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Arnsberger „Ideenschmiede“ bringt interessante Impulse - Mitarbeit weiterhin möglich

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Von: Denise Weber

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Wird es hier bald eine Gastronomie geben? Der Schlossberg spielte bei der „Ideenschmiede“ in mehreren Überlegungen eine Rolle.

Arnsberg. Die Auftaktveranstaltung der „Ideenschmiede“ im Stadtteil Arnsberg war ein voller Erfolg. Der Saal des Blauen Hauses war bis auf den letzten Platz gefüllt, was die Veranstalter Heinz Hahn (Verkehrsverein Arnsberg) und Tarek Jumah (Wir in Arnsberg) sichtlich freute. „Die Ideenschmiede ist das erste gemeinsame Projekt unserer Vereine. Hier sollen Dinge vorgestellt werden, die Arnsberg nach vorne bringen“, erklärte Hahn das Konzept.

Ein Thema war dabei nicht vorgegeben und die einzige Frage, die im anschließenden Gedankenaustausch zunächst ausgeklammert werden sollte, war die der Finanzierbarkeit. Auch Bürgermeister Ralf-Paul Bittner war unter den interessierten Zuhörern und betonte, dass er der Einladung sehr gerne gefolgt sei. „Natürlich ist mein Terminkalender voll, aber das ist schließlich ein Zeichen dafür, dass in unserer Stadt etwas passiert. Und eine solche Veranstaltung, in der konstruktive Ideen präsentiert werden, ist eine tolle Sache“, lobte er. „Die Ideen, die heute vorgestellt werden haben alle Hand und Fuß und sind wirklich durchführbar“, erklärte Jumah und übernahm die erste Präsentation für den verhinderten Karl Jochen Schulte. Seine Ideen waren zum einen die Einrichtung eines Kamera- und Fotomuseums, was es in ganz NRW noch nicht gibt und somit ein Alleinstellungsmerkmal für Arnsberg wäre. In ein solches Museum könnten auch eine Fotoschule, Workshops, Events und mehr eingebunden werden und somit Amateure wie Profis gleichermaßen ansprechen.

Baumkronenpfad im Eichholz?

Zum anderen schlug Karl Jochen Schulte die Öffnung der vier noch vorhandenen Bunkeranlagen im Stadtgebiet vor. Diese könnten mit Ton- und Lichtinstallationen sowie Schautafeln und Führungen wieder zugänglich gemacht werden. Die Ideenbandbreite war groß, denn von den Bunkeranlagen unter der Erde ging es in die Wipfel der Bäume im Eichholz. Hier kann sich Ideengeber Norbert Plaßwilm einen Baumkronenpfad vorstellen. Dieser auf Stützen gestellte und barrierefrei gehaltene Weg könnte in Höhe der Baumkronen durch das Eichholz führen und den Besuchern einen neuen Einblick in die hiesige Flora und Fauna ermöglichen. Möglich wäre auch, den Weg mit einem Aussichtsturm und Erlebnisbereichen für Kinder aufzuwerten. 

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Die Initiatoren Heinz Hahn (l.) und Tarek Jumah (2.v.l.) freuten sich über die eingereichten Ideen und das große Interesse an der Veranstaltung. Foto: Denise Weber

Christof Möller brachte gleich vier Ideen mit, zum Beispiel die Aufwertung der Promenade, indem an den Ruhrterrassen beginnend ein Pfad entlang der Ruhr bis zum Wasserspielplatz entsteht. Dieser könnte als Lehrpfad genutzt werden und gleichzeitig mit Lichtinstallationen und Kunstobjekten bestückt werden, um einen Ort zu schaffen, an dem Einheimische wie Touristen gerne entlangbummeln. Eine weitere Idee betraf den Glockenturm, den Möller zur Weihnachtszeit gerne als größte Kerze der Welt „verkleiden“ würde, um einen weiteren Anziehungspunkt in der Stadt zu schaffen. Ostersamstag dagegen könnte sich Möller einen Osterlauf vorstellen, der sich am Soester Silvesterlauf orientiert und Profis wie Amateuren verschiedene abwechslungsreiche und herausfordernde Strecken bietet. Start und Ziel sollte der Schlossberg sein und das Ganze könnte mit Verkaufsbuden und Ähnlichem ergänzt werden. 

Kiosk direkt am Schlossberg? 

Eine weitere Idee ist es, den Schlossberg auch gastronomisch zu nutzen. Dafür schlug er vor, den Ostturm im monatlichen Wechsel den Arnsberger Gastronomen zur Verfügung zu stellen, um kleinere Events auch in Kooperation mit anderen Vereinen oder Institutionen auf die Beine zu stellen. Ideen hierzu wären eine Bühne, die Musikern eine Plattform bietet, aber auch Lesungen oder Themenabende wären eine Nutzungsmöglichkeit. Alternativ könnte das ehemalige Feuerwehrmuseum zu einem Kiosk umfunktioniert werden, wo Besucher der Schlossruine Getränke und kleine Snacks erwerben könnten. Auch die Idee von Daniel Litver beinhaltete die gastronomische Erschließung der Schlossruine. Er kann sich ein Café oder Restaurant auf den alten Mauern vorstellen, dass mit Innen- und Außenbereich den Besuchern einen Platz zum Verweilen mit Blick über Arnsberg bietet. In der an die Präsentationen anschließenden Diskussionsrunde wurden die Ideen begeistert aufgegriffen und direkt konstruktiv ergänzt. Museumsdirektor Dr. Jürgen Schulte-Hobein machte auf die Möglichkeit aufmerksam, einige der Ideen als Projekte für die kommende Regionale 2025 einzureichen. „Wir haben hier in Arnsberg Schätze, wie die Schlossruine und das Eichholz, die noch nicht gehoben sind, die Regionale bietet dafür eine große Chance“, meinte er. 

Das Projekt Ideenschmiede wird weitergehen, vor allem sollen jetzt aber die vorgestellten Ideen weiterentwickelt werden. 

Wer Interesse hat, sich bei der Ausarbeitung in irgendeiner Form einzubringen, ist eingeladen, sich beim Verkehrsverein Arnsberg zu melden: info@arnsberg-info.de

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