Auswertung der Workshopergebnisse von November 2018

Bildungsbüro ermittelt Handlungsfelder für Bildung im digitalen Zeitalter

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Wie sieht die Bildung im digitalen Zeitalter in der „smarten City“ Arnsberg aus? Darum geht es in der Bildungsagenda, die Esther von Kuczkowski (3.v.li.) mit weiteren Beteiligten vorstellte.

Arnsberg - Vor einem halben Jahr hatte die Stadt Arnsberg in Workshops Impulse und Ideen zum Thema „Bildung im digitalen Zeitalter“ gesammelt. Die daraus resultierenden Handlungsfelder, bestehende Angebote und neue Projektideen stellte das Bildungsbüro jetzt vor.

Es gibt schon eine ganze Menge an digitalen und vernetzenden Angeboten in der Stadt Arnsberg, aber es geht immer auch noch mehr, das ergab die Analyse der Ideen, die in der Arnsberger Bildungskonferenz im November 2018 gesammelt worden waren. 

In den vergangenen Monaten wurden sie nun auf Machbarkeit überprüft und in der digitalen Bildungsagenda zusammengefasst. Diese beinhaltet die vier Handlungsfelder „Wissen vermitteln, Kompetenzen entwickeln“, „Vernetzung herstellen, Kräfte bündeln“, „Ressourcen bereitstellen und effizient einsetzen“ sowie „Digitale Souveränität ermöglichen und Demokratiekompetenz entwickeln“. Besonders das vierte Feld ist laut Esther von Kuczkowski, Leiterin des Bildungsbüros, wichtig: „Es geht uns bei allem um den Menschen. Er steht im Mittelpunkt.“ Sie präsentierte vor Lehrern verschiedener Arnsberger Schulen die weiteren Inhalte der einzelnen Handlungsfelder:

Wissen vermitteln 

Ein Thema in den Workshops war die Fortbildung von Lehrern und Fachpersonal. „Hier ist die Stadt bereits in die Offensive gegangen, im Juni werden die Basis- und Aufbauschulungen zur fächerübergreifenden Digital- und Medienkompetenz abgeschlossen“, berichtete Esther von Kuczkowski. Darüber hinaus würden zusammen mit der Bezirksregierung fachspezifische Fortbildungen entwickelt. Bei der Qualifizierung von Kindern und Jugendlichen sollen auch außerschulische Lernorte in den Blick genommen werden. Kirsten Minkel vom Kulturbüro berichtete unter anderem von den neuen Angeboten im Neheimer „Kunst-Werk“, wo mit digitalen Themen gearbeitet werde. Dies sei ein neuer Ort für Kreativität, Inspiration und Bildung. 

Christian Eckhoff, Leiter des Familienbüros, ergänzte, dass es – angestoßen durch den KulturRucksack – in diesem Jahr bereits zum dritten Mal das Filmprojekt „Abgedreht“ gibt, bei dem Jugendliche von Drehbuch über Musik bis zur Produktion selbst mitarbeiten. Aber auch die Schulung der Eltern zur Digitalisierung war Thema. Hierzu informierte Claudia Froese von der Schulpflegschaft Arnsberg, dass es bereits zwei gut besuchte Info-Abende für Eltern gegeben habe, unter anderem mit einem Vortrag rund um Videospiele. Ein weiterer Diskussionsabend ist für November geplant. Eine neue und vielversprechende Methode sei außerdem der „Eltern-Talk“ zu Medienpädagogik und Medienkonsum. Hier hätten bereits acht Talks stattgefunden.

Vernetzung herstellen 

Die Workshopteilnehmer wünschten sich außerdem mehr schulformübergreifende Vernetzung der Schulen, ohne Konkurrenz-Denken. Aber auch die Vernetzung von Schule und Wirtschaft war ein Thema. So fand im Mai bereits ein erster Runder Tisch „Schule – Wirtschaft“ statt, der nun für November einen „Digi-Day“ plant. Dabei sollen digital-affine Schüler, Lehrer und Unternehmen gemeinsam und projektbezogen arbeiten. Eine bereits bestehende Plattform für Vernetzung ist der Co-Working-Space im Neheimer Kaiserhaus, den Nadine Hyna vorstellte (der SauerlandKurier berichtete). Insgesamt soll die digitale Bildungsagenda in das „Modellprojekt Smart Cities“, für das sich die Stadt Arnsberg im Rahmen der Regionale zusammen mit anderen Städten beworben hat, eingebettet werden. Karin Glingener von der Zukunftsagentur machte deutlich, dass zu einer „Smart City“ (zu deutsch: intelligente Stadt) eine Menge an Themen, wie Leben, Mobilität, Verwaltung sowie eben auch moderne Bildungsangebote gehören.

Ressourcen einsetzen 

Digitale Bildung kann nur funktionieren, wenn auch die entsprechende Infrastruktur vorhanden ist. Dazu sollen sowohl weiterführende als auch Grundschulen mit Ausbauprogrammen von Bund und Land an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Zudem hat der Rat den Medienentwicklungsplan verabschiedet, der unter anderem eine Koordinierungsstelle beinhaltet. „Nachdem der DigitalPakt verabschiedet wurde, warten wir aktuell auf die Landesförderrichtlinien, um unsere Förderanträge entsprechend stellen zu können“, berichtete Esther von Kuczkowski. Mit den Schulen würden dann im September Gespräche über ihre Bedarfe geführt. Aber auch außerhalb der Schulen wurden experimentelle Räume und Lernlabore gewünscht. In Planung sei beispielsweise ein Classroom Lab im Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung (ZfdL) Arnsberg. Außerdem berichtete Jutta Ludwig, Leiterin der Stadtbibliotheken, vom im Mai eröffneten „MediaLab“ in der SchulStadtbücherei Arnsberg mit VR-Labor zum digitalen Lernen. Der Zuspruch sei in den ersten Wochen bereits sehr gut gewesen.

Souveränität stärken 

„Digitalisierung ist nicht Selbstzweck, sondern soll das Leben erleichtern“, machte Esther von Kuczkowski noch einmal deutlich. Um alle Generationen mitzunehmen gebe es in der Stadt bereits verschiedene Angebote, beispielsweise bei der VHS, der Senaka oder in Senioren-Computer-Clubs sowie medienpädagogische Angebote in den Jugenzentren. Zum Thema „Lebenslanges Lernen im digitalen Zeitalter“, und um Arbeitnehmern die Angst vor dem „Change“ zu nehmen, ist nun ein Konzept für eine berufs- und ausbildungsbegleitende Weiterbildung in Planung. 

Bürgermeister Ralf-Paul Bittner sagte in seinem Schlusswort: „Digitalisierung als Aufgabe erscheint schon mal wie ein undifferenziertes Gebilde, aber es ist auch eine unfassbare Chance. Wir haben es in der Hand, wir müssen, können und wollen es gestalten.“ Der Bildungsbegriff müsse in diesem Zusammenhang neu definiert, und smarte Bildung auf viele Schultern verteilt werden.

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