Menschheit betroffen

Alarm: Experten befürchten Umweltkatastrophe von historischem Ausmaß

Eine Woche brannte die „Sanchi“ lichterloh, bis der Tanker am Sonntag versank. Umweltexperten warnen nun vor giftigem Kondensat. Wie viel davon ist tatsächlich ins Meer gelangt?

Peking  - Nach dem Untergang des Tankers „Sanchi“ im Ostchinesischen Meer könnten die Schäden für die Umwelt größer sein, als zunächst angenommen. Zwei Ölteppiche, einer 15 Kilometer und der andere 18 Kilometer lang, wurden in der Nähe der Untergangsstelle entdeckt, wie Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Dienstag unter Berufung auf die Meeresverwaltung des Landes berichtete. Schiffe und ein Flugzeug seien im Einsatz, um die Entwicklung zu beobachten.

Tankerunglück hat extreme Auswirkungen auf unsere Umwelt 

Chinesische Umweltexperten warnten vor den Folgen des Tankerunglücks. „Das Öl gefährdet viele Lebewesen im Meer“, sagte Ma Jun vom Pekinger Institut für Umweltangelegenheiten der Deutschen Presse-Agentur. Das Kondensat, das aus dem gesunkenen Tanker austrat, sei giftig für Fische und Seevögel. Wie gravierend die Schäden tatsächlich ausfallen, hänge davon ab, wie viel des giftigen Stoffes vorher verbrannte und wie viel ins Meer gelangen konnte. Dies könne jedoch erst nach weiteren Untersuchungen und Messungen gesagt werden.

Sollten Fischern verseuchte Tiere ins Netz gehen, die dann verkauft werden, könnte dies auch für Menschen gesundheitliche Probleme zur Folge haben, warnte Lin Boqiang, ein weiterer chinesischer Umweltfachmann, laut der staatlichen Zeitung „Global Times“.

Bereits am Montag hatte der Umweltschutzverband WWF wegen des gesunkenen iranischen Öltankers vor schlimmen Folgen für die Natur gewarnt. Nach Angaben der Umweltschützer hatte das Schiff 136 000 Tonnen Ölkondensat geladen und 1000 Tonnen giftiges Schweröl als Treibstoff an Bord. Kondensat ist ein besonders leichtes und wertvolles Erdöl - aus ihm wird beispielsweise Benzin erzeugt.

Die Meeresströmungen an der Schwelle zwischen Gelbem und Ostchinesischem Meer seien so komplex, dass kaum vorherzusagen sei, wohin der Ölteppich driften werde. Der iranische Tanker war vor etwa einer Woche rund 300 Kilometer östlich von der Hafenstadt Shanghai entfernt mit einem chinesischen Getreidefrachter kollidiert. Am Sonntag sank der Tanker. An Bord waren 30 Seeleute aus dem Iran und 2 aus Bangladesch, für die es laut iranischem Verkehrsministerium keine Hoffnung mehr gibt.

Chinesisches U-Boot soll gesunkenen Öltanker „Sanchi“ untersuchen

China will mit einem U-Boot den gesunkenen Öltanker „Sanchi“? untersuchen. Wie das Pekinger Transportministerium am Mittwoch mitteilte, wurden Vorbereitungen getroffen, um das U-Boot zu entsenden. Zudem wurde ein Spezialschiff zur Unglücksstelle geschickt, das Verschmutzungen beseitigen soll. Die Hongkonger Zeitung „?South China Morningpost“? berichtete zudem, es werde über den Einsatz von Tauchern nachgedacht, um mögliche Lecks im Schiff zu versiegeln.

Ozeanforscher warnten derweil, ausgetretenes Öl könnte Japans Küste und auch die Insel Jeju erreichen. Eine Simulation habe zudem ergeben, dass sich Verschmutzungen „viel weiter und schneller als bisher gedacht verteilen könnten“, teilte das Nationale Zentrum für Ozeanographie in Großbritannien mit.  

Am Vortag hatten chinesische Behörden von mindestens zwei Ölteppichen gesprochen, die sich gebildet hätten. Umweltexperten warnten vor schwerwiegenden Folgen für die Natur, da das Schiff 136 000 Tonnen Ölkondensat geladen und 1000 Tonnen giftiges Schweröl als Treibstoff an Bord hatte. 

Der iranische Tanker war vor etwa einer Woche rund 300 Kilometer östlich von der Hafenstadt Shanghai entfernt mit einem chinesischen Getreidefrachter kollidiert. Am Sonntag sank das Schiff. An Bord waren 30 Seeleute aus dem Iran und 2 aus Bangladesch, für die es laut iranischem Verkehrsministerium keine Hoffnung mehr gibt.

dpa

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