage, wie wir sie hier noch nie hatten“, schildert Landrat Rock die apokalyptisch wirkenden Ereignisse. Riesige Erdlöcher klaffen in der 50.000-Einwohnerstadt Erftstadt, Häuser sind teilweise eingestürzt. Besonders der Stadtteil Blessem sei von dramatischen Folgen des erfolgten Erdrutsches getroffen. Weite Teile der Gemeinde stehen zur Stunde nahezu komplett unter Wasser, auch die Stromversorgung ist stark beeinträchtigt. Es sei mit mehreren Todesopfern zu rechnen, teilte die zuständige Bezirksregierung Köln mit. Deutschland hat unterdessen militärischen Großalarm ausgelöst.

Hochwasser im Rhein-Erft-Kreis: Anwohner wurden von massiven Fluten überrascht

In der Ortschaft an der Erft war es zu massiven und schnell fortschreitenden Unterspülungen von Häusern gekommen. Eine Sprecherin des Kreises berichtete, es seien Menschen in Autos auf überfluteten Straßen eingeschlossen worden.

Von der Bezirksregierung verbreitete Luftbilder und Fotos von dpa-Fotografen zeigen Erdrutsche von gewaltigem Ausmaß. Autos lagen in neu entstandenen riesigen Erdlöchern neben Betonteilen der ehemaligen Kanalisation. (PF mit dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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