Auf die Räder, fertig, los

Arnsberg ruft Bürger zum „Stadtradeln“ für den Klimaschutz auf

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Auf viele Teilnehmer bei der Kampagne „Stadtradeln“ freuen sich Klimaschutzmanager Sebastian Marcel Witte, „Stadtradel-Promi“ Thomas Vielhaber, Bürgermeister Ralf Paul Bittner, Norbert Becker und Rainer Gründel vom ADFC sowie Stadtmarketingmanagerin Tatjana Schefers.

Arnsberg. „Mit dem Rad, mit dem Rad Kamerad“ sangen damals schon Heinz Erhardt und Hans-Joachim Kulenkampff im Film „Immer die Radfahrer“ – geht es nach der Stadtverwaltung sind so insbesondere im Sommer die Arnsberger unterwegs: Die Stadt beteiligt sich in diesem Jahr erstmals an der Kampagne „Stadtradeln – Radeln für ein gutes Klima“ und alle Bürger sind aufgerufen, mitzumachen.

Das Bewusstsein für Klimaschutz sowie den Spaß am Radfahren möchte diese im Jahr 2008 gestartete Aktion vermitteln. Ins Leben gerufen wurde sie vom „Klima-Bündnis“, einem weltweiten Städtenetzwerk, das sich dem Klimaschutz widemt. Der internationale Wettbewerb Stadtradeln lädt dazu ein, für den Klimaschutz in die Pedale zu treten. Dabei soll der Wettbewerbscharakter zusätzlicher Ansporn sein, denn nicht nur die teilnehmenden Städte treten mit den gefahrenen Gesamtkilometern gegeneinander an, auch die aktivsten Radfahrer der einzelnen Kommunen werden am Ende ausgezeichnet. 

So funktioniert das Stadtradeln: Im Aktionszeitraum 26. Juni bis 14. Juli (extra vor den Sommerferien) sollten möglichst viele Bürger das Auto gegen das Fahrrad tauschen und den Weg zur Arbeit, Strecken während der Arbeitszeit oder in der Freizeit mit dem Bike zurücklegen. Damit die gefahrenen Kilometer auch erfasst werden können, gibt es die Stadtradel-App beziehungsweise ein Webportal, in dem sich die Radler anmelden. Darüber hinaus können Teams gegründet werden, ob Vereine, Schulklassen, Firmen, Arbeitskollegen oder Parlamentarier ist dabei ganz egal. 

Auch die Stadtverwaltung, die mittlerweile über acht Dienstfahrräder verfügt, stellt natürlich ein Team. Als besonders beispielhafte Vorbilder sucht die Stadt Arnsberg sogenannte Stadtradel-Stars, welche demonstrativ an den 21 Aktionstagen kein Auto von innen sehen. Einer dieser „Stadtradel-Promis“ ist Planungsdezernent Thomas Vielhaber: „Ich komme fast täglich mit dem E-Bike zur Arbeit und möchte mit meiner Teilnahme auch ein Zeichen setzen.“ 

Investitionen in Fahrradinfrastruktur

Über die App ist am Ende ablesbar, wie viele Kilometer gefahren wurden und wie viel CO2 dadurch eingespart wurde. „Wir lassen uns überraschen und freuen uns auf viele Arnsberger, die mit uns in die Pedale treten“, so Klimaschutzmanager Sebastian Marcel Witte. Bürgermeister Ralf Paul Bittner ergänzt: „Ich habe das Projekt sofort spannend gefunden. Arnsberg hat ambitionierte Ziele, was Fußgänger- und Fahrradfreundlichkeit angeht.“ 

So passe die Kampagne genau in die Bestrebungen als fahrrad-, klima- und bewegungsfreundliche Stadt. „Mit der Radverkehrsförderung haben wir vor zehn Jahren hier durch den RuhrtalRadweg begonnen, der auch für die Bürger in der Stadt eine große Bedeutung hat“, so Thomas Vielhaber. Ein großer Teil des Alltagsverkehrs fließe über den RuhrtalRadweg, der viele Stadtteile verbindet. 

Daher werde die Stadt auch künftig intensiv in den Bereich Fahrradinfrastruktur investieren, etwa mit den laufenden Arbeiten entlang der Sauerlandstraße, der Verlegung des Möhnetalradweges im Bereich Werler Straße oder dem RadXpressweg. Ende der Saison solle die Asphaltdecke im Bereichen zwischen „1220“ und dem Freibad Jahnallee erneuert werden, aktuell eher eine „Schlaglochpiste“. Die Ergebnisse aus dem erst vergangene Woche vorgestellten Fahrradklima-Test (Note 3,7 für Arnsberg, eine leichte Verschlechterung) sieht man in der Stadtverwaltung indes nicht allzu negativ: „Die Menschen werden immer kritischer und benoten teilweise auch schlechter. Aber Kritik unterstützt uns auch, Stillstand ist Rückschritt“, so Thomas Vielhaber. 

Mängel unterwegs über „RADar“ melden 

Übrigens: Falls den Stadtradel-Teilnehmern auf ihren Touren durch das Stadtgebiet Mängel auffallen, können sie störende oder gefährliche Stellen über die Meldeplattform „RADar“ weitergeben. Die ersten Partner für die Kampagne sind bereits gefunden, darunter unter anderem der ADFC Arnsberg. „Wir erhoffen uns, dass sich auch die Disziplin der Radfahrer festigt und sie zum Beispiel die vorgesehen Schutzstreifen nutzen und nicht über den Gehweg fahren“, macht Rainer Gründel aufmerksam. Auch weitere Partner sind noch willkommen. 

Stadtmarketingmanagerin Tatjana Schefers sieht in der Kampagne eine „tolle Möglichkeit, Arnsberg als große motivierte Gemeinschaft dazustellen“ und hofft auf viele bunte Teams aus dem Stadtgebiet. Arnsberg ist nach Angaben der Verwaltung übrigens die einzige teilnehmende Stadt im HSK und eine von wenigen Teilnehmern in Südwestfalen.

Weitere Informationen und auch die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es unter www.stadtradeln.de/arnsberg.

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