Fall aus Berlin geht im Netz viral

Frau will nicht neben Farbigem sitzen -  Busfahrer reagiert couragiert

Am Freitagvormittag wurde auf Twitter der Vorfall einer rassistischen Frau bekannt, die sich in einem Berliner Metrobus aufgehalten haben soll. Weil der Busfahrer prompt reagierte, wird er jetzt im Netz dafür gefeiert.

Berlin - Am Freitagvormittag wurde auf Twitter ein Vorfall bekannt, der sich in der Berliner Metrobuslinie 41 abgespielt haben soll. Diese verkehrt direkt im Herzen der Hauptstadt - vom Potsdamer Platz bis zur Sonnenallee. Lena Rohrbach, die bei der Hilfsorganisation Amnesty International arbeitet, soll beobachtet haben, wie ein Busfahrer eine Rassistin aus dem Bus geworfen hat - und postete ihre Erlebnisse auf Twitter. Für seine Reaktion wird der Busfahrer jetzt in den sozialen Netzwerken gefeiert. Mit der Huffington Post sprach Lena Rohrbach über weitere Einzelheiten.

Lena Rohrbach war privat unterwegs

Rohrbach saß demnach in der Metrobuslinie 41, als sie beobachtet habe, wie eine Frau in den Bus eingestiegen sei. Diese habe eine Dame, die einen Sitzplatz gehabt und ein Kopftuch getragen habe, danach gefragt, wie weit sie noch fahre - und dann gebeten aufzustehen. Die Frau, die gerade erst eingestiegen war, wollte wohl noch weiter. „Ich fand es irritierend, konnte es aber noch nicht einordnen“, so Rohrbach zur Huffington Post

Zu dem eigentlichen Eklat kam es laut der Zeugin erst, nachdem die Dame mit Kopftuch ausgestiegen war. Die andere Frau hatte bereits ihren Platz eingenommen. Neben dieser war nun der einzige freie Sitz im Bus vorhanden. Nach einigen Stationen sei ein farbiger Mann eingestiegen und wollte sich auf genau diesen freien Platz sitzen, so Rohrbach weiter. 

„Sie setzen sich hier nicht hin“ - Busfahrer schreitet ein

Doch die Frau soll entgegnet haben: „Sie setzen sich hier nicht hin.“ Weiter erzählt die Zeugin, dass die Frau auf Nachfragen des Mannes bloß mit „Wenn ich Leute wie Sie angucke, kriege ich Gänsehaut“ geantwortet habe. Dabei sei die Frau sehr laut und aggressiv gewesen, so Rohrbach.

Der Mann „wirkte getroffen, hat sich aber nicht weiter geäußert“. Die Zeugin sei einige Reihen weiter vorne gesessen und habe dem Mann ihren Platz angeboten, doch er habe dankend abgelehnt.

Dann sei der Busfahrer ins hintere Abteil gekommen und habe die Frau vor ein Ultimatum gestellt: Entweder solle der Mann sich hinsetzen dürfen oder sie müsse aussteigen. Die Entscheidung der Frau fiel laut Rohrbach auf Zweiteres: „Sie stieg aus.“

Reaktionen auf Twitter deutlich

Der Tweet der Zeugin hatte bis Samstagvormittag bereits über 3000 „Gefällt mir“-Angaben sowie knapp 630 Retweets. Die Reaktionen auf die Aktion des Busfahrers fallen deutlich aus. Die meisten loben den Unbekannten für sein couragiertes Handeln. Ein User beispielsweise schreibt: „Dieser BVG-Busfahrer hat menschlich Klasse bewiesen.“

Oder: „Ich hoffe, es gibt Standing Ovations für den Busfahrer.“

Viele User sind der Meinung, der Busfahrer hätte richtig gehandelt und damit ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt. Auch die BVG (Berliner Verkehrsbetriebe) hätten von dem Vorfall erfahren, er sei aber noch nicht im Detail bekannt, wie die Huffington Post erzählt.

BVG hält Verhalten des Busfahrers für vorbildhaft

Die BVG versuchen, den Fahrer ausfindig zu machen und schreiben: „Sowohl für unsere Fahrgäste als auch für unsere Kolleginnen und Kollegen, die übrigens aus circa 50 Nationen stammen, gilt: Egal, wo du herkommst, wie du aussiehst, wen oder wie du liebst, an wen oder was du glaubst (oder auch nicht glaubst) - bei uns bist du willkommen.“ Zudem macht die Vorstandsvorsitzende, Sigrid Evelyn Nikutta klar, dass diese „Zivilcourage (...) vorbildhaft“ war und die Entscheidung des Busfahrers dank der Beförderungsbedingungen legitim war.

Fakt ist, dass der Busfahrer stets bemüht um seine Fahrgäste ist. Lena Rohrbach zumindest ist „in Love“, denn sie twitterte auf der selben Fahrt noch ein weiteres Mal und lobte den Busfahrer: „Jetzt sortiert er die völlig überfüllte Weihnachts-M41 liebevoll neu, damit noch ein Rollstuhlfahrer reinpasst. Sind dabei auch noch pünktlich. I‘m in Love.“

nm

Rubriklistenbild: © picture alliance / Christina Pet

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