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„Layla“: Ballermann-Hit aus größten Festzelten in NRW verbannt

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Von: Sven Schneider

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Der Ballermann-Hit „Layla“ beherrscht seit Wochen die Partys in ganz Deutschland. Der Song von DJ Robin & Schürze darf auf einem der größten Schützenfeste in NRW nicht gespielt werden.

Update vom 13. Juli, 07.47 Uhr: Aus für „Layla“: Der Ballermann-Hit wird auf einem der größten Schützenfeste von NRW nicht gespielt werden. Der Song wird nicht in den Festzelten der Düsseldorfer Kirmes ertönen. „Ich bin der Meinung, dass dieses Lied überall hingehört - nur nicht auf unseren Festplatz», sagte Schützen-Chef Lothar Inden der Deutschen Presse-Agentur. 

„Layla“ von DJ Robin & Schürze belegt zurzeit den Platz 1 der deutschen Charts. Er handelt von einer Frau, die die Aufsicht über die Sexarbeiterinnen in einem Bordell führt. Zum Schützenfest in Düsseldorf kommen bis zu vier Millionen Besucher. Zuerst hatte die Stadt Würzburg das Lied auf dem Kiliani-Volksfest verboten.

Die Stadt Düsseldorf verbietet das Lied nicht, da die Schützen aus dem Rheinland weder in Festzelten und Fahrgeschäften spielen wollen. Schützen-Chef Inden sagte der dpa, er habe das Lied vorher nicht gekannt und sich dann mit dem Inhalt beschäftigt. Der Text entspreche in keiner Weise den Gepflogenheiten seines Traditionsvereins. 

[Erstmeldung] Layla: Deutsches Volksfest verbietet „sexistischen“ Ballermann-Hit

Würzburg - Seit nunmehr drei Wochen steht der Song auf Platz eins der deutschen Single-Charts. Nicht nur am Ballermann, sondern auch im Club oder bei privaten Feiern läuft „Layla“ von DJ Robin & Schürze rauf und runter - allerdings nicht in Würzburg. Dort wurde der Ballermann-Hit für das Kiliani-Volksfest verboten.

Die Stadt Würzburg zieht die Reißleine, und das nicht zum ersten Mal. So wurde bereits eine Vereinbarung mit den Volksfest Betreibern getroffen, das umstrittene Donaulied nicht mehr zu spielen. In dessen Text geht es um eine Vergewaltigung. Die Vereinbarung umfasse zudem alle Lieder, dessen Texte rassistische oder sexistische Inhalte haben, wie die Mainpost berichtet.

Darunter fällt nun auch „Layla“ von DJ Robin & Schürze. Der aktuelle Lieblingspartyhit der Deutschen hat eine Debatte entbrannt. Auf Mallorca, wo bald ein Badeverbot an Stränden droht, in Nordrhein-Westfalen und ganz Deutschland wird er seit Wochen eifrig mitgegrölt - und das nicht nur von Männern. Die Besucher des Kiliani-Volksfests in Würzburg müssen darauf verzichten. „Es wird sichergestellt, dass das Lied künftig nicht mehr gespielt wird“, zitiert die Mainpost einen Sprecher der Stadt.

Layla: Produzent überrascht vom Erfolg - scharfe Kritik aus Freiburg

DJ Robin hat in seiner Instagram-Story bereits auf das Verbot reagiert. „Liebe Stadt Würzburg, in dem Lied geht es nicht um eine Prostituierte, sondern um die, die den Puff leitet“, schreibt er. Der Refrain lautet wie folgt:

Egal ob Ballerman-Hit, simpler Spaß der Produzenten oder doch Sexismus: Die Stadt Würzburg zog letztlich die Reißleine. „Das ist einfach ein sexistischer Song“, sagte Michael Fischer, Direktor des Zentrums für Populäre Kultur und Musik an der Universität Freiburg, der Nachrichtenagentur dpa.

Dominik de Léon, einer der Produzenten des Songs Layla, zeigte sich in einem Interview mit dem Spiegel sichtlich überrascht vom derzeitigen Erfolg. „Es verwundert wahrscheinlich nicht nur uns, wie extrem gut diese Nummer nach zwei Jahren Corona, Unterhaltungsverbot und dem Krieg in der Ukraine angekommen ist, in Zeiten, in denen #MeToo noch in allen Köpfen steckt und die Genderdiskussion rauf und runter geführt wird. Aber wahrscheinlich ist das genau der Grund, warum die Leute den Song so begeistert feiern“, sagte er.

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