Es erinnert an die Contergan-Fälle

Hebamme macht Fehlbildungen öffentlich: Drei Kinder ohne Hand geboren - Nun äußert sich die Klinik 

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In Gelsenkirchen kamen gleich drei Kinder ohne Hand zur Welt. Eine Hebamme startete nun einen Aufruf.

Gleich drei Babys kamen innerhalb weniger Monate in der gleichen Klink ohne Hände zur Welt. Eine Kölner Hebamme ist besorgt und startet einen Aufruf.

  • Drei Babys wurden mit einer Handfehlbildung in einer Gelsenkirchener Klinik geboren
  • Innerhalb von zwölf Wochen kamen die Kinder im Sankt Marien-Hospital Buer in Gelsenkirchen zur Welt
  • Hebammen hatten auf die Fälle aufmerksam gemacht
  • Ist die Häufung zufällig?

Update vom 17. September, 16.46 Uhr: Bayern plant eine landesweite Umfrage zu Handfehlbildungen bei Neugeborenen. „Das bayerische Gesundheitsministerium nimmt die Berichte über das gehäufte Auftreten von Fehlbildungen der Hand bei Neugeborenen an einer Klinik in Nordrhein-Westfalen sehr ernst“, sagte ein Ministeriumssprecher am Dienstag. „Deshalb werden wir in Kürze eine Abfrage bei allen Geburtskliniken in Bayern starten, ob dort ähnliche Fehlbildungen aufgefallen sind.“

Der Schritt sei mit anderen Bundesländern abgestimmt, sagte der Sprecher. Auch dort werde es eine Abfrage geben. Die Gesundheitsressorts der Bundesländer und das Bundesgesundheitsministerium hatten sich dem Sprecher zufolge am Dienstagmorgen bei einer Telefonschaltkonferenz auf dieses Vorgehen verständigt. 

Hebamme macht Fehlbildungen öffentlich: Drei Kinder ohne Hand geboren - Nun äußert sich die Klinik

Update vom 14. September, 16.23 Uhr: Nach einer ungewöhnlichen Häufung von Fehlbildungen bei Neugeborenen an einer Gelsenkirchener Klinik will sich Nordrhein-Westfalens Gesundheitsministerium einen genaueren Überblick verschaffen. Das Ministerium werde alle Klinken in NRW abfragen, ob dort ähnliche Fehlbildungen aufgefallen seien, sagte eine Sprecherin der Düsseldorfer Behörde am Samstag auf Anfrage. Man nehme die Berichte über solche Fälle „sehr ernst“. 

„Darüber hinaus nehmen wir Kontakt mit den Ärztekammern, dem Bund und den anderen Bundesländern auf, um möglichen Ursachen mit aller Sorgfalt nachzugehen.“ Ob ein Melderegister der richtige Weg sei, gelte es gemeinsam zu prüfen, sagte die Sprecherin.

Update vom 14. September, 9.50 Uhr: Das Bundesgesundheitsministerium von Jens Spahn (CDU) hat sich zurückhaltend zu den Fällen von Babys mit fehlgebildeten Händen in Gelsenkirchen geäußert. Zu den konkreten Fällen lägen keine Erkenntnisse vor, teilte ein Ministeriumssprecher am Samstag in Berlin mit. „Wenn es eine auffällige Häufung von Fehlbildungen bei Neugeborenen geben sollte, muss das so schnell wie möglich geklärt werden“, erklärte er. Das Ministerium begrüße, dass das betreffende Krankenhaus Kontakt zur Berliner Charité aufgenommen habe.

Hebamme macht Fehlbildungen öffentlich: Drei Kinder ohne Hand geboren - Nun äußert sich die Klinik 

News vom 13. September: 19.07 Uhr: Einen Tag nachdem eine Hebamme aus Gelsenkirchen eine Reihe von Fehlbildungen bei Neugeborenen öffentlich macht, bezieht nun auch die Klinik Stellung. In dem Sankt Marien-Hospital in Gelsenkirchen kommen innerhalb der letzten Wochen drei Babys mit fehlgebildeten Händen zur Welt. 

Eine Tatsache, die auch die Klinik stutzig werden lässt. Auf ihrer Website heißt es: „In der geburtshilflichen Abteilung des Sankt Marien-Hospitals Buer sind zwischen Juni 2019 und Anfang September 2019 insgesamt drei Kinder mit einer isolierten einseitigen Handfehlbildung geboren worden. Bei diesen Kindern, die alle pränatal nicht von unserer Klinik gesehen wurden, wurden keine weiteren Fehlbildungen diagnostiziert.“

Bei den Fehlbildungen handele es sich demnach um zwei Kinder mit einer deformierten linken Hand. Bei einem anderen Baby sei die rechte Hand betroffen, auch hier Handteller und Finger nur rudimentär angelegt. 

„Wir konnten keine ethnischen, kulturellen oder sozialen Gemeinsamkeiten der Herkunftsfamilien sehen. Alle Familien wohnen im lokalen Umfeld. Fehlbildungen dieser Art haben wir viele Jahre lang nicht gesehen. Das mehrfache Auftreten jetzt mag auch eine zufällige Häufung sein. Wir finden jedoch den kurzen Zeitraum, in dem wir jetzt diese drei Fälle sehen, auffällig“, erklären Verantwortliche der Klinik. 

Gelsenkirchen: Hebamme geht an Öffentlichkeit - Mehrere Kinder mit Fehlbildung geboren 

Ursprungsartikel vom 13. September 2019, 9.04 Uhr: Babys, die ohne Hände und Arme auf die Welt kommen, deren Gliedmaßen nicht voll ausgebildet sind. Nein, hier geht es nicht um einen Rückblick auf den Contergan-Skandal in den 60er Jahren. 

In Deutschland kam es jetzt zur einer auffälligen Häufung von Babys, die ohne Hände zur Welt kamen. In der Gelsenkirchender Klinik Sankt Marien-Hospital Buer kamen innerhalb von vier Monaten drei Kinder mit „isolierten einseitigen Handfehlbildungen“ zur Welt. An die Öffentlichkeit kam das Thema, weil die Kölner Hebamme Sonja Liggett-Igelmund es in der Presse thematisierte. Sie startete einen Aufruf im Express, um eventuelle weitere Familien zu finden.

Babys ohne Hände: Missbildungen werden nicht zentral gesammelt und untersucht 

Da Missbildungen bei Babys nicht zentral gemeldet werden, kann es sein, dass benachbarte Kliniken gar nicht wissen, dass es weitere Missbildungsfälle in der näheren Umgebung gab.

In Frankreich gab es 2018 bereits mehrere Fälle bei denen Babys ohne Hände zur Welt kamen. Außer dass sie alle nahe an Feldern lebten, konnten die Experten keine Gemeinsamkeiten ausmachen und somit auch nicht die genaue Ursache ermitteln.

Babys ohne Hände: Experten aus Berlin untersuchen die Fälle jetzt

Die Gelsenkirchener Klinik hat sich nach dieser auffälligen Häufung nun an die Berliner Charité gewandt. In der Abteilung „Embryonlatoxologie“ gibt es Experten, die diese drei Fälle nun untersuchen werden. Dabei müssen sie auch in Betracht ziehen, ob vielleicht ein Risiko von einem Arzneimittel ausgegangen sein könnte.

Für die Kölner Hebamme Sonja Liggett-Igelmund ist klar, man diese Entwicklung aufmerksam beobachten muss. Deshalb appelliert sie an Eltern, deren Kind ebenfalls mit einer Missbildung zur Welt kam, sich zu melden. Denn ob Umweltfaktoren, Medikamente oder die Ernährung zu diesen Fehlbildungen geführt haben, könne man nur bestimmen, wenn man alle Fälle und somit alle Faktoren untersuchen kann.

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Nach Klinik in Gelsenkirchen: Weitere Eltern melden sich mit Babys ohne Hände

Nach ihrem Aufruf haben sich bereits 20 Familien bei der Kölner Hebamme gemeldet, deren Kinder auch betroffen sind, berichtet Bild.de. Auf Facebook bat die Hebamme um Meldungen von den Familien. So können die Familien zum Beispiel mit ihr in Kontakt treten.

In Mönchengladbach kam ein rekordverdächtiges Baby zur Welt: Der Junge war bei der Geburt bereits 65 Zentimeter groß. Einen tragischen Unfall gab es bei einer Geburt in Südafrika: Denn im Kreissaal wird das Baby geköpft. Eine weitere Tragödie ereignete sich bei dem bekannten Wacken-Festival: Auf einem Feld wird ein totes Baby gefunden.

pn

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