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Silvester in Deutschland: 17-Jähriger stirbt durch Feuerwerk – Berliner Polizei erntet Shitstorm

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Von: Stella Henrich, Jennifer Lanzinger

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Silvester-Feier
Silvesterartikel liegen auf einem geschmückten Tisch. (Symbolbild) © Friso Gentsch/dpa

Zahlreiche Unfälle wurden in der Silvesternacht in Deutschland registriert. Ein 17-Jähriger starb beim Einsatz von Pyrotechnik, zwei Männern wurden Gliedmaßen abgetrennt.

Update vom 1. Januar, 18.40 Uhr: In Hamburg hatten Polizei und Feuerwehr mit mehr Trubel gerechnet. Mit rund 1200 Polizeieinsätzen stieg die Zahl im Vergleich zur Silvesternacht 2021/2022 zwar wieder, erreichte aber nicht das Niveau der Vor-Pandemie-Zeit. Mehrere Menschen mussten notärztlich oder im Krankenhaus behandelt werden, darunter ein dreijähriges Mädchen aus Uhlenhorst mit Verbrennungen an der Brust sowie ein vierjähriger Junge aus Bergedorf mit Verletzungen an der Hand. Ein 36-Jähriger sprengte sich in Schnelsen mit einem Böller den Zeige- und Mittelfinger seiner rechten Hand weg. Eine Elfjährige erlitt eine Platzwunde am Kopf, nachdem ein Unbekannter Pyrotechnik in eine Menschenmenge in Iserbrook geworfen hatte.

Silvester in Deutschland: Berliner Polizei zieht bittere Böllerbilanz

Update vom 1. Januar, 18.05 Uhr: Bittere Böllerbilanz in der Silvesternacht - die Berliner Polizei meldete massive Angriffe auf Einsatz- und Rettungskräfte in der Neujahrsnacht. Feuerwehr und Polizei zählten in der Hauptstadt insgesamt 33 verletzte Einsatzkräfte. Die Feuerwehr zeigte sich überrascht „von der Masse und der Intensität der Angriffe auf unsere Einsatzkräfte“. So seien unter anderem Bierkisten und Feuerlöscher auf Fahrzeuge geworfen worden, Retter seien beim Löschen mit Pyrotechnik beschossen und Einsatzfahrzeuge geplündert worden. „Dieses Verhalten ist durch nichts zu rechtfertigen, und ich kann es nur auf das Schärfste verurteilen“, sagte Landesbranddirektor Karsten Homrighausen.

Silvester in Deutschland: Nach Angriffen auf Polizisten in Berlin – Polizeigewerkschaft will Böllerverbot

Laut einem Bericht von t-online sind 15 Einsatzkräfte der Feuerwehr bei den Einsätzen in Berlin in der Silvesternacht verletzt worden, selbst erfahrene Einsatzkräfte sollen geschockt gewesen sein.

Als Reaktion auf die Angriffe verlangt jetzt unter anderem die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Berlin, mit einem weitgehenden Böllerverbot Ernst zu machen. „Wir haben deutschlandweit gesehen, dass Pyrotechnik ganz gezielt als Waffe gegen Menschen eingesetzt wird“, kritisierte GdP-Landeschef Stephan Weh. Das müsse ein Ende haben. Ein Verbot sei aber nur realistisch, wenn nicht erst im Dezember wieder darüber diskutiert werde. Es brauche ein Verkaufsverbot für alle, die nicht beruflich mit Pyrotechnik hantierten.

In der vorläufigen Bilanz zur Jahreswende notierte die Berliner Polizei 103 Festnahmen. Ermittelt wird nicht nur wegen Angriffen auf Vollstreckungsbeamte, sondern auch wegen Brandstiftung, Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz oder Landfriedensbruch.

Silvester in Deutschland: Berliner Polizei fängt sich Shitstorm wegen Twitter-Post ein

Update vom 1. Januar, 17.50 Uhr: Berliner Polizei fing sich mit einem Post auf Twitter Shitstorm ein und musste sich anschließend für den Tweet entschuldigen. Zunächst schrieben die Beamten um 1.55 Uhr: „Ein Mann hat in Friedrichshain eine Frau in einen Hausflur gezogen und sie dabei an Po und Brüsten berührt. Es stellte sich heraus, es kam ihr nicht ungelegen.“ Der mögliche Vergewaltigungsversuch stellte sich beim Eintreffen der Polizisten offenbar doch als einvernehmliche Liebelei heraus. Das Problem dabei: Die Formulierung. User sprechen von „geschmacklos“, mit der Forderung „löscht das“ bis zur Frage „kann der deutsch?“, gemeint war der Beamte damit. Die Berliner Polizei bat daraufhin um Entschuldigung für den missverständlichen Tweet.

Die Berliner Polizei twitterte am Silvesterabend live über ihre Einsätze. Etwa auch, dass drei Kinder am Silvesterabend zu einem Nachbarn geflohen sind, weil sich ihre Eltern laut stark gestritten haben. Dieser habe dann die Kinder hineingelassen und danach den Notruf gewählt. In Moabit mussten die Beamten Eltern von einem Balkon retten, da ihre Dreijährige sie ausgesperrt hatte. In Köpenick alarmierte eine Frau die Berliner Polizei, da sie ihren Nachbarn lange nicht gesehen hatte. Die Einsatzkräfte öffneten die Tür. Der Mann war bereits tot.

Silverster in Deutschland: Frontalzusammenstoß eines mit Betrunken mit Rettungswagen

Update vom 1. Januar, 15:45 Uhr: Bei dem Frontalzusammenstoß eines betrunkenen Autofahrers mit einem Rettungswagen im Kreis Biberach in Baden-Württemberg entstand ein Sachschaden von 260.000 Euro. Bei dem Crash wurden die 45 Jahre alte Fahrerin und der 21-jährige Beifahrer des Rettungswagens schwer verletzt; beide wurden aus dem total zerstörten Fahrzeug herausgeschnitten. Der alkoholisierte Fahrer des entgegenkommenden Fahrzeugs war in einer Rechtskurve auf die Gegenfahrbahn geraten und wurde leicht verletzt. Während der Unfallaufnahme war die B 312 in beiden Richtungen gesperrt.

Silvester in Deutschland: Betrunkener verletzt zwei Rettungssanitäter bei Unfall schwer

Update vom 1. Januar, 10.40 Uhr: Betrunken und ohne gültige Fahrerlaubnis raste ein Autofahrer in der Silvesternacht in Baden-Württemberg in einen Rettungswagen. Beide Sanitäter wurden schwer verletzt aus dem Fahrzeug geschnitten.

Silvester in Deutschland: Mann hat sich „die linke Hand komplett weggesprengt“

Auch in Sachsen-Anhalt rückten Einsatzkräfte zu zahlreichen Vorfällen aus. Ein Mann aus Weißenfels hat sich in der Silvesternacht schwere Verletzungen beim Zünden eines Böllers zugezogen. Er habe sich „die linke Hand komplett weggesprengt, da war nichts mehr zu retten“, sagte der Leitende Oberarzt der Spezialklinik für Handchirurgie und Brandverletzungen des BG Klinikums Bergmannstrost, Cord Corterier, der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag. Außerdem sei er auch an der rechten Hand verletzt und habe das linke Augenlicht verloren.

In der Nacht auf Sonntag wurden in der Handchirurgie rund 15 Personen behandelt. Man habe die ganze Nacht durchgehend Menschen operiert, sagte Corterier. Durch das Verkaufsverbot von Böllern und Co. im Zuge der Corona-Pandemie habe es in den vergangenen zwei Jahren an Silvester deutlich weniger Verletzungen gegeben. „Dieses Jahr ging es wieder so schlimm los wie vorher.“

Weil die Kugelbombe zu früh zündete, sprengte sich ein 18-Jähriger in der Silvesternacht in die Luft. Der junge Mann starb, drei weitere Personen wurden verletzt.

Silvester in Deutschland: 17-Jähriger stirbt durch Feuerwerk – Böller trennen zwei Männern Gliedmaßen ab

Ursprungsmeldung vom 1. Januar 2023: München/Berlin – Erstmals seit 2019 haben zahlreiche Menschen in Deutschland Silvester ohne pandemiebedingte Einschränkungen gefeiert. Zumindest in Berlin führte das zu „deutlich“ mehr Einsätzen als in den beiden vergangenen Jahren. In gleich mehreren Städten ereigneten sich schlimme Unfälle, in Berlin wurden Einsatzkräfte attackiert und mit Feuerwerk beschossen.

Silvester in Deutschland: Polizei in Deutschland zieht vorläufige Bilanz

Die Polizei in Deutschland zog in der Nacht zu Sonntag vorläufig eine gemischte Bilanz. Während etwa das Polizeipräsidium Südhessen die erste Silvesternachthälfte „ohne größere Besonderheiten“ beendete, meldete die Polizei Berlin „deutlich“ mehr Einsätze als in den vergangenen beiden Jahren.

Zahlreiche Einsätze an Silvester in Berlin - Einsatzkräfte mit Feuerwerk beschossen

Einem Sprecher der Polizei Berlin zufolge machte sich die Rückkehr erlaubter Pyrotechnik an Silvester in der Hauptstadt bemerkbar. Die Polizei Berlin schrieb im Onlinedienst Twitter ausführlich zu den Einsätzen. Demnach wurden in mehreren Stadtteilen gezielt Fahrzeuge und Gebäude sowie Menschen mit Feuerwerkskörpern beschossen. Die Feuerwehr Berlin schrieb auf Twitter, dass ein Löschfahrzeug durch den „Beschuss durch Pyrotechnik“ massiv beschädigt wurde. Die Leitstelle sei mit 70 Mitarbeitern besetzt. Bis Mitternacht seien bereits 674 Notrufe eingegangen, teilte die Feuerwehr mit.

Wie die Polizei der Hauptstadt in der Nacht zum Sonntag im Kurznachrichtendienst Twitter schrieb, wurden Polizisten und Feuerwehrleute beim Löschen eines brennenden Autos „massiv mit Böllern angegriffen“. „Wir sichern die Brandbekämpfung jetzt mit zusätzlichen Einsatzkräften.“ Im Stadtteil Tempelhof sei ein Linienbus mit Pyrotechnik und einem Feuerlöscher beworfen worden. Dabei sei die Frontscheibe zerstört worden. Im Stadtteil Lichtenrade versuchten laut Polizei 60 bis 80 Menschen, ein Fahrzeug mit Feuerwerk anzuzünden.

Ebenfalls in der Hauptstadt wurden die Scheiben eines Ladens „weggeböllert“. „Unsere Kollegen kamen schnell und wurden dann sprichwörtlich unter Beschuss genommen“, twitterte die Polizei. Ein Beamter habe Verletzungen erlitten. In Mitte sei eine Frau durch einen Böller am Hals verletzt worden. Auch aus anderen Stadtteilen meldete die Polizei Einsätze im Zusammenhang mit Feuerwerk: „Idioten schießen gezielt mit Pyro auf Passanten in #Moabit.“

Silvester in Deutschland: Mann durch Feuerwerkskörper schwer verletzt - Böller trifft sein Gesicht

Die Polizei Sachsen sprach von „kleineren Bränden aufgrund von fehlgeleiteter Pyrotechnik“. Ein 17-Jähriger ist in Leipzig in der Silvesternacht beim Einsatz von Pyrotechnik schwer verletzt worden und später im Krankenhaus gestorben. Ein Fremdverschulden werde derzeit ausgeschlossen, teilte die Polizei am Sonntagmorgen mit. Weitere Angaben zum dem Fall könnten zum jetzigen Zeitpunkt nicht gemacht werden.

Dem Polizeipräsidium Südhessen zufolge bewegte sich die Zahl der Einsätze wegen „Randalierern, Schlägereien und sonstigen Streitigkeiten“ bis Mitternacht „auf dem üblichen ‚Wochenendniveau‘“. Die Polizei Rheinland-Pfalz meldete brennende Mülltonnen in Worms sowie den Brand einer Gartenhütte in Linz am Rhein. In Baden-Württemberg wurde ein Mann durch einen selbstentzündeten Feuerwerkskörper schwer verletzt worden. Der 39-Jährige musste nach dem Unfall in Hohberg mit dem Hubschrauber in eine Spezialklinik gebracht werden, wie ein Polizeisprecher am frühen Samstagmorgen sagte. Demnach traf der Böller seine rechte Gesichtshälfte.

Feuerwerkskörper reißen zwei Männern Gliedmaßen ab

In Thüringen haben sich zwei Männer während der Silvesternacht durch explodierende Feuerwerkskörper drastische Verletzungen zugezogen. In Friemar im Landkreis Gotha wurde ein 42-Jähriger beim Hantieren mit aus dem Internet bestellten Böllern so schwer verletzt, dass ihm beide Unterarme amputiert werden müssen, wie ein Polizeisprecher am frühen Sonntagmorgen sagte. In Schleiz-Crispendorf im Saale-Orla-Kreis verlor ein 21-Jähriger bei einem Unfall mit einem Sprengkörper seine Hand. Die illegale Kugelbombe sei direkt beim Entzünden explodiert, sagte der Sprecher. Trotz der folgenschweren Verletzungen seien die Männer nicht in Lebensgefahr.

Silvester in Deutschland: Mann zündet Feuerwerk an und wird von Auto überfahren

Beim Anzünden von Feuerwerkskörpern auf der Straße ist ein Fußgänger in Sachsen-Anhalt von einem Auto erfasst und tödlich verletzt worden. Der 42-Jährige wurde durch die Wucht des Aufpralls am frühen Sonntagmorgen mehrere Meter weit über die Fahrbahn geschleudert, wie die Polizei mitteilte. Er starb noch am Unfallort in Schönebeck (Elbe) im Salzlandkreis.

Der 61 Jahre alte Autofahrer beging nach dem Unfall Fahrerflucht und parkte seinen Wagen zunächst in einer Nebenstraße. Ein Zeuge folgte ihm mit seinem eigenen Auto und konnte ihn laut Polizei zum Umkehren bewegen. Danach wurde bei dem 61-Jährigen ein Atemalkoholwert von 1,86 Promille gemessen. Ihm wurden eine Blutprobe und der Führerschein abgenommen.

In Regensburg kommt in der Silvesternacht zu einem Großeinsatz der Feuerwehr. Mehrere Fahrzeuge stehen hier in Flammen.

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