Seebrücke Hochsauerland ruft zu Aktion auf

Arnsberger Klosterbrücke wird ab Freitag orange - das steckt dahinter

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Mit Farbe ein Zeichen setzen: Eva Hagedorny, Lea Spiller, beide vom Fachdienst Integration und Migration des Caritasverbandes Arnsberg-Sundern, und Jörg Rostek, Seebrücke Hochsauerland, wollen die Klosterbrücke vom 25. September bis zum 4. Oktober orange färben.

Mit einer einzigen Farbe ein sichtbares Zeichen setzen – genau das möchte die Seebrücke Hochsauerland vom 25. September bis zum 4. Oktober in Arnsberg erreichen. Aus Solidarität mit Geflüchteten und Seenotrettern ruft die Initiative alle Bürger dazu auf, die Klosterbrücke mit Stoffen, Bändern oder auch Kleidungsstücken in ein knalliges Orange zu färben. Unterstützt wird die Aktion vom Fachdienst für Integration und Migration des Caritasverbandes Arnsberg-Sundern. 

Arnsberg - Überfüllte Schlauchboote, die auf dem Mittelmeer treiben und im schlimmsten Falle kentern. Seenotretter, die im unermüdlichen Einsatz versuchen, Flüchtlinge vor dem Ertrinken zu bewahren und daran teils gehindert werden – eine traurige Realität, die für die Seebrücke Hochsauerland, Anlass und Motivation zugleich ist, sich zu engagieren und zu solidarisieren.

„Wir setzen uns für sichere Fluchtwege ein. Wir wollen sichere Häfen für alle Geflüchteten finden“, betont Jörg Rostek von der Seebrücke Hochsauerland. Mit ihrer neuesten Aktion möchte die Initiative nun symbolisch eine Brücke in den „sicheren Hafen Arnsberg“ bauen. Dazu soll die Klosterbrücke im Herzen der Stadt vom 25. September bis zum 4. Oktober orange „leuchten“ und das möglichst mit viel Unterstützung aus der Bevölkerung. „Orange ist die Farbe der Rettungswesten und symbolisiert dadurch die Seenotrettung. Alle, die auch der Meinung sind, dass die Situation der Geflüchteten unerträglich ist, können Stoffe, Bänder oder Kleidungsstücke an der Brücke befestigen“, so der Appell von Rostek.

Gemeinschaftsaktion mit Caritasverband

Die Aktion sei zusammen mit dem Fachdienst für Integration und Migration des Caritasverbandes Arnsberg-Sundern schon seit einigen Wochen als Teil der „Interkulturellen Wochen“, die in Arnsberg vom 25. September bis zum 6. November stattfinden, geplant gewesen. Für Jörg Rostek habe diese jedoch aufgrund der aktuellen Ereignisse im Flüchtlingslager Moria nun eine ganz andere Dimension erhalten. „Diese Menschen haben unsere Hilfe jetzt sofort verdient. Wir müssen so viele Flüchtlinge wie möglich in Deutschland aufnehmen. Wir dürfen auch nicht erst auf eine europäische Lösung warten“, betont er im Hinblick auf die Schwierigkeit, eine einheitliche Flüchtlingspolitik aller EU-Staaten zu erzielen. Für den engagierten Organisator sei Moria nur ein Beispiel für die zahlreichen „Abschreckungslager“, die für ihn nur ein einziges Ziel verfolgten, und zwar den Menschen zu zeigen: „Kommt nicht her“.

Eva Hagedorny, Fachdienst Integration und Migration des Caritasverbandes Arnsberg-Sundern, weiß unter welchen Bedingungen Flüchtlinge in den Flüchtlingslagern „hausen“ müssen. „Ich war in dem überfüllten Lager auf der griechischen Insel Samos. Die meisten Menschen leben in Zelten und Hütten, die sie sich selbst notdürftig gebaut haben“, schildert sie ihre Eindrücke. Fotos von dem Lager auf Samos und den Menschen, die dort leben, werden im Aktionszeitraum an der Klosterbrücke befestigt. „Wir wollen die Situation sichtbar machen: mit Farbe, Aussagen und Fotos“, erklären Hagedorny und ihre Mitstreiterin Lea Spiller, die die Initiative Seebrücke Hochsauerland schon seit einer Weile unterstützen, die Intention der Aktion.

Wir hoffen, dass viele Menschen zur Klosterbrücke kommen und die Chance nutzen, ein Zeichen zu setzen.“

Die Organisatoren

Doch nicht nur die Klosterbrücke selbst soll als sichtbares Zeichen dienen, auch unterhalb der Brücke am Ruhrufer soll auf die Situation im Mittelmeer hingewiesen werden. Bei der Auftaktveranstaltung am Freitag, 25. September, die ab 16 Uhr mit einer Ansprache von Jörg Rostek beginnt, wollen die Pfadfinder vom Stamm Liebfrauen ihr Schlauchboot „Frau Schröder“ zu Wasser lassen, um eine Fluchtszene, wie sie im Mittelmeer alltäglich ist, darzustellen. Das Boot, das die Pfadfinder normalerweise für Ausflüge nutzen, war früher für die Bundeswehr im Einsatz. „Wir hoffen, dass viele Menschen zur Klosterbrücke kommen und die Chance nutzen, ein Zeichen zu setzen“, sind sich alle drei einig.

Auftakt am Freitag

Beim Auftakt am kommenden Freitag werden auch Bürgermeister Ralf Paul Bittner und Caritas-Geschäftsführer Christian Stockmann erwartet. Für alle, die sich an der Aktion beteiligen wollen, aber keine orangefarbenen Stoffe oder Kleidungsstücke besitzen, wird ein Karton mit Stoffen bereitgestellt. Bis zum 4. Oktober soll Orange dann schließlich die prägende Farbe an der Klosterbrücke sein. „Wir freuen uns natürlich, dass wir über so einen langen Zeitraum unsere Aktion durchführen dürfen. Ein großer Dank daher auch an die Stadt Arnsberg“, so die Initiatoren abschließend.

  • Die Aktion der Seebrücke Hochsauerland ist nur eine von insgesamt acht Aktionen, die während der Interkulturellen Wochen vom 25. September bis zum 6. November zum Thema Flucht und Migration stattfinden.
  • Als weitere Aktionen sind unter anderem eine wandernde Fotoausstellung unter dem Motto „Heimat hat viele Gesichter“ und ein Brasilianischer Abend geplant.
  • Weitere Informationen zu den Interkulturellen Wochen gibt es unter https://www.interkulturellewoche.de/2020/arnsberg. Infos zur Seebrücke Hochsauerland gibt es unter Seebrücke Hochsauerland auf Facebook

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