Veranstaltung "Der sichere Weg zur Schule"

Stadt Arnsberg will Gefahrstellen an Schulen minimieren und zeigt Alternativen zum "Elterntaxi" auf 

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Ihren Kindern mehr zutrauen und den Schulweg gemeinsam üben waren zwei Tipps an die Eltern bei der Veranstaltung „Der sichere Weg zur Schule“.

Arnsberg -Die Verkehrssituation vor einigen Arnsberger Schulen lässt zu wünschen übrig: Besonders die sogenannten „Elterntaxis“ würden die Schulkinder mitunter in Gefahr bringen. Über mögliche Lösungen sprachen Vertreter von Stadt, Politik, Polizei, Schulen und Elternschaft jetzt gemeinsam.

Eltern bringen ihre Kinder möglichst nah an das Schulgebäude heran und verursachen dadurch teilweise Situationen, die die Schulkinder in Gefahr bringen. Die Motivation für dieses Verhalten ist allerdings genau das Gegenteil: Die Kinder sollen ja unversehrt in der Schule ankommen. 

Arnsbergs Baudezernent Thomas Vielhaber begrüßte die circa 50 anwesenden Zuhörer im Kulturzentrum Berliner Platz in Hüsten mit einer kurzen Einführung in das Thema „Der sichere Weg zur Schule“. Er fasste zusammen: „Viele Eltern haben Angst um die Sicherheit ihrer Kinder, tragen aber mit ihrem Verhalten oftmals zum Problem bei, über das wir heute sprechen wollen. Parken auf Gehwegen, Zebrastreifen und so weiter machen die Situation vor den Schulgebäuden gefährlich. Die Gründe für das Verhalten sind vielfältig – Angst, Zeitdruck oder auch Bequemlichkeit.“ Dabei brauche es Zeit, damit die Kinder die Situationen im Straßenverkehr erlernen können. Morgens zu Fuß zur Schule zu gehen, bedeute auch, so Vielhaber, eine höhere Konzentrationsfähigkeit, Verbesserung des Sozialverhaltens sowie eine bessere Orientierung und bessere Kenntnis des Umfeldes. 

Polizeihauptkommissar und Verkehrssicherheitsberater Stefan Kronenberg berichtete anhand der Statistik über die Sicherheit im HSK im Jahr 2018: Der Bevölkerungsanteil der Jugendlichen beträgt 3,3 Prozent, davon verunglückten 8,5 Prozent im Straßenverkehr. Der Bevölkerungsanteil der Kinder beträgt 13,3 Prozent. Von Unfällen betroffen waren 7 Prozent. So gab es im HSK 15 Schulwegunfälle, in Arnsberg waren es sechs, bezogen auch auf das Jahr 2018. „Eltern sollten ihren Kindern mehr zutrauen. Die Gefahr liegt nicht auf dem Schulweg, sondern im Auto“, so Kronenberg. Als Maßnahmen der Polizei nannte Kronenberg unter anderem Lehrerfortbildungen zu dem Thema, Infoveranstaltungen und Schulwegpläne. Als gutes Beispiel nannte er die Schulen, die Hol- und Bringzonen eingerichtet haben, wie etwa die Grundschule St. Michael in Neheim. 

Jochen Haite von der Organisationseinheit Verkehr der Stadt Arnsberg machte klar, dass dieses Thema an manchen Schulen eigentlich keines sei. „Wir haben uns an den Arnsberger Schulen umgeschaut. So ist zum Beispiel das Verhalten von Eltern und Kindern an der Graf-Gottfried-Schule vorbildlich.“ Am St. Ursula Gymnasium sei kein Eingreifen der Verkehrsbehörde nötig, obwohl die Straßen rund um das Gymnasium sehr verkehrsträchtig seien. Hier und da sei vielleicht eine Nachbesserung möglich. 

Uschi Kriss, Vorsitzende Ortsunion Niedereimer-Bruchhausen stellte auch den Eltern der Wanneschule ein gutes Zeugnis aus. „Nachdem ich circa 20 Mal vor der Schule gestanden habe und die Eltern auf ihr Verhalten aufmerksam gemachte habe, hat sich die Lage erheblich gebessert.“ Mathis Perkert, vom Zukunftsnetz Mobilität NRW, machte klar, dass gerade auch die Kinder motiviert werden sollten. „Es gibt ein Belohnungssystem für die Kinder, die zu Fuß gehen. Die Lehrer können Zaubersterne verteilen, die die Kinder gemeinsam sammeln und gegen eine Spielzeit in der Schule eintauschen können.“ 

In der anschließend angeregten Diskussion, die von Jugendamtsleiter Michael John geleitet wurde, wurde eine Verhaltensänderung für das Elterntaxi angemahnt. Um eine schnelle Lösung wurde gebeten, bei der die Eltern mit ins Boot geholt werden sollten. Für die neuen Schüler in den Grundschulen gab es den Vorschlag, drei Termine in den Sommerferien wahr zu nehmen, um den Schulweg zu üben. Aber auch der Gedanke an die überfüllten Schulbusse und die schweren Tornister wurde laut, die es für kein Kind zum Vergnügen machen, den Weg zur Schule anzutreten. Dafür sollten vernünftige Wege aufgezeigt werden – zum Beispiel die Tornister entlasten, in dem so manches Schulbuch in der Schule bleibt.

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