Besondere Bedeutung für die Entwicklung der Stadt

650. Todestag: Stadt Arnsberg gedenkt Graf Gottfried IV. - das steckt dahinter

Graf Gottfried Neheim
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Noch heute sind in der Stadt Arnsberg - besonders im Stadtteil Neheim - die Spuren von Graf Gottfried IV. sichtbar.

Der Todestag Graf Gottfrieds IV., des letzten Grafen von Arnsberg, jährt sich am heutigen Sonntag, 21. Februar, zum 650. Mal. Für die Geschichte der Stadt Arnsberg hat er eine besondere Bedeutung.

Arnsberg -  Graf Gottfried IV. erblickte 1297 als Sohn der Gräfin Beatrix von Rietberg und des Grafen Wilhelm von Arnsberg das Licht der Welt. Kinder- und erbenlos übergab er 1368 seine gesamte Grafschaft an Köln und sorgte auch dafür, dass er in der Stadt Arnsberg und dem heutigen Land Nordrhein-Westfalen nicht so schnell vergessen wird:

Im Jahr 1368 schenkt er nämlich seiner damaligen Stadt Neheim einen großen Waldbezirk westlich von Neheim mit einer Fläche von 925 Morgen – etwa 231 Hektar. Seit Jahrhunderten wird mit der „Donatorenfeier“ in Neheim und später Neheim-Hüsten an dieses Ereignis erinnert. Auch das „Grafenbegängnis“, das auf eine Schenkung Gottfrieds von 1364 an seine Stadt Arnsberg zurück geht und ebenfalls noch begangen wird, hat die Entwicklung der jetzigen Stadt Arnsberg in Nordrhein-Westfalen bis heute nachhaltig geprägt.

Großzügiges Vermächtnis an die Stadt

Das großzügige Vermächtnis von Graf Gottfried IV. an die Stadt Neheim sicherte der Stadt – und heute auch noch Arnsberg – wirtschaftliche Stabilität durch den somit ermöglichten Verkauf von Brenn- und Bauholz aus eigenem Besitz. Damit hatte das Geschenk des letzten Arnsberger Grafen unmittelbaren und nachhaltigen Einfluss auf den wirtschaftlichen Erfolg von Stadt und Region. Wenn auch nicht ganz ohne Hintergedanken. So wollte Graf Gottfried IV., der in seiner Ehe mit Anna von Kleve kinderlos geblieben war und auch sonst keinen Erbnachfolger gefunden hatte, nur verhindern, dass seine Grafschaft an seine Feinde, „die Grafen von der Mark“ fiel.

Seit 1975 folgt die heutige Stadt Arnsberg als Nachfolger der einstigen Städte Neheim und Arnsberg dem mit der Schenkung verbundenen Versprechen, in jedem Jahr zum Gedenken an die Neheimer Waldschenkung bzw. die Gewährung einer Fruchtrente für Arnsberg gesellige Feste mit den Bürgern auszurichten.

Eine Abbildung des Grafen Gottfried IV. aus dem Stadtarchiv Arnsberg. (Für Vollbild oben rechts klicken).

In Neheim gibt es die jährlichen Zusammenkünfte mit gemeinsamem Essen, der Stütchenverteilung an die Kinder und einer Fahrt zum Grab des Grafen Gottfried IV. im Kölner Dom. In Arnsberg lädt das „Grafenbegängnis“ noch heute zu einer Dankmesse in die Propsteikirche und einer anschließenden Zusammenkunft in den Kapitelsaal ein. Im Jahr 2020 konnten die so genannten Donatoren-Feierlichkeiten und das Grafenbegängnis - beeinflusst durch die Corona-Pandemie - nur in sehr begrenztem Umfang statt finden.

Für das laufende Jahr 2021 hofft die Stadt Arnsberg, beide Dankesfeiern mit besonderem Blick auf das 650. Todesjahr des letzten Grafen wieder durchführen zu können - so, wie Graf Gottfried IV. sie in seinen Vermächtnissen eingefordert hatte.

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