Katastrophe vor den Galapagos-Inseln

Notstand nach Schiffsunglück: Ladung könnte für Katastrophe sorgen - Umweltschützer besorgt 

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Ein Schiff mit bedrohlicher Fracht ist vor den Galapagos-Inseln untergegangen

Ein Schiff ist vor den Galapagos-Inseln untergegangen. Das Unglück versetzt Experten in Angst, denn die Ladung im Inneren könnte eine Katastrophe auslösen. 

  • Die Galapagos-Inseln liegen 1.000 Kilometer von der südamerikanischen Küste entfernt und sind Unesco-Weltnaturerbe.
  • Nach einem Schiffsunglück herrscht Notstand: 2.500 Liter Diesel strömen ins Meer.
  • Politiker und Umweltschützer versuchen nun, die Katastrophe zu verhindern.

Ecuador - Ein Schiff ist am Sonntag vor den Galapagos-Inseln untergegangen. An Bord: 2.500 Liter Dieselkraftstoff, der ins Meer strömt. Nun droht eine ökologische Katastrophe, die Umweltschützer und Politik verzweifelt verhindern wollen.

Das Schiff versank vor der Insel San Cristobal, nachdem ein Container beim Verladen von einem Kran abgestürzt war, wie die Zeitung El Comcercio berichtete. Anders als bei dem tragischen Schiffsunglück auf der Donau im Mai 2019 kam niemand zu Tode. Die vier Besatzungsmitglieder konnten sich retten. Verheerende Folgen hat der Vorfall trotzdem.

Schiffsunglück vor Galapagos-Inseln bedroht Weltnaturerbe

Der Dieselkraftstoff bedroht nun das ökologische Gleichgewicht der Galapagos-Inseln, die 1.000 Kilometer von der südamerikanischen Küste entfernt liegen. Sie wurden aufgrund ihrer Artenvielfalt zum Unesco-Weltnaturerbe ernannt. 

Die dortige Tier- und Pflanzenwelt ist einzigartig. Zahlreiche Arten kommen nirgendwo sonst auf der Erde vor, nur auf den etwa 130 Inseln des Archipels. Kürzlich machte ein Expeditionsteam einen unglaublichen Fund auf einer der Galapagos-Inseln: Die Forscher entdeckten ein lebendes Exemplar einer ausgestorben geglaubten Riesenschildkröte.

Katastrophale Folgen des Schiffsunglücks: Vergiftete Tiere und Pflanzen

Nach derSchiffskatastrophe befürchten Experten, dass der Diesel dort heimische Tiere wie Wale und Delfine vergiften könnte. Außerdem könnte sich ein gefährlicher Film auf der Wasseroberfläche bilden. Eine solche Öl-Schicht verhindert, dass Licht auf den Meeresgrund fällt. Wichtige Stoffwechselreaktionen von Unterwasser-Lebewesen würden behindert werden.

Die Regierung in Ecuador kündigte an, die Diesel-Katastrophe zu bekämpfen, es seien bereits Sofortmaßnahmen getroffen worden. Auch der Nationalpark von Galapagos hat reagiert und Schutzbarrieren errichtet. Außerdem würden Mittel eingesetzt, die das Öl absorbieren.

Es gab 2019 schon mehrere Umweltkatastrophen vor Südamerika

Es ist dieses Jahr bereits die dritte Umweltkatastrophe vor Südamerika. Im Juli 2019 strömten 40.000 Liter Diesel vor der Küste Chiles ins Meer. Der Kraftstoff war aus dem Terminal eines Rohstoff-Unternehmens in der Region Patagonien ausgelaufen. Wie die Galapagos-Inseln gilt auch Patagonien als unberührtes Naturparadies.

In Brasilien wurden 2019 mehr als 2.500 Kilometer Küste mit Rohöl verseucht, dessen Ursprung bis heute unbekannt ist. Das Foto eines ölverschmierten Jungen, der an den Aufräum-Aktionen beteiligt war, ging um die Welt. In dieser Region sind bedrohte Tierarten heimisch, die nun unter noch stärkeren Druck geraten könnten.

Auch in deutschen Gewässern kommt es immer wieder zu Schiffsunglücken. So kollidierten zum Beispiel im Februar zwei Schiffe vor Rügen. Außerdem brach im selben Monat mitten im Atlantik auf einem deutschen Container-Schiff Feuer aus.  

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