Ein Fall, der sprachlos macht

Martinshorn zu laut: Anwohner mit unfassbarer Beschwerde - Drohung an die Feuerwehr

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Bei der Feuerwehr Mettmann ist eine Beschwerde eingegangen. Das Martinshorn sei zu laut. (Symbolbild)

So eine Beschwerde gibt es auch nicht alle Tage. Anwohner in Mettmann (Nordrhein-Westfalen) regten sich über ein zu lautes Martinshorn auf. 

Mettmann - Wenn es brennt, dann sind sie da. Die Mitglieder der Feuerwehr sorgen in ganz Deutschland dafür, dass Menschen in Not schnell geholfen werden kann und dass Brände kontrolliert werden können, bevor sie sich weiter ausbreiten. Das bei den Einsätzen der Feuerwehr ein schnelles Erreichen des Unglücksortes ganz oben auf der Tagesordnung steht, ist selbstverständlich. 

Mit Martinshorn und Blaulicht können sich die Einsatzfahrzeuge möglichst schnell auch durch dichten Verkehr schlängeln, sodass Menschen in Not nicht lange auf ihre Rettung warten müssen - denn jede Sekunde zu spät kann bei einem Einsatz eine Sekunde zu viel sein. Eine schnell einsatzbereite Feuerwehr scheinen aber wohl nicht alle Bürger gleichermaßen zu schätzen wissen.

Anwohner droht Feuerwehr nach Einsatz: Martinshorn zu laut

So erhielt die Feuerwehr Mettmann (Nordrhein-Westfalen) am vergangenen Samstag eine sehr unverschämte Beschwerde, weil sie möglichst schnell am Einsatzort ankommen wollte. Die Einsatzkräfte waren ausgerückt, um einen vermeintlichen Brand in einer Hochhauswohnung zu bekämpfen. Unter Einsatz von Blaulicht und Sirene kamen die Einsatzwagen an besagter Wohnung an, wo kein Brand, sondern lediglich eine leichte Verrauchung festgestellt wurde. Niemand wurde verletzt und die Feuerwehr konnte kurz darauf wieder abziehen. Also eigentlich ein Einsatz, der jeden zufrieden stellen sollte.

Ein Bürger der Stadt Mettmann sah das aber wohl anders. Der anonyme Anwohner richtete sich in einer Mail an die Einsatzkräfte und beschwerte sich über die Lautstärke, mit der die Einsatzwagen an seiner Wohnung vorbeigefahren waren. Darüber hinaus drohte er der Feuerwehr mit einer Anzeige. 

„Sollte jetzt noch ein einziges Mal die Einsatzfahrzeuge in der lautesten Sirenenfrequenz durch die Innenstadt fahren, obwohl weder an der Kreuzung im Zentrum noch in der Bahnstraße noch in der verkehrsberuhigten Breite Straße weder Auto noch Fußgänger unterwegs waren (in Bild und Ton festgehalten), erstatten wir in Wohngemeinschaft von den betreffenden Bewohnern Anzeige wegen Körperverletzung“, kann man in der Mail lesen, die die Feuerwehr Mettmann auf ihrer Facebook-Seite veröffentlicht hat. 

Einen Einsatz mit Folgen hatte vor Kurzem auch die Feuerwehr Hamburg.

Feuerwehrleute als „Wilde“ bezeichnet - Facebook-User stellen sich hinter die Einsatzkräfte

In den weiteren Zeilen der Beschwerde bezeichnet der anonyme Schreiber die Einsatzkräfte als „Wilde“, die man noch einmal über den Einsatz des Martinshorns schulen solle. Unterzeichnet wurde das Schreiben mit den Worten „freundlich grüßend, die kranken Anwohner“.

Immerhin in den Kommentarspalten unter dem Post erhielt die Feuerwehr Mettmann moralische Unterstützung. Eine Userin schreibt: „Da fehlen einem echt die Worte! Aufmunternde Grüße an alle „wilden“ Feuerwehrleute!“ „Also...ich finde, die Anwohner dürfen ruhig hören, dass Tag und Nacht, auch für sie, jemand unterwegs ist, um im Zweifel IHR Leben zu retten“, schreibt ein anderer Nutzer. Die Feuerwehr Mettmann hat sich von der Beschwerde zumindest nicht unterkriegen lassen und rückte kurz darauf auch wieder mit Martinshorn und Blaulicht aus. Was verdient man bei der Freiwilligen Feuerwehr eigentlich? Hier gibt es Zahlen.

fd

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