Areal am Naturschutzgebiet im Eichholz ist sehr begehrt

Naturfläche oder Mountainbiketrail? Bürger diskutierten über Folgenutzung für früheren Segelflugplatz

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Die Teilnehmer am ersten Werkstattgespräch zur Folgenutzung für den Arnsberger Segelflugplatz bereiteten ihre Konzepte und Idee zur Vorstellung auf der Bühne in der KulturSchmiede vor.

Arnsberg - Die Fläche des nun ehemaligen Segelflugplatzes am Eichholz in Arnsberg ist bei Vereinen und Initiativen sehr begehrt. Das zumindest wurde beim ersten Werkstattgespräch zur „Folgenutzung des Segelflugplatzes“ am Montagnachmittag in der KulturSchmiede deutlich.

Rund 80 interessierte Bürger aus Vereinen und Initiativen der Stadt sowie einige Anwohner waren gekommen, um sich die Vorschläge anzuhören und mit zu diskutieren. Einen klar ausgemachten Vorschlag gibt es noch nicht, aber eine künftige kombinierte Nutzung wäre denkbar. 

Stadtplanerin Dr. Birgitta Plass, der Leiter des Umweltamtes Dieter Hammerschmidt und Dirk Schmidt vom Grünflächenamt der Stadt empfingen die Bürger zu einem arbeitsreichen Nachmittag. In der Einleitung informierte Dr. Plass die Anwesenden darüber, dass das Gelände vom Aeroclub im September 2018 endgültig aufgegeben wurde und man jetzt nach einer sinnvollen Anschlussnutzung suche. „Das ist ein wichtiger Ort in der Ruhrschleife, der sowohl Stadtentwicklung als auch Naherholung betrifft“, so Dr. Plass. Deshalb sei es Ziel der Veranstaltung, die verschiedenen Vorschläge zu hören und zu bewerten. Die Vorschläge aus den Reihen der Bürger sollten im Anschluss in die politischen Beratungen fließen. 

Viele Ideen für das Gelände im Alten Feld brachten die Bürger mit ein.

Aus fachlicher Sicht gab Dieter Hammerschmidt eine Bewertung ab. Dabei, so Hammerschmidt, müssten verschiedene Rahmenbedingungen gesehen werden. So sei das Gelände nur über eine Straße zugänglich, auf der ein Pkw-Begegnungsverkehr nicht möglich sei. Zudem würde der Verkehr auch mit den Spaziergängern in Konkurrenz stehen. Für das FFH-Gebiet (Flora Fauna Habitat) bereite die Stadt gerade die Erstellung eines neuen Landschaftsplans vor. Der wolle das Gebiet aber nur unter Landschaftsschutz und nicht unter Naturschutz stellen wollen. Zudem, so Hammerschmidt, gelte es auch die Belange des Hochwasserschutzes zu bedenken. 

Unter der Moderation von Klemens Lühr, der die Diskussionsbeiträge gerafft zusammen führte, wurden in verschiedenen Gruppen die Vorschläge erarbeitet. Dabei wurde von einem Teil der Anwesenden gefordert, die Fläche weiter der Natur zuzuschlagen. Thema aus dem Bereich von Naturschutz sind unter anderem die Förderung der vorhandenen Magerwiesen oder des Bienenschutzes. Andere Vorschläge stellten auch die öffentliche oder vereinsinterne Nutzung des Geländes in den Vordergrund. So sucht der Modellflugclub vom Spreiberg in Hüsten schon seit Längerem einen Ersatz. Die Nutzung eines Teils des Segelflugplatzes als Cricket-Fläche oder der Umbau zu einem Mountainbikepark mit so genanntem Pumptrack käme dabei nicht nur den Antragstellern zugute, sondern würde auch andere interessierte Menschen in die Nutzung des Konzeptes einbeziehen. Während anwesende Anwohner auch immer das Thema Lärm zur Sprache brachten, richteten sich Vorschläge nach einer Naturfläche mit Aussichtspunkt, einer naturnahen Generationenfläche oder der Belassung der Fläche im ursprünglichen Zustand auf eine breite öffentliche Nutzung. 

Ansätze zu einer kombinierten Nutzung

„Ich sehe hier auch Ansätze zu einer kombinierten Nutzung“, fasste Moderator Lühr zusammen. So sei auch denkbar, dass Belange des Natur- und Hochwasserschutzes mit einer öffentlichen Nutzung verbunden werden könnten. In Gruppenarbeit hatten die Teilnehmer und Befürworter ihrer Vorschläge dann die Gelegenheit, ihre Idee nach einem Fragen-Modell zu strukturieren. Dabei wurden auch die Finanzierung oder Aspekte der praktischen Nutzung und Betreuung abgefragt. 

„Diese Vorschläge geben uns einen guten Einblick in die Wünsche“, bedankte sich nach mehr als zwei Stunden Arnsbergs Klimaschutzmanager Sebastian Marcel Witte. Nächster Arbeitsschritt sei, die gesammelten Vorschläge zu dokumentieren und auf ihre Machbarkeit hin zu prüfen. Dabei, so Witte, wollte man natürlich eine neutrale Bewertung auf Augenhöhe erreichen und die Kombination von Vorschlägen auf der Fläche berücksichtigen. Ohne ein fertiges Konzept werde es dann ein zweites Werkstattgespräch oder sogar einen Ortstermin geben, um eine bürgernahe Nutzung der Fläche in die Wege zu leiten.

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