Gedemütigt und beleidigt

Radiosender muss eine Millionen Strafe zahlen - für diesen fiesen Telefonscherz

Wegen frauenfeindlicher Witze hat der französische Rundfunkrat CSA eine Strafe von einer Million Euro gegen den privaten Radiosender NRJ verhängt.

Paris - Die CSA beanstandete am Mittwochabend in Paris, eine Frau sei in einem Telefonscherz des Hitradios zutiefst gedemütigt und beleidigt worden. Der Sender kündigte Berufung gegen die Strafe an und erklärte, er achte die "Gleichstellung von Frauen und Männern". In der beanstandeten Sendung rief eine Zuhörerin eine Frau aus ihrer Verwandtschaft an und teilte ihr mit, sie habe mit ihrem Mann ein Verhältnis. 

Für die Angerufene war nicht ersichtlich, dass es sich um einen Telefonscherz handelte. Die Sendung sei gespickt gewesen von "erniedrigenden Kommentaren über das Aussehen der Frau, die Opfer des Scherzes war, sowie von Beleidigungen und herabsetzenden Bemerkungen über ihr Intimleben", erklärte die CSA. Der öffentlich-rechtliche Fernsehsender France 2 wurde für eine Sendung gerügt, in der der Moderator zuließ, dass zwei Frauen sich über das Thema sexuelle Gewalt durch Männer so sehr stritten, dass eine von ihnen vor laufender Kamera in Tränen ausbrach. Der Moderator Laurent Ruquier habe nicht die nötige Feinfühligkeit angesichts des "besonders ernsten Themas" gezeigt, hieß es. 

afp

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