Für Digitalisierung in der Ausbildung

Berufsbildungsstätten erhalten knapp eine Million Euro Fördermittel

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Die „vorweihnachtliche Bescherung“ bereitete große Freude: (v. l.) Prof. Dr. Patrick Sensburg, Christoph Dolle, Kammer-Präsident Willy Hesse, Thomas Rachel und Karsten Hömann.

Arnsberg/Hochsauerland. Die Freude über die vorweihnachtliche Bescherung war groß. Für die Digitalisierung in der überbetrieblichen Ausbildung erhält das Berufsbildungszentrum (bbz) der Handwerkskammer Südwestfalen rund 480.000 Euro, die Gemeinschafts-Lehrwerkstatt Arnsberg (GLW) bekommt etwa 445.000 Euro. „Das ist schon ein großer Stiefel“, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Christoph Dolle, bei der Übergabe der Förderbescheide. „Es ist eine großartige Aktion, die weiterhilft“, meinte GLW-Geschäftsführer Karsten Hömann.

Das Geld stammt aus dem auf vier Jahre angelegten, 84 Millionen Euro schweren Sonderprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung für die Digitalisierung in den Berufsbildungsstätten. „Wir gehen voran“, betonte der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel am Mittwoch bei der Überreichung der Bescheide im bbz. „Die Digitalisierung ist eine ganz wichtige Zukunftsaufgabe. Wir müssen die moderne Technik bereits in die berufliche Ausbildung integrieren. Wir unterstützen die Bildungszentren wie das bbz und die GLW dabei, ihre Ausbildung auf die künftige Entwicklung in der Arbeitswelt 4.0 auszurichten.“

„Der Einsatz technischer Mittel verändert sich laufend, wir wollen Schritt halten, ja Technologietreiber sein“, sagte Dolle. „Unser Ziel ist es, die Attraktivität des Handwerks zu steigern. Wir arbeiten digital, das ist für die Auszubildenden sehr attraktiv. Wir wollen einen Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten.“ Das Geld werde gut angelegt. So sollen beispielsweise für die überbetriebliche Ausbildung der Kfz-Mechatroniker neue Diagnosegeräte angeschafft werden.

Investition in Tablets und Notebooks

Anlagemechaniker für Sanitär,- Heizungs- und Klimatechnik sowie Elektroniker lernen künftig moderne Kommunikationstechnik zur Vernetzung der Gebäudetechnik kennen. „Außerdem investieren wir in Notebooks, Tablets, interaktive Whiteboards und in Schweißgeräte mit digitaler Steuerelektronik.“

GLW-Geschäftsführer Hömann deutete die „Abbildung einer digitalen Lern- und Arbeitswelt für die Auszubildenden der Metall- und Elektroindustrie“ an. Die geplante Investition sei ein „sehr wichtiger Baustein“ für die überbetriebliche Qualifikation innerhalb der Entwicklung einer Industrie 4.0. „Wir planen unter anderem die Anschaffung von CNC-Drehmaschinen mit Roboter oder von digitalen Schweißgeräten. Gleichzeitig wollen wir in die Elektropneumatik und Steuerungstechnik investieren.“ Zusammen mit den Investitionen sollen auch die Lern- und Übungseinheiten methodisch-didaktisch überarbeitet werden.

"Duale und akademische Ausbildung sind gleichwertig"

Einig waren sich alle, dass die duale Ausbildung eine echte Erfolgsgeschichte sei. „Die duale und die akademische Ausbildung sind gleichwertig“, erklärte Rachel. „Das müssen wir auch in der Öffentlichkeit vertreten. Daran müssen wir arbeiten.“

Auch Kammer-Präsident Willy Hesse machte sich für die duale Ausbildung stark. Sie sei wesentlich für die Sicherung von Fachkräften auch in einem ländlichen Kammerbezirk. Dabei spiele die überbetriebliche Ausbildung eine wichtige Rolle.

Der heimische Bundestagsabgeordnete Professor Dr. Patrick Sensburg bezeichnete die Förderung in die digitale Zukunft als „goldrichtig“. Gleichzeitig sprach er sich dafür aus, nicht von Industrie 4.0 sondern von Wirtschaft 4.0 zu reden. „Wir dürfen das Handwerk nicht vergessen. Es spielt eine ganz wichtige Rolle in der Wirtschaft.“

Hintergrund

Im bbz Arnsberg wird in 19 Handwerks-Berufen überbetrieblich ausgebildet. Jährlich kommen etwa 6000 Teilnehmer aus dem Kammerbezirk (Südwestfalen). Die überbetriebliche Ausbildung während der Lehrzeit beträgt zwischen drei und 32 Wochen. Die Dauer ist vom Beruf abhängig.

Die Gemeinschafts-Lehrwerkstatt Arnsberg (GLW) bildet in ca. neun Haptberufen der Metall- und Elektroindustrie aus. Die Azubis kommen aus dem HSK und dem Kreis Soest. Die überbetriebliche Ausbildung dauert drei bis 12 Monate im ersten Ausbildungsjahr. Im weiteren Verlauf steht den Auszubildenden ein berufsspezifisches Lehrgangsangebot zur Verfügung.

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