Schub für Digitalisierung an Schulen

Arnsberg will Lernplattform „itslearning“ nach den Ferien bereitstellen

junge mit digital-tablet in der schule
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Die intuitive Handhabung ist nach Ansicht des städtischen Bildungsbüros ein Vorteil der digitalen Lernplattform „itslearning“, die nach den Ferien an weiterführenden Schule in städtischer Trägerschaft eingeführt werden soll.

Arnsberg – Die Corona-Krise und die zur Eindämmung der Pandemie erfolgten Schulschließungen haben das schulische Lernen auf den Kopf gestellt. Die Schulen der Stadt Arnsberg standen wie die meisten Bildungseinrichtungen in Deutschland vor der zentralen Frage, wie sie ihrem Bildungs- und Erziehungsauftrag weiter gerecht werden können. Homeschooling in Form von Fernunterricht wurde quasi „aus dem Boden gestampft“. In den Sommerferien haben die Beteiligten nun ein wenig Zeit zum Luft holen – die Vorbereitungen für das neue Schuljahr laufen jedoch auch schon wieder an. Und natürlich wird das Thema „Digitales Lernen“ auch weiterhin eine zentrale Rolle spielen.

„Die Corona-Krise hat zum einen die Schwächen im deutschen Bildungssystem schonungslos offengelegt, aber gleichzeitig den Handlungsdruck erhöht. Das digitale Lernen hat an Bedeutung gewonnen, Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler haben sich mit einer nie da gewesenen Bereitschaft auf das Lernen und Arbeiten im virtuellen Raum eingelassen“, resümiert Esther von Kuczkowski, Leiterin der städtischen Zukunftsagentur I Strategie Bildung und Projektleitung „Digitalisierung von Schulen“.

An der Kombination von digitalem Lernen und analogem Unterricht führt in Zukunft kein Weg vorbei – auch unabhängig von möglichen Schulschließung im Zusammenhang mit einer Pandemie. Allerorten wird von einem Schub gesprochen, den die Digitalisierung in Schulen erfahren hat. „Auch wir als Schulträger haben unseren Medienentwicklungsplan und den Mitteleinsatz aus den Fördergeldern des DigitalPaktes überdenken müssen und Maßnahmen vorgezogen, die wir ansonsten später angegangen wären.“

Zugang zur cloudbasierten Lernplattform 

So hat sich der Arnsberger Rat in seiner Sitzung vor der Sommerpause mit dem Thema digitales Lernen beschäftigt und beschlossen, bereits zum neuen Schuljahr den weiterführenden Schulen in städtischer Trägerschaft (dies sind rund 3760 Schüler der Sekundarstufe I und II) Zugang zur cloudbasierten Lernplattform „itslearning“ zu ermöglichen.

Im Zuge der Digitalisierung war man in Arnsberg bereits seit zwei Jahren auf der Suche nach einer zentralen Lernplattform, um die Lernprozesse individuell, interaktiv und damit hoch motivierend zu fördern. Die nun gewählte, DSGVO-konforme Lernplattform gehöre zu den besten Lösungen am europäischen Markt, erläutert Esther von Kuczkowski. Schüler und Lehrer haben von Zuhause, unterwegs oder vom Schulgebäude aus Zugang.

„Die Vorteile von itslearning sind die sehr intuitive Handhabung des Systems, wodurch auch jüngere Schüler, Kinder mit Lernschwächen beziehungsweise Förderbedarf einen niederschwelligen Zugang erhalten.“ Das System bietet einen der Bedarfslage angepassten Einstieg über fünf Themenfelder: das Online-Lehrerzimmer, das digitale Klassenzimmer, Individualisierung mit Lernmanagementsystem, Selbstständigkeit fordern und fördern sowie Bildungspartnerschaft mit Eltern.

Die Einführung und Arbeit mit „itslearning“ wird durch den Schulentwicklungsrat der Stadt Arnsberg fachlich begleitet. Der Rat beauftragte die Verwaltung außerdem, zu prüfen, ob und wann in einem weiteren Schritt die vierten Klassen der städtischen Grundschulen in das Projekt mit eingebunden werden können. Zudem soll ein Konzept für einen städtischen Leihgeräte-Pool mobiler EDV-Arbeitsgeräte für bedürftige Schüler erarbeitet werden. Dieser könne als Sofortausstattungsprogramm in Ergänzung zum DigitalPakt aus Mitteln des Bundes gefördert werden.

Digitale Medien für über eine halbe Million zum neuen Schuljahr 

Aus dem DigitalPakt hat die Stadt Arnsberg bisher einen Anteil von rund neun Prozent der insgesamt bereitgestellten Mittel von rund 2,38 Millionen Euro abgerufen. „Ende Januar 2020 hat die Verwaltung in einem ersten Antrag für die Grund- und weiterführenden Schulen 213.255 Euro für die Förderung von Präsentationsmedien und Netzwerkkomponenten bewilligt bekommen und gleichzeitig mehr als 300.000 Euro städtischer Mittel in die Endgeräte-Ausstattung investiert. Damit kommen bis zum neuen Schuljahr digitale Medien im Wert von über einer halben Million in den Schulen an. Weitere Förderanträge zur sukzessiven Ausstattung der Schulen folgen in den nächsten Monaten“, berichtet die Projektleiterin weiter.

Der weitaus größte Förderantrag soll vor allem dem WLAN-Ausbau der Schulen dienen, der in den vergangenen Monaten durch die Ausleuchtung aller Schulen sowie zukünftige Fachplanungen vorbereitet wird. „Endgeräte wie Standard-PCs, Laptops und iPads sind vor und während den Corona-bedingten Schulschließungen an die Schulen geliefert worden und wurden sogar zum Teil für den Distanzunterricht eingesetzt.“ Präsentationsmedien und punktuelle WLAN-Lösungen werden nun in den Sommerferien installiert. „Damit ist zu Beginn des neuen Schuljahres der erste Roll-Out abgeschlossen, so dass wir mit dem nächsten Roll-Out zügig anschließen können“, so von Kuczkowski.

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