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Mieterbund warnt: Heizkosten für Millionen Bürgern nicht mehr bezahlbar

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Von: Katharina Bellgardt

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Die hohen Gaspreise werden dafür sorgen, dass Haushalte die Heizkosten nicht mehr bezahlen können. Ein Mieterbund warnt. Eine Gruppe ist besonders gefährdet.

Hamm/Berlin - Der Deutsche Mieterbund geht davon aus, dass Millionen Haushalte ihre Heizkosten bald nicht mehr zahlen können. „Das sind verdammt viele Menschen“, sagte der Verbandspräsident des Mieterbundes, Lukas Siebenkotten im Gespräch mit dem Tagesspiegel.

Millionen Haushalte betroffen - hohe Gaspreise sorgen für unbezahlbare Nebenkosten

Besonders betroffen sind laut Siebenkotten die Menschen, deren Einkünfte knapp oberhalb der staatlichen Hilfeleistungen liegen, also kein Wohngeld oder Ähnliches erhalten. Der Verbandspräsident des Mieterbundes möchte, dass die Grenze deutlich erhöht werde: Er sieht sie bei einem Nettoeinkommen von 5000 Euro im Monat pro Haushalt. Diese Haushalte sollten dann Wohngeld erhalten, in das auch eine jährliche Heizkostenpauschale und eine Klimakomponente eingebaut werden sollen.

Aktuell steigen die Gaspreise explosiv. Seit dem Ukrainekrieg drosselt Russland die Gaslieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1. Das Projekt Nordstream 2 wurde zudem gestoppt. Für Mieter bedeutet das hohe Nachzahlungen und steigende Nebenkosten, da der Großteil der Haushalte in Deutschland mit Gas heizt. Viele Hauseigentümer rüsten um, aber zum Beispiel eine Wärmepumpe eignet sich nicht für jeden als Alternative.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat eine umfassende Reform des Wohngelds angekündigt. Aktuell liegen die Einkommensgrenzen in NRW bei 1158 Euro für Alleinstehende und bei einem Vier-Personen-Haushalt bei 2472 Euro im Monat.

Scholz sagte, dass ab 2023 mehr Haushalte berechtigt sein sollen, Wohngeld zu erhalten und eine Heizkostenpauschale dauerhaft integriert werden soll.

Reform des Wohngelds um Nebenkosten zu bezahlen - das sind die Forderungen

Der Deutsche Mieterbund fordert noch weitere Maßnahmen:

Siebenkotten geht davon aus, dass eine zweijährige Stundung der Mietschulden notwendig sein muss. Der Mieterbund hatte Ende Juni einen 9-Punkte-Plan veröffentlicht und darin etwa einen bundesweiten Mietenstopp gefordert, da auf Mieter spätestens 2023 Nebenkostennachzahlungen in Höhe von zwei Monatsmieten oder mehr zukommen.

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