Regierung greift durch

Mexiko: Glorifizierung von Drogenbossen bestrafen

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Die mexikanische Polizei bei der Verhaftung von Drogenboss Teodoro Garcia Simental.

Mexiko-Stadt - Im Kampf gegen Drogenkriminalität will die mexikanische Regierung neue Wege beschreiten. Die Verherrlichung von Schmugglerbanden in Liedern oder Filmen soll bestraft werden.

So soll künftig die Verherrlichung von Schmugglerbanden in Liedern oder Filmen unter Strafe gestellt werden. Einen entsprechenden Gesetzentwurf legte die regierende Nationale Aktionspartei (PAN) von Präsident Felipe Calderón dem Parlament vor.

Die Gesellschaft betrachte Drogenballaden als nett und harmlos, “aber sie sind genau das Gegenteil“, sagte der Abgeordnete Oscar Martin Arce am Donnerstag der Nachrichtenagentur In diesen Balladen, den sogenannten narcocorridos, werden oftmals der Drogenhandel und die Gewalt besungen und glorifiziert. Der Vorstoß seiner Partei richte sich auch gegen billige Filme, in denen Drogebosse verherrlicht werden, sagte der PAN-Abgeordnete. Solche Dinge dürften nicht als Normalität hingenommen werden.

Martin verwahrte sich gegen Vorwürfe, die Regierung wolle die Meinungsfreiheit beschneiden. Es gehe darum, Anstiftung zur Gewalt zu stoppen. Der Gesetzentwurf sieht für die Aufführung oder Produktion solcher Lieder und Filme Haftstrafen bis zu drei Jahren vor. Wann das Parlament darüber abstimmt, steht noch nicht fest.

Präsident Calderón hat nach seinem Amtsantritt im Jahr 2006 eine Offensive gegen den Rauschgifthandel gestartet. Dafür wurden mehr als 45.000 Soldaten abgestellt. Seit Beginn der Offensive haben mehr als 14.000 Menschen im Zusammenhang mit dem organisierten Verbrechen ihr Leben verloren.

dapd

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