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„Wir nehmen jeden so, wie er ist“: Arbeits- und Bildungszentrum stellt sich vor

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Von: Stefanie Nöcker

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Kioskwagen im ABZ Oeventrop
Präsentieren den Kioskwagen im ABZ: (v.l.) Matthias Rahmel, Larissa Bange, Einrichtungsleiterin Steffi Bierwagen und Simon Rose. © Stefanie Nöcker

Vorhang auf für neue Perspektiven: Das Arbeits- und Bildungszentrum Oeventrop, kurz ABZ, schafft Tätigkeiten mit beruflicher Bildung für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung oder psychischer Erkrankung. Vor Ort erhalten die Menschen ein Arbeits- und Förderungsangebot. Ziel der Maßnahmen ist es, die Arbeitskraft aufzubauen oder wiederherzustellen. Auch die Stärkung der Sozialkompetenz wird gefördert. 

Oeventrop – Im Gespräch mit dem SauerlandKurier macht der Caritasverband Arnsberg-Sundern auf sein ABZ aufmerksam.

Aktuell sind rund 40 bis 50 junge Menschen im Programm der beruflichen Bildung in der Einrichtung des Caritasverbandes tätig. „Wir nehmen jeden so, wie er ist und achten darauf, dass niemand über- oder unterfordert wird“, betont Steffi Bierwagen, Einrichtungsleiterin des ABZ.

Junge Menschen erhalten eine Perspektive

„Bei uns erhalten die jungen Menschen eine Perspektive, in welchem Berufsfeld sie sich etablieren wollen.“

Diese Perspektive wird auch dem 19-jährigen Simon Rose und 20-jährigen Matthias Rahmel geboten: Sie kümmern sich im ABZ um den Kioskwagen, fertigen „Schnuckeltüten“ an und bewirten die anderen jungen Menschen. „Ich lerne immer neue Leute kennen“, zeigt sich Simon begeistert. „Später möchte ich auf Montage arbeiten“, teilt er mit. Matthias sagt besonders die Arbeit an der Kasse zu. „So lerne ich mit Geld umzugehen“, erklärt der 20-Jährige, welcher sich zukünftig im Büro sieht.

Berufsbilder und Einsatzbereiche 

Es gibt aber auch noch weitere Berufsbilder und Einsatzbereiche für die jungen Menschen. Sie können beispielsweise in der Lagertechnik oder Gärtnerei erste Berufserfahrungen sammeln. Unterstützung erhalten sie dabei von sieben Bildungsbegleitern. Diese führen mit den jungen Menschen unter anderem „Perspektivgespräche“.

„Viele der jungen Menschen wechseln in eine der umliegenden Werkstätten des Caritasverbandes. Dann gibt es noch ausgelagerte Arbeitsplätze, zum Beispiel eine Schulmensa. Dort arbeiten die jungen Menschen unter geschützen Bedingungen. Aber auch auf den regulären Arbeitsmarkt schaffen es einige“, erläutert Steffi Bierwagen.

Spitzenkoch Björn Freitag zu Besuch 

Die Einrichtungsleiterin nutzt die Gelegenheit und macht auf eine ganz tolle Erfahrung aufmerksam. Spitzenkoch Björn Freitag war vor Kurzem zu Besuch und hat gemeinsam mit Larissa, Katharina, Sofie, Matthias und Simon vom Kiosk- und Haushaltswirtschaftsteam ein professionelles Catering unter Zeitdruck für externe Gäste auf die Beine gestellt. Mit Hilfe von Björn Freitag zauberten die jungen Menschen unter anderem Köttbullar-Spieße mit Mangoldkuchen. Auch wenn alles vor Ort etwas anders zuging, als in einem Restaurant, war eines sofort klar – die Leidenschaft für das Kochen teilen alle.

„Es war schön zu sehen, mit wie viel Freude und Konzentration unsere Beschäftigten dabei waren. Und auch für sie selber war es eine super Erfahrung zu sehen, dass auch sie solch eine große Herausforderung stemmen können“, freut sich Einrichtungsleiterin Steffi Bierwagen. Simon und Matthias stimmen zu: „Es war einfach Mal etwas anderes. Es war zwischendurch zwar auch anstrengend, aber hat wirklich Spaß gemacht.“

Catering

Wie das Catering gelungen ist und wie es bei den Gästen ankam, können sich alle Interessierten am kommenden Montag, 27. September, um 21 Uhr in der aktuellen Folge von „viel für wenig – clever kochen mit Björn Freitag“ beim WDR anschauen.

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