Logistik

Es ersetzt 40.000 Lkw-Fahrten: Norwegen arbeitet an E-Frachtschiff

Eine norwegische Firma gibt ein Schiff in Auftrag, um Güter emissionsfrei transportieren zu können. Die „Yara Birkeland“ soll noch 2021 den Betrieb aufnehmen.

Oslo - Autonom, emissionsfrei, komplett elektrisch: Diese Eigenschaften soll es vereinen, das Containerschiff der Zukunft. Was nach hohen Ansprüchen klingt, war die Grundlage der Zusammenarbeit der norwegischen Unternehmen Yara und Kongsberg. Der Chemikalienhersteller und das Rüstungsunternehmen nahmen sich 2017 vor, den ersten autonomen und emissionsfreien Frachter der Welt zu bauen, die „Yara Birkeland“.

40.000 Lkw-Fahrten soll das elektrisch angetriebene Containerschiff im Jahr ersetzen und somit Emissionen in Norwegen verringern, sowie Straßen sicherer machen, beschreibt Yara das Projekt. „Jeden Tag braucht es mehr als 100 Diesel-Lkw-Fahrten, um Produkte von Yaras Standort in Prosgrunn zu Häfen in Brevik und Larvik zu bringen, wo wir unsere Produkte an Kunden auf der ganzen Welt verschiffen. Mit diesem neuen autonomen batteriebetriebenem Containerschiff verlegen wir den Transport von der Straße auf die See und reduzieren dadurch Lärm- und Staubemissionen, verbessern die Sicherheit auf lokalen Straßen und reduzieren Stickstoff- und CO2-Emissionen“, sagte Yara-Chef Svein Tore Holsether.

Das norwegische Unternehmen Yara arbeitet an einem autonom fahrenden E-Frachter, der „Yara Birkeland“.

Autonomes Containerschiff „Yara Birkeland“ fasst 120 Container

NameYara Birkeland
Länge80 Meter
Breite15 Meter
Tragfähigkeit3200 Tonnen
Beladung120 20-Fuß-Standardcontainer
Tiefgang6,3 Meter bei voller Beladung
Batterieleistung7 MWh
Motorenleistung kombiniert3.200 kW/4.350 PS
maximale Geschwindigkeit13 Knoten (24 km/h)

Autonomes Containerschiff „Yara Birkeland“ soll Betrieb aufnehmen

Nachdem das Schiff 2017 in Auftrag gegeben wurde, wurde die Schiffshülle in Rumänien gefertigt und 2020 nach Norwegen gebracht. Dort wurde das Schiff mit diversen Kontroll- und Navigationssystemen ausgestattet. Aktuell liegt das Schiff laut einem Bericht von EFahrer.com noch im norwegischen Hafen von Horten.

Vor Ort werden weitere Vorbereitungen zum autonomen Fahrbetrieb getroffen, bevor die Inbetriebnahme Ende 2021 erfolgen soll, wie das Portal berichtet. Die Jungfernfahrt von Brevik nach Horten hat das Schiff, dessen Batterieleistung der von 100 Tesla Model S entspricht, demnach aber schon im Dezember 2020 hinter sich gebracht.

Im Hafen der Halbinsel Herøya, wo Yara ein Werk betreibt, werden derzeit Ladekräne errichtet, wie das Portal Hellenic Shipping News schreibt. Die Arbeiten sollen im Herbst 2021 beendet sein, dann kann das Schiff mit bis zu 120 Containern beladen werden. Sie soll 40 bis 60 Prozent des Frachtaufkommens von Yara übernehmen, berichtet das Portal.

Anfangs soll noch eine Besatzung während der Fahrten an Bord sein. Innerhalb von zwei Jahren werde jedoch eine Umstellung auf vollständig autonomes Fahren angestrebt, berichtet EFahrer.com. Im Gegensatz zu mit autonomem Fahren beworbene Autos wie Tesla*, bei denen Fahrer dennoch angewiesen sind, die Hände am Lenkrad zu behalten, soll das Schiff von Kommandozentralen überwacht und ferngesteuert werden. Auch das Andocken und Ablegen soll ohne menschliche Hilfe erfolgen können. (ial) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Yara

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare