Initiative „Hüsten blüht“ gestartet

10.000 Tüten mit Saatgut werden in Hüstener Geschäften verteilt

Für die Aktion „Hüsten blüht“ werben Ingo Beckschäfer, Christian Monier und Rupert Schulte zeigen mit einigen Imkern zeigen gleichzeitig Lebensmittel, die es ohne Bienen nicht mehr gäbe. Foto: Gaby Decker

Hüsten. Dass die Bienen kein so gutes Leben mehr haben und viele von ihnen sterben müssen, weil nicht mehr genug Nahrung vorhanden ist, hat noch nicht jeder auf seiner ...

Hüsten. Dass die Bienen kein so gutes Leben mehr haben und viele von ihnen sterben müssen, weil nicht mehr genug Nahrung vorhanden ist, hat noch nicht jeder auf seiner Prioritätenliste stehen.

Ein wenig Aufklärung betreiben und auch Abhilfe schaffen will der Verkehrs- und Gewerbeverein Hüsten mit Aktion „Hüsten blüht“, die die Verteilung von kleinen Tütchen mit Wildblumensamen beinhaltet sowie eine Ausstellung des Kreisimkervereins Arnsberg und des Bienenzuchtvereins Arnsberg.

„Es ist noch nicht genug im Bewusstsein der Menschen, was es auslöst, wenn die Bienensterblichkeit so weitergeht“, erklärt Christian Monier, Obmann für Bienenweiden vom Bienenzuchtverein Arnsberg, der durch die Ausstellung führt. „War es früher üblich, dass Bauern am Feld Ränder mit Wildblumen stehen ließen, so wird dieser Rand heute mit abgemäht. Blumenwiesen gibt es in dieser Form nicht mehr, dass Bienen genug Nahrung finden könnten. Pestizide, Glyphosat und Neonicotinoide fördern enorm das Bienensterben. Letztere, die Neonicotinoide führen zunächst zur Orientierungslosigkeit der Bienen, die dann nicht mehr in ihren heimatlichen Bienenstock zurück finden.“

Wie fatal es sein kann, wenn die Bienen sterben, zeigt ein Obst- und Gemüsekorb. „Ohne Bienen gäbe diese Dinge gar nicht oder nur viel teurer und unansehnlicher. Das Angebot an Nahrung würde ohne blütenbestäubende Insekten deutlich zurück gehen. Da es nicht genug Nahrung für die Bienen in der Natur gibt, müssen die Imker zufüttern. Die Wildbienen sind allerdings auf das, was draußen blüht, angewiesen“, klärt Monier auf.

Fotowettbewerb für Wildblumenwiesen

Die Ausstellung zeigt Produkte, die aus Honig gemacht sind, Waben, Honigschleudern und vieles mehr rund um die Biene und den Imker. Bewiesen ist, dass der Gesamtanteil an Insekten in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen ist. Von 550 Wildbienenarten, die es in Deutschland gibt, sind nur noch 37 Prozent ungefährdet. 80 Prozent der Blühpflanzen sind auf Fremdbestäubung angewiesen. Ein Bienenvolk sammelt pro Jahr etwa 30 bis 50 Kilo Pollen und sorgt so unter anderem dafür, dass die Menschen den Honig genießen können.

In den Hüstener Geschäften werden jetzt kostenlos insgesamt 10.000 kleine Tüten mit Saatgut verteilt. Solange der Vorrat reicht. Jede dieser Tüten reicht für einen Quadratmeter Wildblumenwiese. Es könnten also in Hüsten 10.000 Quadratmeter Blumenwiese wachsen. Der Samen kann im heimischen Garten ausgestreut werden oder auf öffentlichen brachliegenden Flächen wie zum Beispiel den Hüstener Ruhrwiesen. 30 Hüstener Geschäfte und Institutionen beteiligen sich an der Aktion.

Für die Wildblumenwiesen gibt es auch einen Fotowettbewerb. Wer bis zum 30. September 2017 seine Blumenwiese fotografiert und auf www.huesten.de/wettbewerb hochlädt, nimmt an der Verlosung teil. Es gibt Überraschungspreise. Die Gewinner werden benachrichtigt.

Termine:

Die Ausstellung der Imker ist zu sehen bis zum 13. Mai im Landenlokal der Marktstraße 2a.

Die Ausstellung kann nach Absprache mit Christian Monier besichtigt werden, der unter imkereiMonier@t-online.de oder unter Tel. 0151/22900300 zu erreichen ist.

Am 13. Mai ist von 10 bis 18 Uhr auf dem Platz Marktstrasse/Ludgerie-Passage ein Imker- und Blumenmarkt.

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