Aufrüsten für Wohnmobiltouristen 

Attraktiver Stellplatz für Arnsberg gewünscht

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Eine Wohlfühlathmosphäre möchte der Verkehrsverein in Arnsberg mit dem Einrichten eines neuen attraktiven Wohnmobilstellplatzes schaffen.

Arnsberg. Campen erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Wer mit dem Wohnmobil verreist, hat sein Zuhause auf Zeit bereits mit dabei. Für diese Urlauber muss die Stadt Arnsberg aber noch aufrüsten. An einem attraktiven Wohnmobilstellplatz mangele es noch, sagt der Verkehrsverein Arnsberg.

„Ein neuer Wohnmobilstellplatz ist sehr wichtig für unsere Stadt. Wenn wir hier so etwas nicht einrichten, dann macht es eine andere Stadt. Und dann müssen wir auch nicht mehr nachziehen“, betont Annette Baumeister, Geschäftsführerin des Verkehrsvereins Arnsberg, im Gespräch mit dem SauerlandKurier.

Der vorhandene Stellplatz „An der Schlacht“ sei wenig attraktiv. „Das ist nur ein Schotterplatz, wo es kein Wasser und keinen Strom gibt. Die Urlauber fühlen sich dort nicht wohl.“ Genau dieser Wohlfühleffekt müsse aber gegeben sein. „Es muss eine gewisse Gemütlichkeit herrschen. Die Menschen machen ja Urlaub und sollen sich nicht abgestellt fühlen“, kritisiert sie die aktuelle Situation.

Stadtmarketingmanagerin Tatjana Schefers bestätigt diese Einschätzung. „Für einen kurzen Aufenthalt – beispielsweise zur Besichtigung der historischen Altstadt – ist dieser Platz gut nutzbar. Er spricht aber tatsächlich nur spontane Kurzzeitparker an“, so Schefers.

Angebote von Privatgrundstückbesitzern für mögliche Stellflächen für Wohnmobile liegen laut Annette Baumeister bereits vor. Als Problem benennt die Geschäftsführerin des Verkehrsvereins aber, dass die Stadt nicht einfach Gelände kaufen könne. „Man muss sich ja auch bei einer Bebauung an gewisse Vorschriften halten. Und wenn ein Gelände etwa in der Nähe der Ruhr liegt, dann muss natürlich auch der Hochwasserschutz beachtet werden.“ Tatjana Schefers weist außerdem darauf hin, dass bei solchen Planungen auch geschaut werden müsse, ob ein neuer Stellplatz in das gesamtentwicklungspolitische Gesamtkonzept passe und wie die Einschätzung des Standortes aus touristischer Sicht sei. „Und vorab muss natürlich auch geprüft werden, wie hoch etwaige Kosten für die Herrichtung des Platzes sind“, gibt sie zu Bedenken.

Zuversicht bei Umsetzbarkeit

Genaue Vorstellungen für einen neuen Stellplatz in Arnsberg gibt es sowohl vonseiten des Verkehrsvereins als auch vonseiten des Stadtmarketings. Wichtige Punkte dabei sind die Entsorgung, also Abwasser, die Versorgung, dazu zählen Frischwasser und Strom, und auch die Lage. „Es müssen noch nicht einmal Toiletten oder Duschen vorhanden sein, da Wohnmobile ja über sanitäre Einrichtungen verfügen“, so Annette Baumeister. Auch Aufsichtspersonal sei nicht zwingend notwendig. Man könne mit einem Schrankensystem oder einem Gebührenautomaten die Bezahlung regulieren. „Natürlich wäre es schön, wenn das Ordnungsamt zumindest ab und zu mal schaut, ob die Gebühren bezahlt wurden.“ Für Tatjana Schefers spielt vor allem auch die Lage eine zentrale Rolle. So stellt die Wahl des richtigen Standortes „einen entscheidenen Erfolgsfaktor“ dar. „Im Idealfall sollte der Stellplatz von den Fernstraßen leicht erreichbar sein und eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr sowie den Anschluss an Rad- und Wanderwege gewährleisten.“ Auch müsse für die Camper die Möglichkeit bestehen die touristischen Highlights, die Innenstadt und Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomie fußläufig zu erreichen. Letzteres käme auch dem Verkehrsverein entgegen, der in einem neuen Wohnmobilstellplatz auch ein „lukratives Geschäft für Arnsberg“ erkennt. „Schließlich würden die Urlauber in die ansässigen Restaurants gehen und auch lokale Nahversorger aufsuchen“, so Baumeister. Als Verein, der für den „gesamtstädtischen Tourismus zuständig“ sei, wolle man eine Nische schließen, indem man die Stadt für Urlauber mit Wohnmobilen attraktiver mache. „Anfragen von Urlaubern, die mit dem Wohnmobil nach Arnsberg kommen wollen, gibt es nämlich durchaus. Die müssen wir allerdings häufig ablehnen“, bedauert die Geschäftsführerin des Verkehrsvereins.

Zwar liegen laut Tatjana Schefers keine konkreten Zahlen vor zu der Anzahl der Urlauber, die mit einem Wohnmobil Arnsberg als Reiseziel ansteuern wollen, anhand der deutschlandweiten Zahlen könne man jedoch erkennen, dass Camping immer beliebter werde. Zudem zählt die Stadtmarketingmanagerin Arnsberg zu den „bedeutenden touristischen Zielen im Sauerland“.

Auch wenn es bereits konkrete Angebote für Grundstücke gebe, sind sich die Verantwortlichen des Verkehrsvereins nicht sicher, wann sich ihr Wunsch verwirklichen lässt. „Wir setzen uns auf jeden Fall dafür ein. Es wäre daher schön, wenn es klappt. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“, betont Annette Baumeister. Für einen Hoffnungsschimmer beim Verkehrsverein für die baldige Einrichtung eines neuen Stellplatzes könnte die Tatsache sorgen, dass die Verwaltung der Stadt Arnsberg derzeit verschiedene potentielle Stellflächen prüft. „Ich bin zuversichtlich, was die zeitnahe Umsetzung angeht“, so Tatjana Schefers abschließend.

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