„Ein waches Auge für Kunst“

"Alle Jahre wieder": Kunstverein Arnsberg eröffnet Jahresgaben-Ausstellung

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Künstler Andreas Greiner und Kuratorin Ursula Ströbele zeigten, dass auch die Höhe der Aufhängung des Kunstwerkes bei der Gestaltung der Ausstellung maßgeblich ist.

Arnsberg -„Alle Jahre wieder“ ist es vor Weihnachten Zeit für die Jahresgaben-Ausstellung des Kunstvereins Arnsberg. Die Jahresgaben beziehen sich jeweils auf das abgelaufene Jahr, aber auch Werke aus vergangenen Jahren werden gezeigt.

Künstler Andreas Greiner, der zu den Jahresgaben extra angereist ist, äußerte sich zur Arbeit des Kunstvereins: „Beim Kunstverein hier in Arnsberg hat man ein sehr gutes Gespür und stets ein waches Auge für junge Künstler und deren Kunst. In Arnsberg“, so der Künstler weiter, „hat man ein sehr authentisches Interesse an der Kunst“. 

Die Künstler der Jahresgaben haben sich in Arnsberg auch schon einen Namen gemacht. So zum Beispiel Angela Fette und Anne Duk Hee Jordan, die Einzelausstellungen hatten. Anne Duk Hee Jordan befasst sich in ihrer Kunst mit ökologischen und evolutionsgeschichtlichen Fragen. Sie zeigte in Arnsberg eine besondere soziale Food-Sculpture „into the wild“: einen langen Tisch mit essbaren Kräutern und Salaten. Angela Fette stellt ein neues Gemälde ihrer in Arnsberg vorgestellten Schrift-und-Bild-Serie und Aquarelle aus. 

Zuvor war 2019 die Gruppenausstellung In „Medias Res“ in Arnsberg zu sehen. Die Düsseldorfer Künstlergruppe „Konsortium“ zeigte im Frühjahr die Wandarbeit „Parallelwelten“. Zu der Gruppe gehören Lars Breuer, Sebastian Freytag und Guido Münch. Nun sind sie mit Einzelarbeiten mit abstrakter Malerei und Fotografie vertreten. Anja Schwörers zeigt Farbfeld-Bilder. Im Rahmen eines Bleich- und Faltungsprozesses entstehen abstrakte Muster, je nachdem, wie der Stoff gefaltet, geknotet oder bedeckt wird. Raumumspannende Wandmalereien stehen für Terry Haggerty, während die Künstler Banz & Bowinkel bekannt sind für ihre Virtual Reality- und Augmented Reality-Installationen. Kristina Berning übersetzt ihre Materialschichtungen in haptisch erfahrbare, farbige Objekte. 

Hannah Sophie Dunkelberg präsentiert ihre Fotocollagen auf Papier und Acrylglas – skulptural anmutende Laubblätter, die auf den jahreszeitbedingten Zyklus verweisen. Rainer Maria Matysek kreiert hingegen skulpturale Modelle post-evolutionärer Spezies. Ähnlich der fossilen Versteinerung eines urzeitlichen Tieress deuten die Spuren des Reliefs von Andreas Greiner und Alexandra Spiegel auf die ehemalige Präsenz von Gertrude und Alexander – zwei Mikroorganismen durch ein Mikroskop betrachtet, in Keramik gegossen. Maximilian Prüfers künstlerische Herangehensweise ist geprägt durch die Sichtbarmachung wissenschaftlicher Erkenntnisse, indem er Spuren von Insekten und Weichtieren auf Papier aufzeichnet.

Malte Bartsch’ Raketenbild hingegen ziert das Cover der Einladungskarte der „Jahresgaben“. Sie zeigt eine sich vor dunklem Himmel abzeichnende Lichtspur. Dieses Bild nutzte Ursula Ströbele, um ihren Abschied als Kuratorin des Kunstvereins Arnsberg zu verkünden. Sie sagte: „Die Lichtspur schließt zugleich den Kreis meiner kuratorischen Tätigkeit, die mit Bartsch’ Feuerwerksautomat auf dem Flyer für „In Medias Res“ Anfang 2019 begann.“ Ihre Nachfolgerin ist Lydia Korndörfer.

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