Rettungsaktion auf Fehmarn

Mann rettet schreiendes Baby aus in der Hitze geparktem Auto - und bekommt zum Dank eine Anzeige

Ein Mann hat auf Fehmarn bei hochsommerlichen Temperaturen ein Baby aus einem parkenden Auto gerettet. Doch der Passant bekam keinen Dank - sondern eine Anzeige.

  • Bei hochsommerlichen Temperaturen kann in einem parkendem Auto enorme Hitze entstehen.
  • Ein Mann rettete mitten im Hochsommer auf Fehmarn ein Baby aus einem abgestellten Fahrzeug.
  • Vom Fahrzeugbesitzer erhielt der Retter keinen Dank, sondern eine Anzeige.

München/Burg auf Fehmarn - Eigentlich sollte die Gefahr jedem bekannt sein - trotzdem kommt es immer wiederz u solchen Vorfällen: Haustiere und auch Kinder werden bei hochsommerlichen Temperaturen in parkenden, geschlossenen Autos zurückgelassen. In einem abgestellten Fahrzeug entsteht in kürzester Zeit eine enorme Hitze, sodass die hilflosen Insassen in lebensgefährliche Situationen geraten können. So geschehen am vergangenen Freitag, den 7. August, in Burg auf Fehmarn in Schleswig-Holstein.

Rettungsaktion: Mann holt Baby bei hohen Temperaturen aus parkendem Auto

Ein Mann aus dem Landkreis Celle nahm aus einem zum Parken abgestellten Toyota das laute Schreien eines Babys wahr. Der Passant sagte, er habe neben dem Fahrzeug geparkt und Schreie gehört. Das Parkticket, das in der Windschutzscheibe ausgelegt war, sei elf Minuten zuvor gelöst worden. Daraufhin habe er lautstark über den Parkplatz gerufen und gefragt, wem das Auto gehöre. Der Polizei berichtete der 47-Jährige, er habe ebenfalls zwei Männer in unmittelbarer Nähe nach Hinweisen zum Fahrzeughalter befragt. Nachdem er keine Antwort erhielt, fackelte der Mann nicht lange und schlug eine Seitenscheibe des parkenden Fahrzeugs ein und rettete das Baby aus dem Auto.

Der 57-jährige Besitzer des Toyota kam kurze Zeit später zum Auto zurück. Die Polizei Lübeck und Ostholstein schrieb auf ihrem Facebook-Kanal: „Er berichtete, dass er und seine Familie sich auf dem Parkplatz ein wenig die Beine vertreten und die Sanitäreinrichtungen aufgesucht hätten. Weil der Säugling tief und fest geschlafen und der Wagen im Halbschatten gestanden habe, sei das Baby kurz im Auto geblieben. Und nach circa zehn Minuten sei er jetzt ja auch schon wieder da, um nach dem Säugling zu schauen.“

Rettungsaktion: Fahrzeugbesitzer erstattet Anzeige gegen den Retter

Der Bremer Familienvater war keineswegs erfreut über die Rettungsaktion des Passanten - im Gegenteil. Anstelle eines Dankes bekam der Mann, der das Baby aus dem Auto holte, eine Anzeige wegen Sachbeschädigung. Der Fahrzeugbesitzer empfand das Einschlagen der Scheibe als unverhältnismäßig und bestand darauf, Strafantrag bei den eingetroffenen Beamten zu stellen.

Die Polizisten wiederum verfassten einen Bericht über den Verdacht der Kindeswohlgefährdung und leiteten ihn ans Jugendamt weiter. „Vonseiten der Polizeistation Fehmarn wurde neben der Anzeige wegen Sachbeschädigung ein Bericht über den Verdacht der Kindeswohlgefährdung gefertigt und der zuständigen Behörde zugesandt“, heißt es im Facebook-Beitrag.

Fehmarn: Retter erhält viel Zuspruch in den sozialen Medien

In den Kommentaren erhielt der Mann aus dem Landkreis Celle für seine Rettungsaktion viel Zuspruch. Eine Nutzerin kommentierte: „Der Mann, der die Scheibe eingeschlagen hat, hat alles richtig gemacht! Schade, dass das Auto mehr wert ist als ein Menschenleben... Danke an den Herren für soviel Zivilcourage!“ Eine weitere Userin äußerte ebenfalls ihre Meinung: „Der Retter hat sehr richtig gehandelt. Ein Baby/Kind/Hund im heißen Auto alleine zu lassen geht gar nicht. Da zählt jede Sekunde. Auch im Halbschatten erhitzt sich der Innenraum.“

Immer wieder werden auch Haustiere bei großer Hitze im Auto zurückgelassen*, so auch in München. Wer bei großer Hitze einen Hund im Fahrzeug zurücklässt, muss einen Feuerwehreinsatz zur Befreiung des Tieres dulden - und dessen Folgen tragen. Darf ich eine Scheibe einschlagen, um ein Tier zu retten? (ph) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerks

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