Schon 12 Tiere in einem Jahr

„Ungewöhnliches Todesereignis“: Angespülte Wale beunruhigen Forscher

Ein an Land gespülter Buckelwal liegt auf dem Rücken.
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Gelegentlich kommt es zu Walstrandungen in Kalifornien.

Forscher beobachten eine ungewöhnlich hohe Zahl an Walstrandungen in den USA. In diesem Jahr sind schon 12 Tiere an die Westküste des Landes gespült worden.

San Francisco - An den kalifornischen Pacifica State Beach ist Ende April ein Wal an Land gespült worden. Es ist insgesamt der zwölfte Wal, der in diesem Jahr laut US-Behörden am Strand in der Bay Area entdeckt wurde.

Forscher sind über die Anhäufung an Walstrandungen sehr besorgt. Bislang sind in diesem Jahr zehn Grauwale, ein Zwergpottwal sowie ein Finnwal tot an der Küste der San Francisco Bay Are entdeckt worden. Weltweit kommt es häufig (*FNP berichtete) zu Walstrandungen.

Die California Academy of Sciences entnahm dem jüngst angespülten Wal Gewebeproben und konnte bestätigen, dass es sich um einen etwa 14 Meter langes männliches Exemplar handelt. Wie San Francisco Chronicle (SFC) berichtet, wollten die Behörden keine Obduktion an dem toten Wal durchführen, da sich das Tier schon in einem fortgeschrittenen Stadium des Verwesungsprozesses befand.

Walstrandungen: Tiere durch den Menschen gefährdet

„Über die vergangenen Jahre haben unsere Experten vermehrt beobachtet, dass Grauwale sich an der San Francisco Bay häufiger, länger und in größerer Anzahl aufhalten“, sagte Kathi George vom Marine Mammal Center gegenüber dem SFC erzählte.

Die Wale seien durch den Menschen gefährdet. Vergangene Obduktionen hätten gezeigt, dass zwei der in diesem Jahr tot aufgefundenen Wale durch Kollisionen mit Schiffen verunglückt seien. Unterernährung sowie Fischernetze kommen ebenso als Todesursache infrage.

Forscher beobachten das vermehrte Sterben der Wale mit großer Sorge. Seit 2019 verzeichnen die US-Behörden einen deutlichen Anstieg an abgemagerten oder verletzten Grauwalen, die an die Strände der Westküste gespült wurden. Laut der Ozean- und Klimabehörde NOAA sind zwischen Januar und Mai 2019 rund 70 Grauwale an die Küsten der US-Bundesstaaten Kalifornien, Oregon, Washington und Alaska geschwemmt worden.

Das ist die höchste Zahl seit 2000. Die NOAA bezeichnete diesen fortlaufenden Zustand als „Ungewöhnliches Todesereignis“. Warum es zu diesen häufigen Walstrandungen kommt, soll untersucht werden. *FNP ist ein Angebot von IPPEN.Media.

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