Das öffentliche Bewusstsein zu sensibilisieren

Arnsberg zeigt Flagge gegen Gewalt an Frauen und Mädchen

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Die Terres des Femmes Flagge setzt vor den beiden Arnsberger Rathäusern ein Zeichen für Gleichberechtigung und Selbstbestimmung. Im Bild: Gleichstellungsbeauftragte Petra Blesel, Nicole Jerusalem, Präsidentin des Zonta Clubs Arnsberg und Bürgermeister Ralf Paul Bittner. (für Vollbild oben rechts clicken)

Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist weltweit eine der häufigsten Menschenrechtsverletzungen. Um auf diesen Missstand auch in diesem Jahr erneut aufmerksam zu machen und das öffentliche Bewusstsein zu sensibilisieren, haben sich die Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Arnsberg, Petra Blesel und Petra Weck, zu der Fahnenaktion vor den beiden Rathäusern in Hüsten und Arnsberg entschlossen.

Arnsberg - Heute wurde gemeinsam mit Bürgermeister Ralf Paul Bittner und Nicole Jerusalem, der Präsidentin des Zonta Club Arnsberg, die Terres des Femmes Flagge gehisst. Die Aktion verdeutlicht die Forderung nach einem gleichberechtigten und selbstbestimmten Leben von Mädchen und Frauen.

Die blaue Fahne „Frei leben – ohne Gewalt“ soll dafür sorgen, dass die Gewalt an Frauen aus der Anonymität geholt und sichtbar gemacht wird“, betont die Gleichstellungsbeauftragte Petra Blesel.

Der Rat der Stadt Amsberg hat am 2018 eine Nachhaltigkeitsstrategie beschlossen. Eines der verfolgten Nachhaltigkeitsziele ist, die Geschlechtergleichstellung zu erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung zu befähigen. Ziel ist, eine Gesellschaft zu schaffen, in welcher Mädchen, junge Frauen und alle anderen Geschlechter ihr volles intellektuelles, soziales und politisches Potenzial ausschöpfen können.

Lockdown kann schlimme Folgen haben

Die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Lockdowns lassen befürchten, dass die häusliche Gewalt noch weiter zunimmt. Die räumliche Nähe in diesen besonderen Zeiten, der Wegfall von sozialen Kontrollmechanismen, aber auch die verminderte Möglichkeit Hilfe einzuholen, können in Familien und bei Paaren schlimme Folgen haben.

Bundesweit ist jede dritte Frau von häuslicher Gewalt betroffen, berichtet die Stadt Arnsberg. Laut Bundeskriminalamt seien 2019 in Deutschland 141.792 Menschen Opfer von Partnerschaftsgewalt (davon 81 Prozent weiblich und 19 Prozent männlich) – ein Anstieg zum Vorjahr von 0,7 Prozent.

Mit der Kampagne „Zuhause nicht sicher?!“ wird in Corona-Zeiten gezielt auf häusliche Gewalt aufmerksam gemacht. Das Hilfetelefon 08000 116 016 ist rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr in 17 Sprachen erreichbar. Es gibt auch eine Online-Beratung unter www.hilfetelefon.de. Jede und jeder, der die Telefonnummer des Hilfetelefons kennt und sie weitergibt, zeigt betroffenen Frauen einen Weg aus der Gewalt.

Weitere Hilfe und Beratung bietet vor Ort bietet der Verein Frauen helfen Frauen Arnsberg e.V. unter der Tel. 0 29 32/8 98 77 03 oder unter verein@frauen-hsk.de

Über die städtische Flaggenaktion hinaus wird der Zonta Club Arnsberg ab heute die Aktion „Zonta says No“ starten: Der Zonta Club Arnsberg wird gemeinsam mit rund 130 deutschen Zonta Clubs an der weltweiten 16-tägigen Kampagne von Zonta International teilnehmen. Das Netzwerk engagierter Frauen unterstützt damit auch die Anstrengungen der Vereinten Nationen zur Erreichung der international vereinbarten Ziele der Geschlechtergerechtigkeit. In Verbundenheit mit den Vereinten Nationen folgt Zonta International mit seiner internationalen Kampagne „Zonta Says NO“ seit 2014 rund um den Globus dem UN-Aufruf „Orange The World“.

Bereits in den vergangenen Jahren wurden Gebäude in der Region im Rahmen der Aktion „Orange The World“ angeleuchtet - wie hier das Sunderner Rathaus im Jahr 2019.

Jährlich werden am 25. November ab 17 Uhr zum Start der 16-tägigen Aktion Gebäude und Wahrzeichen, unter anderem in Arnsberg, in der Farbe orange angeleuchtet.

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