Verkehrs- und Gewerbevereine der Stadt Arnsberg reagieren

Nach Absage der verkaufsoffenen Sonntage: Alternativen in Planung

+
Nicht alle Veranstaltungen in den Stadtteilen von Arnsberg entsprechen den Voraussetzungen für einen gleichzeitigen verkaufsoffenen Sonntag. Die Gewerbevereine müssen reagieren.

Nach der Absage der verkaufsoffenen Sonntage in Arnsberg sind bei den Verkehrs- und Gewerbevereinen im Stadtgebiet Alternativen in Planung. Die Grundlage bleibt: An den Adventssonntagen wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht geöffnet sein.

Was meinen Sie dazu? Hier geht es zur Abstimmung

Neheim: "Aktives Neheim" hat ein Schreiben an die Mitgliedsbetriebe verschickt: Darin ergeht die Empfehlung an den Neheimer Einzelhandel: Lange Adventssamstage und ein "Late Night Shopping" am 10. Dezember. "Es sei jetzt müßig darüber zu diskutieren, ob diese Entscheidungen sinnvoll sind oder nicht, heißt es in dem Brief, und weiter: "Wir haben die Aufgabe uns der neuen Situation anzupassen", so der geschäftsführende Vorstand. Aus diesem Grund habe der Vorstand mehrheitlich folgende Entscheidungen getroffen: Aktives Neheim empfiehlt allen Einzelhändlern in Neheim, an den vier Adventssamstagen ihre Betriebe einheitlich von 9.30 bis 19 Uhr geöffnet zu halten. Des Weiteren wurde entschieden, am Samstag, 10. Dezember, (vor dem 3. Advent, der normalerweise geöffnet sein sollte) ein „Late Night Shopping – 22 Uhr“ zu empfehlen. "Wir bitten eindringlich um Einheitlichkeit. Wir wissen wie schwer es ist, in der Kürze der Zeit diese Empfehlung umzusetzen. Wir sehen jedoch in dieser Vorgehensweise auch eine große Chance, wenn alle gemeinsam handeln", heißt es weiter.

Arnsberg: Der Vorsitzende des Verkehrsvereins Arnsberg, Heinz Hahn, kann die aktuelle Entwicklung nur teilweise nachvollziehen. Mit Blick auf die Geschäfte und die Mitarbeiter in den Großstädten habe er Verständnis dafür, wenn es für die Angestellten mal zuviel würde. Allerdings sei Arnsberg nicht Dortmund. Von daher findet Hahn es "lächerlich, jetzt wegen vier Sonntagen so ein Theater zu veranstalten." Die staatliche Reglementierung in diesem Bereich sei für ihn ohnehin nicht mehr auf der Höhe der Zeit. "Haben wir denn wirklich keine anderen Sorgen?", fragt er sich. Grundsätzlich findet Hahn es schade, da die Sonntage immer für eine volle Stadt mit einer tollen Stimmung und Atmosphäre gesorgt hätten. Eine Reduzierung von 4 auf immerhin noch 2 Sonntage könnte für ihn eine Lösung sein.

Tarek Jumah ("Wir in Arnsberg") sagt dazu: "Wir sind natürlich nicht erfreut über die Entscheidung." Zwei Gründe sprechen aus seiner Sicht insbesondere dagegen. Die verkaufsoffenen Sonntage gehörten auf der einen Seite zu den umsatzstärksten Tagen im Jahr, gerade auch in der Adventszeit. Auf der anderen Seite werde den Geschäften weiter die Möglichkeit untergraben, sich gegen den Online-Handel zu stemmen. An einem verkaufsoffenen Sonntag hätten Kunden die Zeit, sich die Geschäfte bei einem gemütlichen Bummel mit der Familie anzusehen - und im besten Fall von der Leistungsfähigkeit und den vielfältigen Angeboten des örtlichen Einzelhandels zu überzeugen. "Wir in Arnsberg" wird sich ebenfalls Alternativen überlegen, die Diskussion läuft, der Vorstand will nächste Woche tagen, so Jumah.

Hüsten: Im Gespräch mit unserer Zeitung deutet die Vorsitzende des Verkehrs- und Gewerbevereins Hüsten, Angelika Geue, an, dass auch im Stadtteil Hüsten an Alternativen gewerkelt wird. "Wir versuchen jetzt, andere Wege zu gehen, aktuell sind wir in den entsprechenden Planungen. Genauere Details kann ich aber noch nicht verraten", so Geue. In Hüsten werde aber kurzfristig etwas auf die Beine gestellt, versichert sie. Dass sich kurzfristig an der Gesetzgebung noch etwas ändert, glaubt sie indes nicht.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare