1. SauerlandKurier
  2. Deutschland & Welt

„Nackte und orientalisierte Frauen“: Riesen-Streit um Buden auf Frühlingsfest entbrannt

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Patrick Mayer

Kommentare

Laszive Frauen-Bilder auf Buden des Stuttgarter Frühlingsfestes erhitzen nicht nur in Bad Cannstatt die Gemüter. Die Grünen üben schwere Kritik.

München/Stuttgart - Das Stuttgarter Frühlingsfest. Es ist ein Zuschauermagnet im Ländle. Allein am Osterwochenende strömten mehr als 200.000 Besucher auf das Festgelände zwischen Neckar und Fußball-Bundesliga-Stadion des VfB Stuttgart. Es findet 2022 nach zwei Jahren Coronavirus-Pandemie in einer „Light“-Version statt. Das heißt: Die Festzelte bleiben geschlossen, gegessen, getrunken und gefeiert wird in offenen Biergärten.

Stuttgarter Frühlingsfest: Ärger um laszive Darstellungen auf Schaustellerbuden

Aus Stuttgart ist zu hören und zu lesen, dass das Frühlingsfest dadurch wieder mehr ein Familienfest sei. Weil der Fokus weniger auf der Trinkerei im Festzelt liege, sondern mehr auf den Fahrgeschäften und den Schaustellerbuden. Doch: Die eine oder andere dieser Buden sorgt nun für gehörig Ärger im Schwabenkessel. Im Gemeinderat wurde der Vorwurf des Sexismus laut.

Konkret: Laut Stuttgarter Nachrichten (StN) kritisierte Maria Tramountani „sexistische Darstellungen auf dem Frühlingsfest“. Unter anderem seien „nackte Frauen und orientalisierte Frauen“ an Schaustellerbuden zu sehen. Ihres Wissens nach sei das aber seit 2020 verboten, wird die Referentin beim Landesjugendring Baden-Württemberg von den StN zitiert.

Umstritten: eine Dosenwurfbude auf dem Stuttgarter Frühlingsfest.
Umstritten: eine Dosenwurfbude auf dem Stuttgarter Frühlingsfest. © Bernd Weißbrod/dpa

Die Grünen-Stadträtin Jitka Sklenářová erklärte dazu: „Wir sind auf die Abteilung für Individuelle Chancengleichheit zugegangen mit der Bitte, das Thema mit Wirtschaftsbürgermeister Thomas Fuhrmann und in.Stuttgart zu besprechen.“ Bei den Schaustellerbuden soll es sich unter anderem um eine Wurfbude handeln, die Frauen knapp bekleidet und in lasziver Pose zeigt. Ein Pferd ist abgebildet, das mutmaßlich lustvoll einer Frau die Kleider vom Leib reißt. Auch ein Voyeur ist zu sehen.

Stuttgarter Frühlingsfest: Kritik wegen „nackter Frauen“ auf Schaustellerbuden

Andere Stände zeigen jeweils halbnackte Frauen mit blanker Brust, offenbar mit beschriebenem „orientalischen Bezug“ und von arabischer Herkunft. Über dem einen Stand ist zu lesen: „Märchen aus 1001 Nacht“. Die Grünen haben „die sofortige Entfernung aller diskriminierenden Abbildungen an den Ständen des Stuttgarter Frühlingsfests“ beantragt. Im Rathaus der baden-württembergischen Landeshauptstadt wird nun über diesen Antrag der Grünen zum Stuttgarter Frühlingsfest beraten. (pm)

Auch interessant

Kommentare