Menschen, Bauprojekte und Kultur

Arnsberg und Sundern blicken auf ein ereignisreiches Jahr 2017 zurück

Menschen 2017: Hans-Josef Vogel wird Ende August in sein neues Amt als Regierungspräsident eingeführt (l.), René Stiller und Christian Haslberger schießen im September die Vögel beim Kreisschützenfest in Hüsten ab (o. r.) und Stefan Siebert ist seit dem 1. Februar Leiter des Pastoralen Raumes Sundern (u. l.).

Arnsberg/Sundern. Ein aufregendes Jahr liegt hinter den Städten Arnsberg und Sundern. Die wohl größte Veränderung: Bürgermeister Hans-Josef Vogel wurde im Sommer in sein neues Amt als Regierungspräsident in Arnsberg eingeführt.

Auf Vorschlag des Ministerpräsidenten Armin Laschet wurde er vom Landeskabinett berufen. „Der damit verbundene Abschied vom Amt des Bürgermeisters unserer Stadt fällt mir schwer. Die Bürgerinnen und Bürger haben mich viermal in dieses Amt gewählt, das ich jetzt 18 Jahre lang ausüben durfte. Insgesamt arbeite ich jetzt im 25. Jahr für Arnsberg – erst als Stadtdirektor und dann als erster und bisher einziger hauptamtlicher Bürgermeister“, betonte Hans-Josef Vogel in seiner Stellungnahme. 

So begann dann in der Stadt auch völlig unerwartet die Suche nach einem neuen Bürgermeister. Während die SPD sich schnell auf den Fraktionsvorsitzenden Ralf Paul Bittner festlegte, rief die CDU eine Findungskommission ins Leben und wählte schließlich den parteilosen Peter Erb als Kandidaten. Auch die AfD tritt zur Bürgermeisterwahl an, im Oktober nominierte der Stadtverband Emilio Peluso. Erst im November gründete sich der Stadtverband der Familien Partei Arnsberg und auch dieser hat mit Reinhard Wilhelm bereits einen Bürgermeisterkandidaten nominiert. Der Wahlkampf geht nun in die heiße Phase, die Bürgermeisterwahl findet am 4. Februar statt. 

Bauprojekte 2017: Die Ortsdurchfahrt Stemel (L 519) wird im Frühjahr neun Wochen lang gesperrt und saniert (o. l.), die Möhnestraße in Neheim erstrahlt seit Sommer in neuem Glanz (u. l.) und die Ruhrterassen in Arnsberg laden zum Verweilen am Fluss im Schatten der Baustelle des Sauerland-Museums ein (r.). 

Doch 2017 hatte noch einiges mehr zu bieten. So ging es in der Stadt Arnsberg unter anderem mit der Digitalisierung voran: Seit März können Bürger und Besucher Kunst im öffentlichen Raum per App erleben. Darüber hinaus wurde gebaut: Am Bahnhof im Stadtteil Arnsberg entstand eine Park+Ride-Anlage. Gleichzeitig wurde das sanierte Gewerbegebiet „Zu den Werkstätten“ mit einer neuen Brücke an die Uentroper Straße angeschlossen. An der Ruhrstraße wurden die neuen Ruhrterrassen eröffnet und laden mitten in der Stadt zum Verweilen direkt am Fluss ein. 

In Neheim erstrahlt die geschichtsträchtige Möhnestraße seit Sommer in neuem Glanz, ebenfalls erneuert wurde die Stembergstraße. Auch wenn die Eröffnung mehrmals verschoben wurde: Im Arnsberger Brückencenter ging es 2017 vorwärts. Mittlerweile sind die ersten Geschäfte umgezogen und geöffnet. Fortschritte macht auch ein Großprojekt: das neue Sauerland-Museum an der Ruhrstraße. Nach der Grundsteinlegung im Juli ist der Neubau mittlerweile schon gut zu erkennen. Die Dauerausstellung soll 2018 wieder eröffnet werden, mit der Gesamtfertigstellung wird 2019 gerechnet.

"Verkehrstechnische Hauptschlagader" neun Wochen gesperrt

Fast neun Wochen lang „pumpte“ die „verkehrstechnische Hauptschlagader“ nicht: Die Sanierung und Sperrung der Ortsdurchfahrt Stemel (L 519) war im Stadtgebiet Sundern und darüber hinaus das „Aufregerthema“ des Frühjahrs. Während es bei ihrer Bekanntgabe großen Unmut in der Bevölkerung gab, freuten sich alle umso mehr, als sie im Mai wieder freigegeben wurde. „Das ist ein historisches Ereignis“, sagte Sunderns Bürgermeister Ralph Brodel, als er gemeinsam mit politischen Vertretern und Mitarbeitern der Stadtverwaltung das symbolische „Flatterband“ durchtrennte und nach 61 Tagen wieder regulärer Verkehr durch Stemel rollte. Rund 10.000 Quadratmeter Asphalt waren herausgefräst und ersetzt worden, um die ehemals „schlechteste Landstraße im IHK-Bezirk“ wieder in Schuss zu bringen. 

Weitere Schlaglichter: • Das Klinikum Arnsberg und das St. Walburga Krankenhaus Meschede fusionieren. • Die Einkaufswelt Neheim schnitt mit guten Noten bei der IHK-Passantenbefragung ab. • Das Engagementzentrum „E“ in der früheren Pestalozzischule in Hüsten wurde fertiggestellt und wird mittlerweile von verschiedenen Gruppen regelmäßig genutzt. • Pfarrer Stefan Siebert ist seit dem 1. Februar neuer Leiter des Pastoralen Raumes Sundern. • Die Ruhr in Oeventrop wurde für mehr als 1 Million Euro renaturiert. • In Wennigloh wurde der erste eigene Rundwanderweg eröffnet. • Sundern wurde im Oktober zur zweiten „Fairtrade-Stadt“ im HSK ernannt. 

Kultur 2017: Max Giesinger begeisterte das Publikum bei „Kultur Rockt“ in Dörnholthausen (l.), das Lichtfestival „Dark“ lockte zahlreiche Besucher nach Arnsberg (o. r.) und der Wasserschaden im Sauerlandtheater sorgte dafür, dass viele Kulturveranstaltungen ausfielen oder verlegt werden mussten (u. r.).

Besonderes Highlight in kultureller Hinsicht war das Lichtfestival „Dark“ („Digitale Arbeiten zur Lichtkultur“) im Rahmen der Lichtwoche Sauerland. Das spannende Spiel von Licht und Dunkel setzte teils historische Gebäude im öffentlichen Raum mithilfe digitaler Installationen verschiedener Künstler in Szene. Die riesige Anzahl an Besuchern war begeistert. Begeistertes Publikum gab es auch bei „Kultur Rockt“, dem Sommerfestival in Dörnholthausen. Bekanntester Act war Chartstürmer Max Giesinger, aber auch Schauspielerin Natalia Wörner gastierte im Pferdestall, sodass die Veranstalter erneut rundum zufrieden waren. 

Darüber hinaus wurde natürlich im abgelaufenen Jahr auch gefeiert, zum Beispiel im September beim Kreisschützenfest in Hüsten. Hier holten die Hüstener Jungschützen mit René Stiller den Heimsieg, während Christian Haslberger (St. Antonius Kloster Brunnen) mit dem finalen Schuss auf den Vogel neuer Kreisschützenkönig wurde. Mit einem umfangreichen Programm und ökumenischen Veranstaltungen wurde das Lutherjahr gefeiert. Nicht gefeiert wurde im Sommer am Sorpesee – zumindest nicht in gewohnter Form: Im Januar hatte die Sorpesee GmbH bekanntgegeben, dass die Veranstaltung „Sorpe in Flammen“ aufgrund der „verschärften Sicherheitsanforderungen“ und der „explodierenden Kosten“ künftig nicht mehr stattfinden wird. Stattdessen gab es im August als Alternative „Live am Teich“. 

Doch auch für die Rettungskräfte im Stadtgebiet gab es 2017 einiges zu tun. So hielt im Juli der Dachstuhlbrand der ehemaligen Salus-Klinik in Oeventrop mehr als 100 Einsatzkräfte in Atem. Ein besonderer Alarm sorgte dann am 11. November für einen Großeinsatz im Sauerlandtheater: Die Sprinkleranlage hatte Bühne und Orchestergraben unter Wasser gesetzt. Für das kommende Halbjahr wurden alle Veranstaltungen verlegt, wann der Kulturbetrieb im Sauerlandtheater wieder möglich sein wird, ist immer noch offen. So wird es 2018 sicherlich spannend weitergehen...

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