Stadt und Caritas starten Projekt zum Thema Inklusion

„Arnsberg – einerwirAlle“

Diskussion und neue Ideen waren in den Workshops gefragt. Foto: Gaby Decker

„Es geht darum einen Impuls zu setzen, es geht um Vielfalt, Bewusstsein und um den alltäglichen Umgang.“ In seiner Begrüßung bei der Auftakt-Veranstaltung des Projektes „einerwirAlle“ der Stadt Arnsberg zusammen mit dem Caritas-Verband Arnsberg /Sundern, fasste Christian Stockmann, sozialfachlicher Vorstand der Caritas, die Bedeutung der Inklusion zusammen. Die interessierte Zuhörerschaft im Kulturzentrum war eine bunt gemischte Gruppe von etwa 140 Menschen.

Diese setzte sich zusammen aus Vertretern von Schulen, Unternehmen, Vereinen und Verbänden sowie Betroffenen. „Inklusion beginnt im Kopf, jeder gehört dazu, keiner darf ausgegrenzt werden“, erläuterte Stockmann weiter. „Und – die Frage ist, was kann jeder dazu beitragen“? Christian Stockmann erinnerte zum Schluss daran, dass jeder selbst schnell Betroffener werden kann – zum Beispiel Krankheit, Unfall, Alter und so weiter. „Wäre es nicht schön, wenn wir später als Betroffene darauf vertrauen könnten, auch noch dazu zu gehören?“

Mit diesem Impuls ging es weiter in der Veranstaltung mit Thomas Werner und Andrea Rokuß vom Projektteam „Inklusion vor Ort“ der Montags-Stiftung Jugend und Gesellschaft. Werner und Rokuß stellten das Thema Inklusion vor, beleuchteten den etwas sperrigen Begriff von mehreren Seiten und bereiteten die Anwesenden so auf die später an diesem Abend folgenden Workshops vor.

Unterschiedlichkeit und Vielfalt erleben

„Inklusion ist mehr als nur die Integration von Behinderung.“ Dieser Satz war der Beginn einer Reihe von Erklärungen, die hier in Arnsberg unter der Frage standen: Haben alle Menschen die gleichen Chancen am Leben in Arnsberg teilzunehmen? Sind Respekt und Wertschätzung, gleiche Rechte und Chancen, Gemeinwesen, Teilhabe, Fairness und Nachhaltigkeit schon selbstverständlich, sind die Werte Mut, Freude, Transparenz und Vertrauen schon in die Gesellschaft eingegangen?

Thomas Werner und Andrea Rokuß unterbrachen die Veranstaltung, um eine Frage an die Zuhörer zu richten. „Wird es in Arnsberg von den Einwohnern positiv erlebt, Unterschiedlichkeit und Vielfalt zu entdecken und sie zu erleben?“ Die Antworten konnten auf den verteilten Karten niedergeschrieben werden. Eingesammelt und in einem kleinen Karton verwahrt, wurden sie mit in die Workshops genommen. Hier wurde alles noch einmal intensiver betrachtet und zur Sprache gebracht.

Ein Fazit zu den Workshops erhielt der SauerlandKurier von dem Leiter der Caritas-Werkstätten, Frank Demming. „Für viele der Beteiligten war die Zeit, Ideen zu erarbeiten und sich auszutauschen, zu kurz. Es wurde in acht Gruppen gearbeitet: Mobilität, Wohnen, Arbeiten, Freizeit, Bildung, Bewusstsein, Vernetzung und Beteiligung. Wobei sich herausstellte, dass sich vor allem anderen das Bewusstsein in der Bevölkerung noch verändern muss.“ Weiter konnte Frank Demming etwas zu den Themen Mobilität und Freizeit sagen: „Es stellte sich heraus, dass es in dieser Hinsicht schon Angebote gibt. Allerdings gilt es hier noch Berührungsängste auf beiden Seiten zu überwinden. Auf der einen Seite steht die Frage, wie gehe ich mit jemandem – zum Beispiel im Rollstuhl – um? Auf der anderen Seite die Frage – wie kommt das an, wenn ich vielleicht als einziger da bin, der im Rollstuhl sitzt? Und natürlich die Frage – wie komme ich zu dem Ort der Vetanstaltung? Hierzu kamen die Vorschläge, die Angebote nicht nur zentral an zu bieten, sondern in die Ortsteile zu gehen. Und die Möglichkeit von Fahrdiensten zu bedenken.“

Demming erklärte außerdem, dass in den nächsten Tagen die zusammengetragenen Ideen der Workshops ausgewertet würden.

Hintergrund

Bis zum Herbst müssen sich Stadt und Caritas-Verband auf ein Projekt geeinigt haben, um das Vorhaben, das von der Aktion Mensch begleitet wird, innerhalb der nächsten drei Jahre um zu setzen.

Die Montags-Stiftung Jugend und Gesellschaft ist 1998 gegründet worden und ist nach Carl Richard Montag benannt. Es ist eine gemeinnützige und operative Stiftung und unter anderem auf dem Gebiet der Inklusion – Regionale Bildungsinitiative, tätig. (Von Gaby Decker, neheim@sauerlandkurier.de)

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