So feiern die Narren ihre Macht

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Noch bis Faschingsdienstag haben die Narren die Macht übernommen.

Köln/Düsseldorf - Die fünfte Jahreszeit nähert sich ihrem Höhepunkt. An Weiberfastnacht erstürmten die Jecken die Rathäuser und rissen die Macht an sich. Sehen Sie hier die besten Bilder.

Bilder von Weiberfastnacht

So sexy ist Fasching

Auch bittere Kälte und Wirtschaftskrise können die Jecken nicht bremsen. Um Punkt 11.11 Uhr läuteten an Weiberfastnacht Zehntausende Narren in den Karnevalshochburgen die “fünfte Jahreszeit“ ein. In Köln feierten die Jecken auf dem Alter Markt das närrische Dreigestirn aus Prinz, Bauer und Jungfrau mit lauten “Alaaf“-Rufen. In Düsseldorf, Bonn und den Hochburgen der schwäbisch-alemannischen “Fasnet“ stürmten bunt kostümierte Närrinnen, Hexen, Hansele und Boppele die Rathäuser. In Köln standen die Jecken schon am Vormittag dicht gedrängt in der Altstadt und begrüßten die neue Session mit dem traditionellen Countdown der letzten Sekunden bis 11.11 Uhr. Viele nahmen dabei das Motto der diesjährigen Session “In Kölle jebützt“ (In Köln geküsst) wörtlich.

Auch das dieses Jahr erstmals während der tollen Tage von der Stadt verhängte Verbot von Glasflaschen in der Altstadt tat der Stimmung keinen Abbruch. Die Verwaltung erhofft sich von dem Verbot, die Verletzungsgefahr durch Scherben und am Boden liegendes Glas an Karneval zu minimieren. In Düsseldorf versuchte Oberbürgermeister Dirk Elbers vergeblich, die Besetzung des Rathauses zu verhindern. Doch angesichts des Ansturms Hunderter Möhnen hatte er keine Chance. Um 11.11 Uhr übernahmen die bunt kostümierten närrischen Weiber symbolisch die Macht in der Landeshauptstadt.

Karnevalistischer Ausnahmezustand

Unter dem Motto “Jeck - We can“ herrschte in der Düsseldorf Altstadt der karnevalistische Ausnahmezustand. Mit lauten “Helau“-Rufen, Altbier und Schunkelmelodien trotzten die zumeist in wärmende Ganzkörperkostüme gehüllten Narren der Kälte. In Köln und Düsseldorf verliefen die Feiern bis zum Abend weitgehend friedlich, wie die Polizei berichtete. In Köln sei es spürbar ruhiger als noch im Vorjahr, sagte eine Sprecherin. Möglicherweise liege dies an der Kälte. Doch nicht nur in den Karnevalshochburgen am Rhein wurde gefeiert.

Sexy Samba - Karneval in Rio

Sexy Samba - Karneval in Rio

Auch für Hexen, Hansele, Boppele und die anderen wilden Gestalten der schwäbisch-alemannischen “Fastnet“ begann die heiße Phase der Narrenzeit. Am “Schmutzige Dunschtig“ zogen sie teilweise bei Schneetreiben und Minustemperaturen wieder allerorten zwischen Neckar, Bodensee und Rhein durch die Gassen und stürmten Rathäuser, um die Bürgermeister während der tollen Tage von ihrem Amt abzusetzen. Zur Freude ungezählter Zaungäste steigern die Häs- und Maskenträger die Stimmung, wenn sie auch Schulen in ihren Besitz nehmen und die Kinder von den Lehrern “befreien“.

Künast vor Narrengericht

Der Tag begann in den Narrenhochburgen mit dem lautstarken Wecken der Bürger durch Musikkapellen und Fanfarenzüge. Mit dem schrillen Spektakel der Häs- und Kleidlesträger wird der Beginn der 40-tägigen österlichen Fasten- und Bußzeit eingeläutet. Die Grünen-Politikerin Renate Künast sollte sich am Abend vor dem “Stockacher Narrengericht“ am Bodensee verantworten.

Bisher hatten sich in Stockach unter anderem schon Guido Westerwelle, Angela Merkel, Lothar Späth, Hans-Dietrich Genscher, Erwin Teufel und Joschka Fischer rechtfertigen müssen. Das “Hohe Grobgünstige Narrengericht“ geht auf den Unabhängigkeitskampf der Schweizer gegen die Habsburger zurück. Die Verhandlung des Narrengerichts ist einer der alljährlichen Karnevalshöhepunkte in Baden-Württemberg. Bisher hatte das Strafmaß nach altem österreichischen Brauch zwischen zwei und vier Eimern zu stiftenden Weins betragen. Ein Eimer umfasst dabei den Angaben zufolge 60 Liter.

DAPD

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